
1. Genus. TAIPflMfJS© Briss.
Form. dent.: Dent. inc. -§"? dent. lan. dent. mol. |r r |.
Der Kopf ist lang', seitlich comprimirt 5 die Nase rüsselförmig' verlängert;
die Ohren sind spitzig, lang und bewegliche Der Körper ist
plump, dich mit Haaren besetzt; der Schwanz ist sehr kurz; die Vorder-
füsse haben vier, die hintern drei Hufe.
Im Oberkiefer sind die beiden äussern Schneidezähne eckzahnförmig
und spitzig; die vier mittlern schneidend; die entsprechenden des
Unterkiefers sind ähnlich, die beiden äussern aber viel kleiner. Die Eckzähne
sind comprimirt. Der erste Backenzahn ist klein, dreieckig und
mit einem innern hintern Höcker versehen; alle übrigen sind länglich
viereckig, so dass im Oberkiefer der Quer-, im Unterkiefer der Längen-
durchmesser der längere ist. Sie bestehen aus zwei neben einander liegenden,
nach hinten etwas gebogenen Querleisten, die, nach aussen und
innen breiter werdend, sich in abgerundete Höcker endigen. Die Von
diesen Leisten eingeschlossene Mahlfläche ist sehr concav, nach innen
olfen, nach .aussen durch eine Querleiste geschlossen. Eine Basalleiste
umgibt jeden Zahn und erweitert sich nach vorn und aussen in einen
kleinen Höcker.
Im Unterkiefer ist der erste Backenzahn dreihöckerig, die übrigen
längsviereckig; sie werden von zwei parallelen, nach vorn etwas gebogenen
Leisten gebildet. Die Mahlfläche ist coücav, nach aussen
und innen geöffnet; die Basalleiste rudimentär, nach vorn etwas erweitert.
Brisson Regn. Anim. p. 119 gebrauchte zuerst den Namen Ta-
pirus als Gattungsnamen; er wurde bis auf die gegenwärtige Zeit für
die nämlichen Formen gebraucht, doch hat sich auch die Wuth, nfeue
Genera zu machen und Namen umzuändern, an dieser Gattung, wiewohl
erfolglos', vergriffen. Wagler Syst. Amph. p. 19 trennte vom
gemeinen Tapir, unter dem Namen Rhinochoerus, die von Dr. Roülin
nieder aufgefundene zweite südamerikanische Art. Die Gattungs-
Charaktere aber sind zu unbedeutend, als dass eine generische Trennung
der beiden Species zulässig wäre.
I . T. AMERICANUS. Desm.
Die Färbung des ganzen Körpers ist schwärzlich graubraun, welches
an den Seiten des Kopfes, besonders aber am Halse und an der
Brust, heller ist. Die Füsse und der Schwanz sind gewöhnlich etwas
dunkler als der Körper, eben so die Mittellinie des Rückens und der
Nacken. Die Ohren sind weisslichgrau gesäumt. Der Körper der
Jungen ist während des ersten Jahres mit unregelmässigen weisslichen
Flecken besetzt, auch sind der Olrisaum, die Backen und die Brust
heller als bei den Alten. Der Pelz ist anliegend, steif und kurz; am
Hinterkopfe und Nacken, bei einigen bis zwischen die Schulterblätter,
etwas länger und steifer.
Folgende Ausmessungen sind von einem sehr grossen Exemplare
genommen: Länge von der Schnauzenspitze zur Schwanzwurzel 6' 7",
des Schwanzes allein 3 " 3 //;. Höhe zum Widerrist 3 ' 6 ". Länge
der Ohren 4".
Die ältesten Schriftsteller über Südamerika führen den Tapir unter
dem spanischen Namen Anta oder unter dem mehr oder weniger co-
rumpirten brasilianischen Tapirete an. Dem um die Naturgeschichte
von Brasilien zu seiner Zeit so hoch verdienten Marcgrave von Liebstad
verdanken wir die erste etwas detaillirte Beschreibung und eine
Abbildung. In Linne Syst. Nat. XIII. I. p. 216. 1 ist er als Tapir
amcricanus aufgeführt; in Blumenbach’s Handbuch der Naturgeschichte
5. Ausg. p. 123 als Tapir suillus. Ausgezeichnete Beobachtungen über
die Lebensweise haben Azara Apunt. Quadrup. p. 1, der Prinz Maximilian
zu Neuwied Beitr. II. p. 530, Rengger Paraguay p. 314 mit-
getheilt, wodurch die Naturgeschichte dieses Thieres sehr aufgehellt
wurde.
2. T. VILLOSÜS. Wagn.
Der Körper ist schwarzbraun; die Hälfte der Oberlippe, der Saum
der Unterlippe und das Kinn sind weiss; die Ohren haben ebenfalls
eine weisse Einfassung. Jederseits auf dem Kreuze ist ein fahler, aber
nicht schwieliger Flecken. Der Rüssel und der Hals sind walzig,
ohne Ringeln. Der Pelz ist dicht, lang und an der Basis heller als
nn der Spitze.