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29() XIII. rr;iirit!ciii!'(!biet.
crg-iebt, «ich aus den später Muziiinlirciidcn Messmigcii, dass die Wälder
daselbst kaum über SOOO Fuss liinausgel.on, also nidit so l.ocli
ansteigen, wie auf den Jiocky Mountains. Die liöclisten lirhebungen
am Oregon, welclie das System der Rocky Mountains überragen
.I(i550 Fuss2'^)], sind in dieser Bezioliung zwar noch niclit nntersuclit
worden, werden aber nach Analogie der ihnen benachbarten
Oascadenkette 2i>) eine nocli tiefere Depression der Baumgrenze erloidcu.
Denn liier, wo die Nähe des Meers die Sommerwärmc
mässigt und die Sonne durch Küstennebel verschleiert wird, hört
auch an der Binnenseite dos Gebirgs das südlicher gelegene JTochland
bei-cits auf, die Dauer der Vegetationsperiode zu verlängern.
In Kalifornien ist da, wo die liohe Salzwüste an die Sierra Nevada
sich anscJdiesst, die Gebirgskette weit niedriger und mehrfach von
gangbaren Pässen und Senkungen unterbrochen. Hier hat man die
Beobachtung gemacht, dass in demselben Masse, als die Seewinde
einen Abhang treffen , auch die Wälder mit ihren hochstämmigen
Bäumen auftreten, wogegen an der Binnenseite, und wo den Thälern
gegen die westlichen Luftströmungen ein Schutz gewährt ist, der
Wald durch die Prairieenvegetation verdrängt wird. Unter solchen
Bedingungen können auch hier die Baumgrenzen nicht so hocli liegen,
als an den Kocky Mountains, auf welche die hohen Grundflächen
und Massenerhebungen von allen Seiten einwirken.
Die Wälder der Rocky Mountains sind daher auch viel geschlossener
und zusammenhängender. In den Gebirgstliälern des
Platte und anderer Flüsse kommen freilich auch Bergwiesen vor,
wo, ähnlich wie in den Pyrenäen, jene offenen, mit Gruppen von
Nadelhölzern gezierten Circusbildungcn sich ausweiten, die eben zu
der Vergleichung mit Parks den Anlass boten. Aber über ihnen ¡X')
erheben sich die steilen, mit dichten Beständen von Kiefern (z. B.
P. contorta) und Tannen (P. aJha u. hahamea) bedeckten Abhänge,
wo auch das beschattete Gesträuch aus Vaccinien und Mahonien an
die Nadelwälder des Oregon erinnert.
Das klimatisclie Verhältniss, dass in den Gebirgsregionen die
Gewächse höherer Breiten wiederkehren, ist auch hier durch die
herrschenden Waldbäume und ebenso in den alpinen Formationen
ausgedriickt, aber durch eine weit geringere Anzahl von Arten,
als in den europäischen Alpen. Durch die gleichmässigere Relief-
Abs(>ii(i(!ruti^ der Vei^ctatioiiscciitren. 297
bildim^ werden die Wälder einförmig, und diidnrcli^ dass sie zu
nngewöhnüelier llölie ansteigen, i^^ der llanm der al])jnen Region zu
beengt, als dass ii'gendwo eine reiehe Vegetation hätte entstehen
können. Wie in den liöheren Ureiten des Wnldgebiets'-^-'), ergaben
aueh in den südlicher gelegenen TheiU^i der Rocky Mountains die
Saininlungen eine verhältnissniäasig geringe Ausbeute. In der alpinen
Region über den! Middle-Park, wo auch durcli eine deniKrunuTiholz
ontsprecliendc Conilere [1\ arkiaiu) die Ausbildung äor Matten
beschränkt wird^ konnte l^arry während eines Sounners nur etwa
MO yVrten'^'^) zusammenbringen, und noch geringer war der Umfang
seiner Sammlungen in der Waldregion. Von den IJestandtheilen der
alpinen Flora gehörte indessen mehr als der dritte Theil (57) zu der
circumpolaren Vegetation der arktischen Zone; die Formatione>n
waren denen der Alpen ähnlich.
Y o g e t a t i o i i s c e n t r e n . So sehr die physischen Bedingungen
der Vegetation in Asien und Nordamerika übereinstitnmen, so sind
doch die Prairieen den Steppen der alten Welt zu entlegen, als
dass ein Austausch der Pflanzen durch Wanderungen hätte stattiinden
können. Wenn daher auch häufig dieselben Familien und
zuweilen ähnliche Arten sich vertreten, so ist die Identität der Organisationen
doch fast nur auf solche Fälle beschränkt, wo unabhängig
von besonderen Einflüssen die Ausbreitung übei' ganze Zonen der
Erde sich erstreckt. Aber auch in Amerika selbst erhielten sich die
Vegetationscentren der Prairieen in einem hohen Masse abgesondert,
weil sie fast auf allen Seiten von waldigen Gebieten umschlossen
sind. Nur im Stlden gehen diese Hochebenen so allmälig
in die ähnlich gebauten Bildungen des tropischen Mexikos über, dass
wir hier, wenigstens im Innern des Kontinents, die Floren durch
allmälige Uebergänge verbunden fanden. Schroffer ändert sich am
mexikanischen Meerbusen die Vegetation, wo nach den Sammlungen
Krvendbergs in T amaul ipa s j ens e i t s des Wendekreises plötzlicli
tropische Pflanzen auftreten, die in Texas fehlen. Am stillen Meere
scheint mit der hi südlicher Richtung zunehmenden Dürre die kalifornische
mit der Prairieenflora in eine engere Verbindung zu ti-eten,
als da , wo durcli die hohe Sierra Nevada die Klimate beider Cebirgsseiten
so bestimmt geschieden werden. Die kalifornische Halbinsel
ist bis jetzt noch nicht umfassend untersucht worden : nach
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