
laufe. Zuerst streicht sie in ganz nördlicher Richtung bis 15® S. B.
und bildet daselbst, indem sie ƒ ich etwas nach N. W . wendet, den
grossen Knoten von Cuzco. Die Küstencordilleras nimmt an dieser
Bildung nur durch einen schwachen Querzug Theil, welcher von
der Cordillera von Parinacocha nach IN. O. streicht, um sich mit
dem Knoten zu vereinigen. Dieser sendet nach Osten den Gebirgszug
, welcher die Provinzen Paucartambo und Calca trennt, einen
andern, diesem parallelen, zwischen den Provinzen Calca und Valle
grande, dann die zahlreichen kleinern Ostzüge von Urubamba; nach
Westen den die Provinzen Cotabamba und Ahancay scheidenden.
Der Gebirgsknoten von Cuzco setzt sich nach Westen als Binnen-
cordillera fort, biegt sich, vom Apurimac durchbrochen, mehr nach
Norden und streicht dann, der Küstencordillera ziemlich parallel
nach NN. W . Eine Querkette, über welche der Weg von Lima
nach Cuzco über den Pass von Ocros führt, verbindet die beiden Cordilleras
mit einander und trennt die Flussgebiete des Bio de Pampas
und des Rio Ancayacu oder Rio de Jauja. Zwischen 12 und 13®
S. B. in der Provinz Hnanta geht nach Osten die grosse Apurimac-
Querkette ab, welche von diesem Flusse durchbrochen wird und ihn
am rechten Ufer bis zu seinem Zusammenflüsse mit dem Rio de Chan-
chamayo begleitet, sich dann etwas mehr nach Osten wendend, den
Rio Paro erreicht, von diesem durchbrochen, nach Norden streichend,
und immer niedriger werdend, das rechte Ufer des Ucayalli begleitet
und sich unter 8® S. B., nachdem sie noch dem Bio Caco und Nam-
paboro Ursprung gegeben hat, in das waldige Flachland Brasiliens
■verliert.
Durch die Annäherung und endliche Vereinigung der Küsten- und
Binnencordilleras, zwischen 10 und 11° S. B., entsteht der Gebirgsknoten
von Paseo, dessen reiche Silbermetalle in einer, auf einer
Höhe von 13,258 Fuss gelegenen, volkreichen Stadt erbeutet werden.
Die erste und bedeutendste Querkette, welche von diesem Knoten nach
Osten streicht, ist die von Paucartambo, welche den Chauchamayo nach
Norden begränzt, östlich vom Chunchodorfe Nijandaris den höchsten
Punkt als Cerro de la Sal erreicht, sich am linken Ufer des Rio Perene
und dem vom Ucayalli fortsetzt und sich, nachdem sie noch nach Westen
die Sierra de San Carlos abgegeben hat, ebenfalls unter 8° S. B.
verliert.
Durch eine Dreitheilung löst sich der Knoten von Paseo auf; der
westlichste Gebirgszug ist die schon beschriebene Küstencordillera,
der mittlere trennt das Flussgebiet des obern Maranon und das des
Huallaga, vereinigt sich unter 6® S. B. mit dem östlichen Gebirgszuge
zum secundären Gebirgsknoten von Chachapoyas. Die dritte oder östlichste
Kette endlich, die niedrigste von allen, trennt die Flussgebiete
des Huallaga und Ucayalli, streicht näher dem erstem entlang und
bildet die Ostgränze der zwischen beiden Flüssen gelegenen Pampa
del Sacramento. Am untern Huallaga endet sie plötzlich ihre Richtung
von NN. O. unter einem starken Bogen nach NN. W . , wird beim
Pongo del Huallaga von diesem Flusse durchbrochen und tritt nun zur
Bildung des eben angeführten Knoten von Chachapoyas. Aus diesem
geht eine Gebirgskette von SS. O. nach Moyobamba ab, eine zweite
nach Norden als Fortsetzung des östlichen Zuges, wird zwischen Santiago
und San Bonja vom Maranon durchbrochen und verliert sich
jenseits desselben im Gebiete von Xivaro zwischen dem Rio Morona
und dem Rio Santiago. Eine dritte als Fortsetzung der mittleren Cordillera
streicht nach NN. W ., wird vom obern Maranon östlich von
Tomependa ebenfalls durchbrochen, setzt sich in ihrer Richtung fort
und vereinigt sich mit der Küstencordillera unter 4® S. B. zum Gebirgsknoten
von Lojas.
Betrachten wir noch für einen Augenblick das von den beiden
Cordilleras eingeschlossene peruanische Plateau, so werden wir zwar
finden, dass es vom Gebirgsknoten von Asangara bis zu dem von Paseo
ununterbrochen fortläuft und so als eine Fortsetzung des grossen bolivianischen
Plateau betrachtet werden kann. Diesem steht es nicht an
Höhe, wohl aber an regelmässiger Ausdehnung, besonders in der Breite
nach, wird mehrmals von Querketten unterbrochen, hängt nur gewisser-
massen durch Einschnürungen unter sich als Ganzes zusammen, und
kann leicht in mehrere Unterabtheilungen gebracht werden. Das südlichste
Plateau ist das von Quispicancha; ihm folgt das von Cotobamba;
durch seine Einschnürung dringt die südlichste Quelle des Rio de
Chiche, welcher mit dem Rio de Cangallos den Rio de Pampas bildet.
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