
aufschlugen, die Füchse zu vergleichen. Ihre Nahrung besteht in "Vögeln
(besonders Tauben, Thinocorus, Tinamotis, Crypturus etc.), jungen
Rehen und Vicunas, Lämmern etc. Wie die europäischen Füchse, so
schleppen sie Alles, was sie finden, in die Höhlen zusammen, wie es
scheint, vorzüglich zum Spielen für die Jungen. W i r fanden in einer
Fuchsgrube ein Stück von einem hölzernen Steigbügel, einen Sporn
und ein Messer mit der Scheide, Gegenstände, welche wahrscheinlich
ein Reisender verloren hatte. Wenn man einen Fuchs in der Ebene
trifft, so läuft er nie gerade fort, denn zu Pferde wird er leicht eingeholt,
sondern springt von einer Seite zur andern, indem er immer
etwas vorwärts rückt, bis er einen sichern Zufluchtsort findet. An
Bergabhängen aber ergreift er sogleich die Flucht, denn er scheint zu
wissen, dass seine Verfolgung daselbst erfolglos ist.
Sonderbar ist. die Eigenschaft dieses Thieres, dass es auf den
Hochebenen seine Losung immer nur mitten in die abgestorbenen Stöcke
der Punagräser (Stipa ichu) fallen lässt. Es lässt sich leicht zähmen,
behält aber seine diebische Natur immer bei und macht sich gewöhnlich
sehr bald an das Federvieb.
Geographische Verbreitung. Der Fuchs ist in allen Regionen, die
Cor dillerar egion nicht einmal ausgenommen, sehr gemein und erstreckt
sich über ganz Südamerika, vom atlantischen bis zum grossen Océan
und vom Aequator bis zur Südspitze Patagoniens. In der Küstenregion
lebt er meistens in der Nähe der Wein- und Raumwollenplantagen
und auf den Lomos. Sein Maximum erreicht er in der Punaregion ;
in der Waldregion ist er schon viel seltener, wenigstens haben wir
ihn nur einigemal gesehen. E r zieht also besonders das gemässigte, und
kalte Klima vor, denn während der heissen Monate zieht er sich von
der Küste nach der Sierraregion zurück, wo er bis zum Eintritt der
Garruas verweilt. Seine Erhebungsgränze ist sehr bedeutend, denn er
ist noch bei 16000' ü. M. gesehen worden.
9. Genus. IFEIJÏS® Linné.
Form, dent.: dent incis. dent lan. yEy, dent. mol. \ /o-
Der Kopf ist rund, die Schnauze nicht abgesetzt und stumpf; die
Ohren klein und zugespitzt; die Zunge rauh. Der Kôrpér ist schlank,
sehr biegsam, der Schwanz kürzer als der Körper. Die Vorderfdsse
haben fünf Zehen, die Hinterfusse vier ;•■ \die Nägel sind comprimirt,
stark, gebogen, sehr scharf nnd können in eine Scheide zurückgezogen
werden; die Sohlen sind behaart. Der Pelz ist meistens kurz und anliegend.
Die Schneidezähne sind einfach; die Kckzähne sind schlank, gebogen,
sehr scharf und haben gefurchte Seitenkanten. Die Lückenzähne
sind einfach, zwei jederseits in jedem Kiefer; der obere Reisszahn ist sehr
gross, der innere vordere Ansatz ist dick, die äusseren Zahnschneiden
sind dreieckig. Der untere) Reisszahn ist nur zweizackig, die Zacken
stossen auf der Ausscnseite mit der Basis aneinander, innen berühren
sie sich nicht, sondern sind schief ausgehöhlt. Der einzige Mahlzahn
ist klein, breiter als lang.
Von diesem von Linne' Syst. nat. 1735 aufgestellten Genus kommen
in Peru 7 Species vor, von denen wir hier folgende zu betrach-
ten haben.
1. F. CONCOLOR. Lin.
Die Färbung des ganzen Körpers ist röthlichgelb; auf dem Rücken,
besonders längs der Mittellinie und auf der oberen Seite des Schwanzes
sind sie etwas dunkler und liegen dicht an; ihre Basis ist röthlichgelb,
die Spitze schwarzbraun. Die Seiten sind etwas heller; Kehle,
Brust und Innenseite der vordem Extremitäten sind gelblichweiss, der
Bauch röthlichweiss. Die Aussenseite des Ohres ist schwarzbraun, die
innere weisslich. Auf der Oberlippe ist nach vorn jederseits ein schwarzer
Flecken. Die Schwanzspitze ist ohne Haarbüschel und schwärzlich.
Ganze Länge 5 ' 6® — Schwanz 1 ' 1 0 "— 2' 1 " M.
0 In den M.'55 von Hr. v. Humboldt p. 76 No. 69 befindet sich folgende Angabe, die sehr
wichtig ist, da sie auf eine noch unbekannte Species von Felis hinzuweisen scheint.
. »El leoncito, der kleine Löwe, ist von Fi concolor verschieden. F. concolor vom Orinoco ist
grösser als ein Tiger (F. onza), hat eine dumme Physiognomie und ist dem Menschen nur gefährlich,
wenn man ihn stark reizt. Der kleine Löwe ist kaum 18 Zoll hoch. Maxifia snpefior:
entes primores sex, approxiraati quornm 4 intermedii 2 laterales triplo crassiores 4 </2 lin. lon-
gas; dentes .laniarii remoti ab incisoribus, molaribus approximati, conici 13'lineares. Molares
utroque latere tres quorum ultimus 4 cuspidatus, antecedens yix 3 cuspidatus et primus laniariis
proximus minimus unicuspidatus. Die Krone des letzten Zahnes ist 9 " ', die des, vorletzten 6 " ‘
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