
äussere constant dunkler, zuweilen schwarz. Die Kehle, der Hals
sowie die innere Seite der Schenkel sind weiss, variiren vom Gelblichbraunen
ins Röthlichgelbe. Am Halse befindet sich jederseits ein
dunkler Flecken und etwas weiter nach der Brust zu ebenfalls einer 5
sehr oft fehlen sie ganz, sowie sie auch hin und wieder bei jungen
Thieren verschmelzen und zwei förmlich parallellaufende Halsbinden
bilden. Die Füsse sind röthlichbraun, die Pfoten dunkler.
Körperlänge des grössten von uns gemessenen Exemplars 2 ' 5",
Länge des Schwanzes 14". Gewöhnliche Dimension des Körpers 2 ',
des Schwanzes l y 2".
Molina Sag. II. ed. p. 243 führte einen Fuchs aus Chile unter
dem Namen Culpea an, giebt aber keine Diagnose davon, sondern
bemerkt nur, dass er vom gewöhnlichen (europäischen) Fuchs nicht
unterschieden werden könne. Azara Apunt. I. p. 317 beschreibt ebenfalls
einen Fuchs aus Paraguay und er nennt ihn Aguarachay. Prinz
Max. Beitr. II. p. 338 seqq. führt denselben als Canis Azarae auf und
giebt eine gute Beschreibung davon. Bengger Paraguay p. 143 und
Waterhouse Zool. of the Beagle I. p. 14, tab. 7 fuhren ihn aus Paraguay
und Chile auf. Neuerdings will Lund (vide Wiegm. Archiv I.
1843) diese Species in zwei Arten trennen, und Prof. A. Wagner
nennt mit Bestimmtheit drei Species, die mit einander verwechselt und
als Canis Azarae aufgefiihrt worden seien. E r benennt sie C. melampus
W^agn., C. vetulus Lund und C. melanostomus Lund. W ir wagen es
nicht, abzuurtheilen, ob die von Hrn. Professor "Wagner angeführten
Merkmale wirklich zur Unterscheidung von Arten Stich halten werden,
da bis jetzt erst wenige Individuen dieser Species zu Grunde liegen
und wir dieselben auch nicht aus Autopsie kennen; wir wollen aber
aus unsern Beobachtungen Folgendes mittheilen:
Den von Azara, Neuwied, Bengger und W^aterhouse beschriebenen
Fuchs haben wir auch in Chile und Peru wieder gefunden, und
zwar so, dass die Beschreibung, die ein jeder von demselben giebt,
wieder auf den unsrigen passt. Es ist vielleicht keiner der angeführten
Naturforscher im Falle gewesen, eine solche Menge dieser Thiere zu
beobachten, wie wir; indem die Menge der von uns gesehenen und
grossentheils untersuchten ausgestopften Exemplare (siehe weiter unten)
die Zahl von 90 0— 1000 übersteigt, wobei wir sogar Serien von
72 Stück von verschiedenem Geschlcchte, Alter und Kleide zur Vergleichung
neben einander gehabt haben. W ir haben die Jungen aus
den Höhlen herausgeholt und gross gezogen und sind zu der Ueber-
zeugung gelangt, dass die Varietäten nach dem Alter und der Jahreszeit
bei der südamerikahischen Species eben so gross sind, als bei der
europäischen, und dass Farbenabändernngen von einförmig tief schwarzbraun
durch rothbraun, rostroth, gelblichgrau, silbergrau zu rein weiss
(albino) existiren. Trotz des angestrengtesten Nachsuchens haben wir
in der Färbung kein constantes Kennzeichen finden können, denn wenn
wir bei 2 5—30 Exemplaren einige zu haben glaubten, so folgten
wieder 5—6 , denen sie fehlten. Die in der Diagnose angeführte
Färbung ist jedoch die gewöhnlichste. Die Jungen vom nämlichen
Wurfe sind oft ganz verschieden, die einen sehr dunkel, die andern
hell gefärbt. Betrachten wir dabei noch die geographische Verbreitung,
so werden sich die Zweifel, welche wir in specifische Verschiedenheit
der von Prof. Wagner angeführten Arten setzen, rechtfertigen. Nur
die relativen Grössenverhältnisse können hier die Frage entscheiden.
Lebensweise. Die Indianer nennen den Fuchs Atoj, die Spanier
Zorro. E r ist in mehreren Gegenden beinahe zur Landplage geworden,
da er in den Haciendas sehr bedeutenden Schaden unter den Schaf-
heerden anrichtet. Jeder Hacendado setzt daher einen Preis auf die
Erlegung eines solchen Thieres und bezahlt den Schäfern för einen
alten Fuchs einen Hammel, für einen jungen ein Lamm; bei der Ablieferung
werden ihnen die Füsse abgeschnitten; die Schäfer balgen
sie aus, stopfen sie mit Wolle aus und hängen sie dann unter das
Dach der Haciendas.
Die Indianer stellen, wegen des guten Preises, den sie erhalten,
dem Atoj sehr nach und jagen ihn besonders mit Hunden. Eine grosse
Zahl ausgestopfter Füchse gereicht den Viehhaciendas zur Zierde und
man findet vielleicht keine, die nicht mehrere Stücke davon aufzuweisen
hätte. Oft sind die Dächer mit 80—90 Exemplaren gespickt, so dass
man in einem Tage, wenn man bei mehreren Viehhaciendas vörbei-
kömmt, ein paar hundert Füchse sieht. Es war unsere gewöhnliche
Abcndunterhaltung, wenn wir in einer solchen Wohnung Nachtquartier