
ííi!
í ' j j
• ^• I'" i'.'
í-i ( . •
108 VIIL Sudan.
ílp 11
im'il: t" U;. •i I;'
• I
ilií
ni:
il
Kontinents, der nun von Osten her bis zu den grossen Seen Albert-
Nyanza und Tanganyika auch in diesen aequatorialen Landschaften
erschlossen ist.
In den höheren Breiten Sudans. dauert die Periode der Niederschläge
gewöhnlich nur drei bis vier Monate. In den Aequatorialgegenden
folgt die kürzere Regenzeit dem ersten, die längere dem
zweiten Zenithstande der Sonne : die Gesammtdauer pflegt sechs bis
acht Monate zu umfassen, aber oft ist die Mannigfaltigkeit dieser
Erscheinungen weit grösser. Denn in gewissen Landschaften und
namentlich in den Gebirgen hängen die Regenzeiten nur mittelbar
von der Solstitialbewegung ab, die Gestaltung des Kontinents nach
seiner Erhebung und Ausdehnung bestimmt hier die Periode und
Dauer der Niederschläge. So fällt im Hochlande am Viktoria-
Nyanza-See Regen in allen Monaten weil sowohl nördliche wiß
südliche Luftströmungen aus tieferen Gegenden kommen und hier
ihre Feuchtigkeit verlieren. Wie ferner bereits von der Küste von
Natal bemerkt wurde, dass daselbst im Sommer ein Passat herrscht,
der, an schräger Fläche hinaufwehend, dadurch eine nasse Jahrszeit
hervoi'bringt, so wiederholt sich dieselbe, den indischen Monsunen
vergleichbare Periodicität der Luftströmungen in dem Meerbusen von
Guinea. Hier aspirirt das nördliche Stromgebiet des Niger während
der Sommermonate, indem es soviel stärker erhitzt wird als das
atlantische Meer, und eine südwestliche Luftströmung weht alsdann
in der Richtung dieses Wärmecentrums gegen die Küsten von Guinea,
so weit diese nach Süden gerichtet sind. Vom Kap Palmas bis zum
Camerún bringt ihnen der Südwestwind die Regenzeit, die an der
Elfenbeinküste von Mitte März bis zum November dauert. Ebenso
beginnen im März die südlichen Luftströmungen und werden im November
durch den Nordostpassat verdrängt. Uebereinstimmende
Beobachtungen liegen auch aus Joruba^) vor. Die Regenzeit beginnt
also an der Südküste von Guinea (5^ N. B.) einen Monat
früher, als die Sonne im Frühling in den Zenith eintritt, woraus hervorgeht,
dass nicht die Solstitialbewegung allein, sondern zugleich
der Uebergang der Luftströmung vom Meere auf das Festland die
ersten Niederschläge veranlasst. In weiteren Verlaufe macht dann
die Sonne ihre Rechte geltend. Mit wachsender Sommerwärme
rückt der aufsteigende Luftstrom tiefer in den Kontinent nach Norden.
Tropischer Regen in Afrika. 109
Mitte Juli und August tritt eine Minderung der Niederschläge ein,
eine Unterbrechung zweier Regenzeiten, aber, wie Burton bemerkt,
nicht so bestimmt, wie am Gabun. Nebelbildungen sind auch dann
noch häufig. Es ist merkwürdig, dass in- einem so geringen Abstände,
nicht bloss am Gabun, der in der Nähe des Aequators mündet,
sondern auch auf der Inselreihe von Fernando-Po bis S.Thomé,
die Regenzeit fast entgegengesetzt sich verhält wie an der Südküste
von Oberguinea: auf der Insel Corisko (1 ^ N. B.) halten die Niederschläge
vom September bis Mai an und die Monate Juni bis August
sind heiter und r e g e n l o sHi e r entspricht die nasse Jahrszeit deutlicher
dem Zenithstande der Sonne in den Aequinoctien. • Es möchten
dabei aber auch andere Verhältnisse mitwirken, theils die Richtung
der Küste, theils der Einfluss der Meeresströmungen 8). Die
Küste biegt sich vom Camerún aus nach Süden, der im Sommer
herrschende Wind weht also ihrer Hebungslinie entlang, ohne zu
höheren und kälteren Schichten der Atmosphäre abgelenkt zu werden.
Sodann geht dieser Wind von dem südatlantischen Meeresstrom
zu der wärmeren Guinea-Strömung über und wird, auf seinem
Wege erwärmt, von einem heiteren Himmel begleitet. Allein es verdient
näher untersucht zu werden, ob an den hohen Bergen, die auf
den Inseln und namentlich in Fernando-Po auftreten, nicht Windund
Lee-Seite sich verschieden verhalten und die erstere, wie zu erwarten
ist, nicht auch im Sommer befeuchtet werde. So wird von
S. Thomé und Principe erwähnt, dass die Gebirge fast das ganze
Jahr hindurch von Nebel und Wolken verhüllt sind .
Im Inneren des aequatorialen Afrikas beobachtet man Verschiebungen
der Regenzeiten, die, diesem Kontinent eigenthümlich,
von seiner Grösse und plastischen Gestaltung bedingt sind. Livingstone
^ö) warf die Frage auf, weshalb die Quellgebiete der grössten
afrikanischen Ströme, des Nil, Zambesi und Congo, südlich vom
Aequator liegen, wahrscheinlich sämmtlich in Londa sich berührend
(6—12 ö S. B.), und diese Gegenden so viel feuchter zu sein scheinen,
als z. B. Darfur. In Londa fand er immergrüne Wälder, die
in Afrika so selten sind. Im Norden des Aequators ist offnes Tief-
»
land, auf welches der Passat der Sahara einen austrocknenden Einfluss
ausübt. Erst im Süden der höher gelegenen Aequatorialterrasse
beginnt die abgeschlossene Depression des südafrikanischen Hoch