
(die schwarze Laguna, so genannt, weil sich auf ihrer Oberfläche im»
merfort eine Schichte flüssigen Erdpechs hefindet) an einem einzeln
stehenden kegelförmigen Kreidefelsen mehrere ganz schwarze Viscachas,
von denen wir eine verwundeten, aber nicht erhalten konnten. Es
scheint uns diese Färbung eine blose Spielart zu sein, denn ein paar
tausend Schritte davon waren an andern Felsen eine grosse Menge
von L. pallipes.
Anmerkung. Nach einem auf den Hochebenen des südlichen. Peru gefundenen
Schädel eines Nagers stellt Hr. Meyen Nov. Act. Ac. Caes. Leop. XVI. II. p. «$.97
eine neue Gattung von Hasenmäusen auf, deren Zahnbau er folgendermassenbeschreibt:
Schneidezähne sehr lang und schm a ld ie vordere Fläche am. äusseren Rande
ganz abgerundet. An der Spitze bildet die Abstumpfung auf der hintern Seite eine
dreieckige Fläche. Jeder Backenzahn aus zwei fast dreieckigen Knochenstücken bestehend,
die nur auf der innern Seite durch eine Schmelzleiste verbunden sind und
daselbst an ihrem Vereinigungspunkte eine kleine Einbiegung machen. Auf der äus-
sern Seite stehen die zugespitzten Knochenstücke ganz frei,,als. wenn jeder Zahn aus
zwei für sich bestehenden gebildet würde. Die Richtung der Backenzähne ist nicht so
schief, wie bei Lagidium und den übrigen Gattungen, sondern es bildet ihr Breitendurchmesser
einen rechten Winkel mit der Richtung der Alveolenreihe.
Hr. Meyen vermuthet, der Schädel gehöre einem Thiere, welches er'von Ferne
gesehen hat, und characterisirt es als eia niedriges, langgestrecktes, wieselartiges
Thier mit langem, am Ende gehuschtem Schwänze, den es aufrichten kann. Er
nennt es Galea musteloides.
W ir können diese von Hrn. Meyen ausgesprochene Ansicht durchaus nicht thei-
len, da wir allen Grund haben zu glauben, dass diese kleinen, flüchtigen Thierchen,
von denen er spricht , nichts anders als unsere Mustela agilis sind und der Schädel
einem ganz andern Thiere angehörte, welches von den Frettchen überwältigt und verzehrt
wurde.
Dritte Familie. PSAMIQRYCTUXA. Wagn.
4. Genus. ©CTTOSBOjV« Bonn.
? Der Kopf ist ziemlich rund, die Ohren sind mittelgross, ah gerundet
und nackt. Der Körper mehr untersetzt als schlank. Die Hinter-
fiisse sind etwas länger als die ^ordern (der Hinterfuss viermal länger
als der vordere).; alle haben fünf Zehen- mit spitzigen und schwach
gebogenen Nägeln, nur der dünne Nagel des Vorderfusses nur ist platt.
Die Länge des Schwanzes beträgt % der Körperlänge; er ist ringförmig
beschuppt, schwach behaart, mit einem Haarbüschel an der
Spitze. Der Pelz ist ziemlich trocken und nicht weich.
Die Schneidezähne sind glatt, die ohern etwas breiter und stärker
gebogen als die untern. Die Backenzähne sind einfach und an ihrem
Rande mit einer schwachen Schmelzlciste eingefasst, aber in beiden
Kiefern von verschiedener Gestalt; im Oberkiefer sind sie hammerförmig
und lassen sich durch eine tiefe Einbiegung der Schmelzleiste
auf der innern Seite in eine vordere quere und eine hintere Längenportion
eintheilen; die erstere steht schief von vorn und aussen nach
hinten und innen. Die Ausdehnung der zweiten Portion in der Länge
ist so gross, wie die der erstem in die Quere; ihr äusserer Rand ist
gerade, der innere stark nach innen gebogen. Der letzte Zahn ist der
kleinste, seine vordere Portion ist etwas grösser als die hintere. Im
Unterkiefer haben die Mahlflächen durch entsprechende Einkerbungen
an der Schmelzfalte die Form von einem schiefstehenden 8 und lassen
sich ebenfalls in zwei Portionen eintheilen, deren Richtung schief von
vorn und aussen nach hinten und innen ist. Die vordere Portion ist
etwas breiter als die hintere und der innere Winkel der beiden spitziger
als der äussere. Beim hintersten kleinsten Zahne ist nur die innere
Einkerbung der Schmelzfläche deutlich, die äussere ist ganz verschwunden.
Die Mahlfläche aller Backenzähne ist etwas concav.
Bennet stellte in den Proceed. Z. S. II. p. 1852 auf ein von Cumming
aus Chile mitgebrachtes Individuum gestützt die Gattung Octodon auf.
Ein Jahr später machte Meyen, Bcnnet’s Arbeit wahrscheinlich nicht
kennend, aus einem Exemplare, welches er aus der Umgegend von
Valparaiso erhalten hatte, seine Gattung Dendrobius. Nov. Act. Acad.
Leop. XVI. p. 600. Auf tab. 40 steht wohl nur als Druckfehler Den-
droleitts. Einige Notizen über die Anatomie theilte W. Martin Proceed.
Z. S. IV. p. 70 mit, woraus auch die Trennung von Myoxüs, womit
sie P ro f Poeppig und Meyen zusammenstellten, erhellt.
1. O. CUMMINGII. Benn.
Der Grundton des ganzeu obern Theiles des Körpers ist gelblich
graubraun; am Nacken und Kopfe mehr röthlich, mit schwarz unter