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510 XXIV. Oceanische Inseln.
Gramineen (7), Umbelliferen (5), Scrophularineen (5) und Farnen
(3). Eine Mehrzahl von Arten findet sich nur in wenigen Gattungen
(mehr als 3 nur bei Lotus, Sempervimmi^ Chrysanthemum und Tolpis).
Die meisten Arten der nicht endemischen Gattungen schliessen sich
unmittelbar an die europäische Flora : die bemerkenswerthesten Ausnahmen
sind bei den beiden Ericeen zu bemerken, welche mit nordamerikanischen
Arten in naher Beziehung stehen [Clethra arborea
und Vaccinmm madereiise). Von abgesonderten Vegetationscentren
in Porto Santo und den Desertas sind nur einzelne Beispiele bekannt
geworden (von der erstem Insel H Leguminosen, von den letztern
die Umbellifere Monizia und eine Synantheree).
3. Kanarische Inseln. Zu Santa Cruz, an der Südostküste
von Tenerifia (29 ^ B.), ist die Jahrestemperatur so hoch, wie in
Kairo, der Winter kaum wärmer, als in Madeira, aber der Sommer
beträchtlich heisser^'^). Der kanarische Archipel, bis auf weniger
als '20 g. Meilen dem Festlande Afrikas genähert, liegt, wie die
Sahara, im Bereiche des stetigen Passatwinds, dessen Wasserdampf
an den Gebirgen sich zu Wolken verdichtet und ihre nördlichen Abhänge
befeuchtet. Wo sie hoch genug sind, zu jeder Zeit in den
Antipassat emporzuragen, erzeugen sich auch aus dieser Quelle
leichte Wolken, die im Winter sich vermehren und dann in tiefere
Regionen herabsteigen Denn überall sind die stärkeren Niederschläge
von der Senkung des Antipassat bedingt, und dies ist die
Ursache, dass, wie auf den nördlicher gelegenen Archipelen, die
Entwickelung der Vegetation von der winterlichen Regenzeit abhängt.
Dennoch ist das Klima bei Weitem ti^ockener, als dort,
unterhalb der Wolkenregion der Himmel den grössten Theil des Jahrs
hindurch regenfrei und die Bewässerung des Bodens nur da genügend,
wo die Zuflüsse aus dem Gebirge ihn befruchten. Hieraus
entspringen grosse klimatische Unterschiede zwischen den gebirgigen
und den niedrigem, zugleich Afrika am nächsten gelegenen Inseln,
deren Flora von der der übrige^ völlig abweichen würde, wenn nicht
auch auf diesen die Küstenregion an ihrer Dürre Theil hätte.
Nach den klimatischen Bedingungen der Vegetation unterscheidet
sich daher der kanarische von den beiden andern atlantischen
Archipelen dadurch, dass erst in einer gewissen Höhe die
Formen des Mittelmeergebiets herrschen, in der untern Region hin-
Kanarische Inseln. Klima. — Vegetation. 511
gegen die Physiognomie der Pflanzen vielmehr afrikanisch ist. Der
Darstellung der Vegetation muss demnach die Abstufung der Regionen
zu Grunde gelegt werden, die am Pik von Teneriffa nach den
Angaben Buchas und Berthelofs is) in folgender Weise aufzufassen
ist:
Nordabhang.
0'—1500
-3600
•5000
Region der Succulenten . . .
Immergrüne Region.
Lorbeerwald 1500
Ms,qmB (Cisius vagmatiis] . . 3600
Region der Kiefer {Pmus canariensis) 5000 ' — 7000
Region der Retama [Spartocytisus] , 5900
Nackte Region 8700
Höchste Phanerogamen . . 9850'
Stldabhang.
0'—2500'.
2500 '—4000
4000'—5900'16).
8700'18).
11440' (Gipfel).
Die Region der Succulenten entlehnt von der Sahara die Dattelpalme
und die Form der Tamariske (T. canariensis), aber reicher,
als dort, entfaltet sich die Reihe der Succulenten durch die den Cacteen
gleichenden Euphorbien, wie in Sudan, und durch Gewächse
mit saftigem Gewebe aus andern Gattungen. Dies sind die Formen,
die nebst einigen ebenfalls endemischen Sträuchern auf unbebautem
Boden durch ihre Masse und Individuenzahl vorherrschen; eine fleischige
Euphorbia {E. canariensis) bildet aufrecht verzweigte Prismen
bis zu 20 Fuss Höhe lö); ebenso häufig ist eine succulente Synantheree
aus einer Gattung, die übrigens das Kapland bewohnt [Kleinia
neriifolia); das Gebüsch besteht sodann hauptsächlich aus andern belaubten
Euphorbien [E. balsamifera und regis Jubae) und aus einem
monotypischen Rubiaceenstrauch, der der Trauerweide ähnlich ist
{Plöcama pendula). Von vielen andern theils holzigen, theils succulenten
Gewächsen werden die Gestrüppe in den Barrancas begleitet:
wie mannigfaltig die Saftpflanzen sind, kann man daraus ersehen,
dass von Crassulaceen allein mehr als 20 endemische Arten beschrieben
wurden. Das reine Grün vel^liert sich im bläulichen Farbenton
der Succulenten, aber auch dieser entzieht sich dem Blick auf
dem vulkanischen Tuß' und unter den Felstrümmern, von denen die
Küste bedeckt wird. Die dürre Beschaffenheit des Bodens hat auch
in den Kulturpflanzen einen allgemeinen Ausdruck erhalten, nachdem
in Folge der Traubenkrankheit auch hier eine Aenderung eingetreten
und die Opuntien, welche zur Gewinnung der Cochenille dienen, ein
Hauptgegenstand des Anbaus geworden sind^<>).