
nür noch für die Thiere beibehalten, welche durch die angeführten
Charaktere vereinigt werden. Unter den verdienstvollen Arbeiten,
welche in neuester Zeit eine Erleichterung des Studiums dieser sehr
speciesreichen Gattung durch natürliche Subgenera bezweckten, gehört
der von Keyserling und Blasius die grösste Anerkennung, da in derselben
die europäischen Arten scharf nnd richtig in natürliche Gruppen
zusanunengebracht sind und dadurch auch für die exotischen die Bahn
gebrochen ist. Im Gegensätze zu dieser Arbeit missglückte ein ähnlicher
Versuch Von Hrn. Gray An. of Nat. Hist. X. p. 252 gänzlich,
da er ohne alle kritische Würdigung des Materiales und der Vorarbeiten
ausgefiihrt ist.
Von dieser ansgedehnten Gattung können wir nur zwei Arten aus
Peru aüfliihren.
1. V. INNOXIUS. Gervais.
W ir kennen diese Species nicht aus eigener Untersuchung und
können also nur das angeben, was die Naturforscher der französischen
Corvette la Bonke (Voy. de la Bonite p. 5 6 , tab. H , fig. 7—9) davon
sagen. Die Färbung des Thieres ist schwarzbraun und die Grösse die
der V. pipistrella; es soll grosse Aehnlichkeit mit Vesp. ruber Geoff.
(D’Orbigny Voy. dans 1’Am. Mérid. Mam. tab. 11, fig. 5 , 6 ) haben.
Die Zahl der Backenzähne ist p |P also die dér Abtheilung der Sero-
tinoides. Eine Abbildung des Thieres ist nicht gegeben, sondern nur
die des Schädels in drei Ansichten. Das einzige Exemplar wurde bei
Amatope in Nordperu getroffen.
2. V. VELATUS. Fischer.
Auf dem Bücken dunkelbraunschwarz; die Basis der Haare dunkelgrau,
am Bauche graubraun, nach hinten etwas lichter; Flughaut
schwärzlich. Die Ohren sind gross, nach aussen wie ausgCrandet,
was von den Längefaltcn herrührt, von denen zwei an der innen»
Seite des Ohres verlaufen. Die Ohren stossen auf dem Scheitel mit
der Basis zusammen, ohne jedoch verwachsen zu sein. Die Klappe
ist beinahe eben so lang als das Ohr und an der Wurzel gelappt.
Der Schwanz erreicht zwei Drittel der Körperlänge und ist ganz von
iS
Isid. Geoffroy St, H. Ann. des Sc. Nat. III, p. 446 machte diese
Species als Plecotus velatus bekannt und gab später in Guerin Mag.
de Zool, 1852 tab. 2 eine gute Abbildung davon. Er führt sie als
häufig in Brasilien an. Backenzähne sind vorhanden und nicht
wie oft irrigerweise angegeben wird.
Lebensweise und geographische Verbreitung, Die Lebensweise von
V, velatus stimmt m it der unserer europäischen Arten ganz überein
und verirrt sich, wie diese, zuweilen in die Wohnungen. Auch in
Peru herrscht die, wahrscheinlich von den Spaniern mit herüber
gebrachte, sonderbare Ansicht, dass die Fledermäuse den Menschen
gleich nach dem Kopfe fliegen, uro sich in den Haaren einzunisten.
Die geographische Verbreitnng von V. velatus ist sehr ausgedehnt,
denn sie kömmt in Brasilien, Guyana, Bolivia und Peru vor, und
zwar nicht speciell an die heisse Waldregion gebunden, sondern in
allen Strichen, im mittleren sogar bis zum Beginne der Sierraregion,
denn wir haben ein Exemplar in einer Hacienda auf einer Höhe von
11,000' ü. M. gefangen, und nach Aussage der Indianer soll sie in
mehreren Dörfern noch viel höher Vorkommen, wenn sie nicht mit
einer andern Species verwechselt wird. W ir kennen aber, wie oben
bemerkt; nur drei Arten, die so hoch hinaufsteigen, nämlich noch
Noc. affinis und Mol. fumarius, von denen aber der V. velatus der
gemeinste ist. W ir haben unter vier Exemplaren gewöhnlich drei, von
dieser Species gefunden, so dass wir vermuthen, dass die beiden
übrigen nur zufällig auf diese bedeutende Höhe sich verirren. Soweit
unsere Kenntnisse reichen, ist der Verbreitungsbezirk von V. innoxius
sehr beschränkt, da er bis jetzt nur an einer einzigen Lokalität, und
zwar im nördlichsten Theile der Küstenregion gefunden worden ist.
4. Genus. SO C T IL IO » Linné.
Form, dent : dent inris- /f , -fi 1 ’ dent. Iao. {=}, dent mol. -f^f.
Der Kopf ist dick und rundlich mit aufgeworfener gerade abgenutzter
Schnauze. Die Oberlippe ist sehr stark entwickelt und in der