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231 XI. Australien.
sie^naiinte, stehen imter ähnliclieii klimatischen Einflüssen : sie liegen
unter gleicher Breite, haben dieselbe Winterregenzeit und erleiden
dieselben Störungen vom Inneren des Kontinents aus. Diese Analogieen
spreclien sich in der Organisation durch die Uebereinstimmung
der herrschenden PHanzenfamilien aus. J)ie tropischen Vegetationscentren
hingegen verhalten sich in dieser Beziehung völlig
abweichend: die Pllanzenibrmen und Formationen bleiben zwar
grösstentheils dieselben und Hessen keine schärfere geographische
Abgrenzung zu, aber die reicheren Familien sind andere geworden,
von den Myrtaceen und Proteaceen finden sich nur wenige Arten,
wenn auch zahlreiche Individuen, und viele tropische Familien Indiens
zeigen sich hier vortreten. Durch diese Gegensätze scheint es
angedeutet zu sein, dass die geringe Feuchtigkeit des ganzen Kontinents
der vegetativen Organisation gemäss ist, dass aber die tropisclien
Jahrszeiten zu der systematischen Stelhing der Flora in
einer gewissen Beziehung stehen.
Die nicht endemischen Bestandtheile der australischen Flora
sind von Hooker'») ebenialls gründlich untersucht worden. Ihre Vertheilung
steht in deutlichem Zusammenhang mit der geographischen
Entfernung der Gebiete, die ihre Erzeugnisse unter einander ausgetauscht
haben, aber sie bietet wenig, was nicht durch die Lage
und durch die Meeresströmungen, so weit sie bekannt sind, leicht
erklärlich wäre. Ich will nur einen Punkt nochmals hervorheben
(S. 7), der wohl am mächtigsten zu dem überwiegenden Endemismus
Australiens beiträgt, dass nämlich der Austausch mit dem am nächsten
gelegenen Lande , mit Neu-Guinea, gerade am meisten gehindert
scheint. Die Torresstrasse scheidet zwei Floren von dem verschiedensten
Charakter, offenbar weil das feuchte Klima der gebirgigen
Südküste Neu-Guineas in zu grossem Gegensatze gegen den
flachen Norden Australiens steht, als dass, abgesehen vom Mangrovewald,
an beiden Ufern der Meerenge gleiche Pflanzen gedeihen
könnten.
XII.
Waldffebiet des westlichen Kontinents.
Klima. Die Vegetationsgebiete Nordamerikas sind denen der
östlichen Hemisphäre gegenüber symmetrisch geordnet, aber durch
ihre Gestalt und ihren Umfang unterscheiden sie sich, durch die
Meridianrichtung der beiden grossen westlichen Gebirgsketten, der
kalifornischen Sierra Nevada und der Kocky Mountains, wird ihre
Lage wesentlich beeinflusst. Auch ist die Flora der östlichen Staaten
am atlantischen Meere durch eine allmälige Abstufung des Klimas
mit den nördlichen Wäldern verbunden und kann eine so abgesonderte
Stellung, wie China, nicht in Anspruch nehmen. Wie in der
östlichen Hemisphäre, zieht sich eine breite Waldzone durch den
ganzen westlichen Kontinent von der Behringstrasse bis Newfoundland
und sodann südwärts bis Florida nnd zur Mündung des Missisippi.
Mit dem Mittelmeergebiete lässt sich die schmale, westliche
Küstenzone Kaliforniens wegen ihrer regenlosen Sommerperiode
vergleichen, und den Steppen entsprechen die Prairien zwischen
der Sierra Nevada und dem Missisippi bis zum Wendekreise in
Mexiko.
Im Allgemeinen ist unter gleichen Parallelkreisen das nordamerikanische
Waldgebiet kälter, als das der alten Welt. Man hat
den Unterschied zwischen der europäischen West- und der amerikanischen
Ostküste wohl auf zehn Breitengrade angeschlagen, und
soviel beträgt derselbe wirklich an einzelnen Orten, im höheren
Norden noch mehr, anderswo weniger. Wenn man New York (41^*
N. B.) und Brüssel (51^) zusammenstellt, zwei Orte, die in ihrer
Jahreswärme übereinstimmen (8^4 und 8^3), erhält man in der