
628 Quellenschriften imd Erläuterungen.
10. Schacht , Madeira und Tenerife, S. 92.99. 5S. 2H. J14. - Ta
fein zu S. 25. 9. 127.
11. Th. 1. S. 281. Heer's Beobachtungen über die Entwickelungspériode
der Vegetation auf Madeira (das. S. 275) sind später von Härtung
aufgenommen und erweitert worden (Azoren, S. 68 und f.). Dem früher
(Th. 1. S. 569) daraus Mitgetheilten ist von den zaiilreichen Angaben
über die Blüthezeiten noch Folgendes hinzuzufügen. Wiewohl einige
endemische Arten angeführt werden, die als nicht periodische Gewächse
zu allen Zeiten des Jahres blühen, so fällt doch bei den meisten die
Blüthezeit in die letzte Hälfte des Winters und den Frühling (Ende Januar
bis Mai), also in die Periode der steigenden Temperaturkurve. Von
der langen Dauer der Vegetationszeit liefert Dracaena Draco ein Beispiel,
die zu Anfang April blüht und erst im December ihre Früchte reift.
Wie in Südeuropa, giebt es auch hier einzelne Fälle, wo die Blüthezeit
in den Sommer oder Herbst verschoben wird : am meisten weicht Asparagtis
scoparius von der Regel ab, der von Ende November bis zum Januar
in Blüthe steht. Die eingewanderten Pflanzen entfernen sich wenig
von dem klimatischen Typus ihrer Heimath; diejenigen, welche auf den
Aeckern wachsen, folgen dem Entwickelungsgang des Getraides.
12. Zu den auffallenderen Beispielen der zahlreichen Halbsträucher
auf Madeira, die europäischen Krautgewächsen verwandt sind, gehören
endemische Arten von Cruciferen [Sinapidendron), Umbelliferen [Melanoselimim),
Synanthereen [Sonchus squarrosus, Chrysanthemum pinnatifidiim),
Boragineen [Echimn), Scrophularineen [Isoplexis sceptrum),
13. Die Laurineen von Madeira sind : Laurus canariensis, Apollonias
canariensis, Oreo daphne foetens (der Tilbaum) uxiiX Persea indica\ andere
Vertreter der Lorbeerform gehören zu den Myriceen (Myrica Faya), Hicineen
[Hex Ferado), Oleineen (Ficconia excelsa), Myrsineen [Heberdenia
excelsa), EriGeen (Ciethra arborea], Rosaceen Frimus lusitanica) , Ternstroemiaceen
[Visnea Mocanera)\ die einzigen Coniferenbäume sind Jitniperus
hrevifoUa xmd Taxus haccata. — Unter den Gesträuchen des Lorbeerwaldes
finde ich weniger als ein Drittel europäisch, eine etwas grössere
Reihe von atlantischen Arten erwähnt, und von endemischen z. B.
folgende: Vaccinium maderense, Catha Dryandri, 3 Genisteen, Senecio
maderensis, Chrysanthemum pinnatifiditm, 2 Labiaten iBystropogon), Convolvulus
Massoni u. a.
14. Cosson, catalogue des plantes remeillies dans les îles de Madère
et de Forto Santo [Bullet, de la soc. hotan. de France, 1868. Vol. 15).
15. Klima von Santa Cruz: Jahreswärme kältester Monat,
Januar 14 0^1 ; wärmster, August 20,9 (Buch nach Dove a. a. 0.). In Laguna
:1630 ' hoch gelegen) betragen dieselben Werthe : des Jahrs 130^6 ;
des Januar 10«,3, des August 17 0^3 (das.).
16. Buch, Beschreibung der kanarischen Inseln: vergl. Fritsch
(Peterm. Mittheil. 1866. S. 217: Bericht in Behm's geogr. Jahrbuch. 2.
S. 217).
XXIV. Oceanische Inseln. 629
I
I
17. Nach Berthelot (//zsiir^zVß nat. des îles Canaries, géogr. botanique.^
p. 56) ist der Himmel in der Küstenregion (—J 500 ' an der Nordscite,
— 2500 ' an der Südseite) fast beständig wolkenfrei und die Niederschläge
sind auch im Winter selten. In O)'otava (aii der Nordküste) wird die Zahl
der Regentage auf 50 geschätzt (Fritsch, ostatlantische Inselgruppen a.
a. 0. S. 85): dagegen beträgt sie (nach Härtung, Azoren S. 38) zu Funchal
94, und auf Fayal 196.
18. B e r the lot (a. a. 0.: Jahresber. f. 1840. S. 150- 456). Hier
sind die bemerkenswerthesten Fälle von kanarischen Pflanzen, die nur
auf einem einzigen Fundorte angetroffen sind; angeführt^ z. B. Manulea
canariensisy Statice arborea^ mehrere Crassulaceen.
19. Mittelmeergebiet, Th. 1. S. 389 und 581.
20. Bol l e {Hooker, Journ. of Botany. 5.: Jahresbericht f. 1853.
S. 20).
21. F r i t sch, Keisebilder von den canarischen Inseln (Peterm. Ergänzungshefte,
n. 22. 1867).
22. Webb und B erthelot, histoire naturelle des îles Canaries. Fhy-
^ographie. Die daraus abgeleiteten statistischen Ziffern sind von Härtung
(Azoren, S. 53) zusammengestellt.
23. Jahresb. f. 1846. S. 50 : unter den endemischen und atlantischen
Holzgewächsen zähle ich : 17 Bäume; 84 Sträucher, der Mehrzahl nach
aus Gruppen, die in Europa grösstentheils krautartig bleiben (darunter
z. B. Lotvs spartioides, Centaurea arborea auf Palma, Convolvulus- nnd
ic7«wm-Arten); zahlreich sind sodann die Halbsträucher in den Familien
der Synanthereen (34)^ Labiaten (26), Crassulaceen (16) u. a.
24. Berthelot, géogr. bot. a. a. 0. p. 166.
25. Schmidt , Beiträge zur Flora der Cap Verdischen Inseln, S. 8 :
im März betrug die Tageswärme 20^^— 270 K.^ Abends fiel das Thermometer,
wenn es auch noch so hoch gestanden hatte, auf 14o^ ja wohl
auf 120R. —Das. S. 4. 41. 67. 104 (Jahresb. f. 1852. S. 65).
26. Darwin, Journ. of researches. Deutsche Ausgabe, 1. S. 1. 2. 9.
27. Von Sapota marginata wurden nur zwei Bäume auf Sant' Jago
beobachtet (Hooker: Niger Flora, p. 169). Dass Dracaena Draco einheimisch
sei, wird von Schmidt bestritten.
28. Webb [Journ. of Bot. 2: Jahresb. f. 1850. S. 60).
29. Boc andé (bei Webb a. a. 0.); Lowe (bei Hooker, insular
Floras, p. 6). Die von Lowe vertretene und von Hooker getheilte Ansicht,
dass die endemischen Pflanzen der Kap-Verden der Mediteranflora
näher, als der atlantischen stehen sollen, finde ich bei der Vergleichung
der Schmidt'schen Sammlung nicht bestätigt. Sie bezieht sich vielleicht
nur auf die atlantischen Bäume, die, eben mit Ausnahme der Dracaena,
den Kap-Verden durchaus fehlen. Die meisten endemischen Sträucher
sind den kanarischen nahe verwandte Arten aus Gattungen und Gruppen,
die ausserhalb der atlantischen Flora, in Südeuropa, holzstammlose
Stauden enthalten.