
2. Subgenus. CHOERONYCTERIS. Lichtenst. Mus. Berol.
Deutes incisores superiores parvuli, per paria disposili, lacünä inter-
mediä distincti, compressi , hebetes, medii minore,s$ rostrum tenue, valde
productum ; lingua mollis, subglabra, haiid fimbriata, cauda nulla.
Die Zähne des Oberkiefers sind sehr klein und stumpf; sie stehen
paarweise, jederseits dicht an den Eckzahn gedrängt; der innere von
jedem Paare ist kleiner und von dem ihm entsprechenden durch einen
freien Raum getrennt, in welchen sich die Oberlippe hineinwölbt. Im
Unterkiefer sind sehr wahrscheinlich auch vier Zähne vorhanden, die
aber frühe verloren gehen und wenn sie auch vorhanden sind, durch
die sehr entwickelte Unterlippe ausser Funktion gesetzt werden. Die
Eckzähne sind stark, sehr spitzig; die innere Fläche platt, schwach
gefurcht; die äussere convex mit einer ziemlich scharfen Kante; eine
Basalleiste ist nicht zu bemerken. Die Lückenzähne sind stark com-
primirt und haben eine mittlere starke und eine vordere und hintere
kleinere Spitze. Der erste ist der kleinste und steht dicht am Eckzahn;
der zweite ist grösser und steht isolirt; der dritte ist der stärkste und
lehnt sich an den ersten Mahlzahn an; seine vordere Zacke ist grösser
als die hintere, die mittlere dreimal so lang als die vordere. Die
wahren Backenzähne stehen dicht aneinander. Die beiden erstem haben
eine vordere; grössere, viereckige Portion und einen hintern Höckeransatz.
Am vordem äussern Winkel von ersterer ist ein dreieckiger
Höcker; von diesem schlägt sich der Zahnkranz hufeisenförmig schief
nach innen, hinten und aussen; die von ihm eingeschlossene Kaufläche
bildet ein ausgehöhltes queres Viereck; der Höckeransatz hat
zwei äussere und eine innere Zacke; der letzte Backenzahn ist klein,
dreieckig mit einer vorderen, mittleren und hinteren Zacke.
Im Unterkiefer ist der erste Lückenzahn grösser als der entsprechende
obere und zweispitzig; der zweite und dritte sind gleich gross,
etwas niedriger als der erste, aber mehr in die Länge gezogen; der
mittlere steht ebenfalls isolirt. Bei Glossophaga finden sich auf der
Kaufläche zwei Paar hinter einander liegende zugespitzte Höcker und
ein einfacher vorderer Zackenansatz, so dass . die Zähne von der Seite
gesehen drei spitzige Zacken haben; bei Choeronycteris sind aber deren
nur zyvci, denn der vordere Ansatz wird nur durch einen kleinen
stumpfen Höcker gebildet; die hintere Fortiori hat aber ebenfalls zwei
Paar Höcker, von denen das vordere grösser und spitziger ist als das
hintere. Der letzte Backenzahn ist wie die beiden vorhergehenden
gebildet, nur ist er kürzer und niedriger.
W ir hatten in unsern Reisenotizen die peruanische Form dieses
Subgenus als Rhinchonycteris peruana aufgefuhrt; bei der Untersuchung
der Handflügler des Museums in Berlin fanden wir eine als Choeronycteris
opercularis bezeichnete verschiedene Species aus Mejico vor.
W ir behalten, um etwaige spätere Namen Verwirrung zu vermeiden,
für das Subgenus die bezeichnende Benennung Choeronycteris und
geben von beiden noch unbekannten Species folgende Diagnose:
1. CH. PERUANA. Tsch. tab. 5 , fig. 1 u. 2.
Ch. supra saturate fuliginose-fusca, pilis basi albidis apice fuscis,
subtus bruneo - caneseens, pilis basi canis9 apice bruneisy prosthema teparvo,
trigono - lanccolato; alis nigris; antibrach io longitudinis usquam ad dimi-
dium piloso; patagio interfemörali nullo; unguibus bruneo flavescentibus.
Das Fell dieser Species ist sehr weich; die Farbe des Rückens
und Kopfes ist fein russbraun, zwischen den Flügeln und nach dem
Steisse zu etwas dunkler als auf dem .vordem Tb eil des Körpers; der
Bauch ist heller, mehr ins hellgraubraune übergehend, was von der
lichtgrauen Bäsis der Haare herrührt; die Flügel sind ganz schwarz; die
Vorderarme bis zur Hälfte behaart, und zwar sowohl auf der innern als
auch äussern Seite. Die Hinterfusse sind sehr kurz und ohne Zwischenschenkelflughaut;
auf der äussern Seite setzt sich die Handflughaut etwa
Vi oberhalb der Fusswurzel an; auf der Innenseite verläuft längs jedes
Schenkels eine sehr schmale ganz behaarte Hautfälte; borstige Haare
bedecken den Mittelfuss und die Basis der Zehen. Die Nägel sind fein
gebogen, alle gleich lang, sehr scharf und gleichmässig braungelb. Das
Nasenblatt ist dreieckig, hat eine breite Basis und ist dick, aber kurz.
Die Länge von der Schnauzspitze bis zum Steiss beträgt 3 " , des
Kopfes 10% des Vorderarmes 1 " 8 "';^die Flugweite l l 1/^'.
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