
Yerbreitungsbezirk hat, denn sie wird durch das ganze wärmere Südamerika
gefunden. In verticaler Richtung ist hei 5000' ü. M. ihre
Gränze. D. 9-cinctus, welche sich ebenfalls über einen grossen Theil
Von Südamerika ausdehnt, wird in Peru nur in den heissen Thälern
der Waldregion gefunden und ist viel seltener als D. tatuay.
3. Genus. B I IR J IIE IC O PH A G ^ Lin.
Der Kopf ist schmal, lang un<l spitzige die Ohren sind kléin und
rund, das Maul enge und die Zunge sehr lang, etwas plattgedrückt
und ausdehnbar. Der Körper is t. gestreckt und rund; der Schwanz
dicht behaart oder mit Schuppen besetzt und kürzer als der Körper.
Die Füsse sind niedrig, dié hintern schwächer und kürzer und haben
entweder vier oder fünf Zehen, die vordem zwei oder vier: Die
Nägel der letztem sind sehr lang, stark gebogen und spitzig, die der
erstem etwas schwächer. Der Pelz ist meistens rauh, trocken und
ziemlich lang.
Ein vollkommener Zahnmangel zeichnet diese Gattung aus. Die
Zunge, welche mit einem klebrigen Firniss überzogen ist, vertritt die
Stelle der Kauwerkzeuge.
Linné Syst. Nat. II. 4740 stellte die Gattung Myrmecophaga auf,
in die er drei genau geschiedene Species einreihte, welche schon durch
die ersten Reisenden in Südamerika bekannt wurden. W ir haben in
Peru nur zwei davon beobachtet, nämlich:
1. M. TETRADACTYLA. Lin.
Yon den Seiten des Halses beginnt ein schwarzer Streif, welcher,
über den Rücken nach hinten verlaufend, sich allmälig erweitert und
den ganzen hintern Theil des Körpers einnimmt. Der Kopf, der
Nacken, die Brust und die vordem Extremitäten sind schmutzig gelb-
lichweiss; vor jedem Auge sitzt ein dunkel schwarzbrauner Flecken.
An den Vorderfüssen sind vier Zehen, von denen die mittleren, sehr
lang und stark gebogen sind, die beiden äussern aber kurz. Der
Schwanz ist walzig, zugespitzt und kann zum Greifen benutzt werden.
An der Basis ist er schwarz, in der Mitte graulichweiss, ander Spitze
ganz grau.
Länge des Körpers 1' 10", des Schwanzes 1' 4:1/2//.
Linné Syst. Nat. XII. I. p. 324 gebrauchte für diese Species den
Namen D. tetradactyla, den wir auch beibehalten haben; er wurde von
Desmarest Mamif. p. 57, 491 in M. tämandua umgeändert. Die Abänderungen
in der Färbung, denen dieses Thier unterworfen, ist,, sind
sehr beträchtlich, doch bleiben die Farbenvertheilungen fast immer dieselben,
so dass es nicht leicht verkannt werden kann. Die Jungen
sind gewöhnlich viel weisser als die ältern, besonders am Nacken und
an der Brust. ■:— Die Kritik, welcher Azara, der diese Species Apunt.
Quadrup. p. 74 als Caguare beschreibt, die-Angaben der ältern Naturforscher
unterwirft und mit vieler Umsicht durchführt, sind sehr be-
acktenswerth, besonders die Bemerkung, dass diese Species von den Brasilianern
gar nicht Tamandua genannt werde, wornach also auch der
Name von Desmarest vermieden werden sollte.
2. M. DIDACTYLA. Lin.
Die Färbung des Rumpfes ist hell gelblichbraun ; ein schwärz*
licher Längsstreif verläuft über, die Mittellinie des Rückens und des
Bauches. Die untern zwjei Drittel der Haare sind graubraun, dann
folgt ein schmaler schwarzer Ring und diesem die gelbbraune Haarspitze.
Das ganze Fell zeigt einen Silberglanz.
Diese Beschreibung stimmt mit einer von Wagner Schreb. Supp.
IV. p. 211 beschriebenen Varietät überein, und wir möchten geneigt
sein, dieselbe als eigene Species zu betrachten, da in Peru nur diese
Färbung vorzukommen scheint. W ir haben zwar nie Exemplare von
dieser Species selbst erlegt, aber ein Paquet von 14 Fellen bei einem
Indianer, der eine grosse Vorliebe für das Fleisch, dieser Thiere
hatte, gefunden. Sie stimmten in der Färbung vollkommen unter einander
überein, allen aber fehlte der Kopf und den meisten die Gliedmassen.
Der Schwanz mass zwischen 7 -— 8 ".
Lebensweise und geographische Verbreitung. Nach der Entwickelung
der körperlichen Fähigkeiten müssten die Ameisenbären die Stelle
zwischen den Fäulthieren und Gürtelthieren einnehmen, denn sie stehen
hei ihnen auf einer höheren Stufe als bei erstem, aber auf einer niedrigem
als bei letzteren. Ihre Bewegungen sind ziemlich langsam und