
abgemessen. Die beiden Species, von denen wir hier sprechen, leben
meistens auf Bäumen und nähren sich von Insekten, vorzüglich von
Ameisen. Sehr selten steigen sie auf die Erde; nur einmal haben wir
früh Morgens eine M. tetradactyla schlafend nehen einer Quelle unter
einem Strauche getroffen. Sie lag seitlich, mit eingerolltem Körper,
den Schwanz nach vorn gebogen. Aufgeschreckt, suchte sie sogleich
den nächsten Baum Zu ersteigen, was aber mit vieler Mühe und langsam
ausgeführt wurde.
M. tetradactyla ist über das ganze warme Südamerika östlich von
den Binnencordilleras verbreitet; sie wird durch ganz Peru in der
Waldregion gefunden. M. didactyla hat einen viel beschränkteren Verbreitungsbezirk;'
hei 10 ° S. B. ist ihre Südgränze in Peru; die Nord-
gränze ist noch nicht bekannt, doch steht zu vermuthen, dass sie bis
6 ° nördlich vom Aequator getroffen werde. Die verticale Verbreitung
beider Species hat bei 20001 ü. M. ihre Gränze.
. SIEBENTE ORDNUNG*
irte fthäuter*
'Wir haben von den Affen bis zu den Ameisenfressern eine absteigende
Reihenfolge von Ordnungen hinsichtlich der Entwickelung des Zahnbaues
näher betrachtet, welche aber alle sich dadurch zu einer grossen Abtheilung
vereinigen, dass sie freie, höchstens durch eine Membran verbundene,
mit Nägeln bewaffnete Zehen und für, jede derselben einen eigenen
Mittelfuss- oder Mittelhandknochen haben; mit der Ordnung der Dickhäuter
beginnen wir in aufsteigender Reihe die zweite Abtheilung der
Säugethiere, deren Zehen nagellos und von einem Ilufe oder blos mit Haut
umgeben sind und in ihrer Zahl von ein bis fünf variiren. Ihr Zahnbau
zeigt grosse Verschiedenheiten. Bei den Dickhäutern fehlen sehr häufig
die Schneide- oder Eckzähne, nur die Backenzähne sind constant. Die
Zahl der Zehen ist zwei Ins fünf, die Haut meistens sehr dick und spärlich
mit steifen, seltener mit zahlreichen und weichen Haaren besetzt.
Zu diesen äussern Charakteren kommen noch der Mangel des Wiederkäuens
und ein an seiner hintern Seite nicht völlig geschlossener knöcherner
Augenring.
Auch bei dieser Ordnung sind die einzelnen Familien sehr abweichend
gebildet, so dass eine genauere Ordnungs.trennung sich vollkommen
rechtfertigen lässt. Es kommen nur zwei Familien in Peru vor,
deren geographische Verbreitung sich ausschliesslich auf den Oststrich
beschränkt und in diesem, eine einzige Species ausgenommen, nur auf
die untere Waldregion. Jede Familie ist nur durch ein Genus und jedes
Genus durch zwei Species repräsentirt; drei von diesen vier Arten sind
durch das ganze östliche Südamerika bis zu 35 0 S. B. verbreitet,
während nur eine dem mittlern und nördlichen Theile von Südamerika
cigenthümlich ist.