
laufen dunkel braungraue Querbinden, die auf dem Innern Fabnenbarte
deutlicher sind; dieser ist am Rande sammtartig, weiss. Der äussere
Fahnenbart ist beinahe wie der Rücken gefärbt. Die Grundfarbe des
Schwanzes ist etwas heller als die des Rückens; Tier bis fünf dunkle,
ziemlich schmale Querbinden Terlaufen über denselben. Das Gesicht
Ist bräunlichweiss; am Innern Augenwinkel sitzt ein ziemlich grosser,
halbkreisförmiger, schwarzer Flecken. Der Gesichtskreis ist rostroth;
die einzelnen Federchen sind abgerundet, mit weissem Saume an der
Spitze, schwarzem Schafte und schwarzen Flecken längs desselben.
Die Kehle und die untern Schwanzdecken sind weiss, Rrust und Unterleib
weisslichgelb, mit unregelmässigen, schwarzen Querzeichnungen
und weissen, kleinen Flecken. Die Schienen und ganz befiederten
Läufe sind hell ocherfarben.
Der Schnabel ist weisslich hornfarben, der Unterkiefer mehr gelb.
Die Zehen gelblichbraun, mit ziemlich starken, weisslicfaen Borsten besetzt
» Die Nägel dunkelbraun, mit hellem Spitzen. Iris hellbraun.
Ganze Länge 1' 4 ", Schnabel I " 7*/,", Tarse 2 " 5"', Flügel 1'.
Verhältniss der Tarse zum Flügel 1 : 5,5.
Lebensweise. So wie im äussern Habitus die Strix perlata mit
unserer europäischen Strix llammea übereinstimmt, so verhält es sich
auch mit der Lebensweise. W ir haben die Knien sehr häufig in den
Plantagen der Küstenregion beobachtet, wo sie in Lächern von hohen
Mauern nisteten. Längere Zeit hielten wir sie lebend, sie blieben aber
immer sehr scheu und schrien fortwährend bei der leisesten Annäherung.
Ihr Heisshunger war ausserordentlich; sie frassen den ganzen
Tag, so lange ihnen Fleisch vorgelegt wurde. Lebende Tauben überwältigten
sie sehr leicht und verzehrten sie in kürzester Zeit. Sie
pflanzen sich auch in der Gefangenschaft fort.
U S
ä w e i t ®
Singvögel.
W ir nehmen diese Ordnung in der Ausdehnung, wie sie von den
ältern Ornithologen aufgestellt wurde. Es sind freilich die verschiedenartigsten
Vögel darin vereinigt, die naturgemäss nicht bei einander
stehen bleiben können. Von den mannigfaltigen Versuchen, die schon
gemacht wurden, sie in grössere natürliche Gruppen einzutheilen, ist
keiner befriedigend ausgefallen; denn die einzige unumstössliche Basis,
die genaue Kenntniss und richtige Würdigung des Innern Baues, ist keinem
von ihnen zu Grunde gelegt. Der beschränkte Raum dieser Fauna
erlaubt uns £nicht, hier in unsere Ansichten über die zweckmässigste
Eintheilung dieser Ordnung einzutreten; wir haben diesen Gegenstand für
eine eigene Arbeit aufgehoben. W ir begnügen uns für jetzt, die ihrem
äussern Habitus nach verwandten Vögel in Familien zusammenzufassen;
wie sie auf einander folgen, ist ganz gleichgültig, denn jede F amilie
bildet ein für sich abgeschlossenes Ganze, das nicht etwa zu einer andern
Familie einen Uebergang bildet und ein Glied ist, das in einer
grossen Kette fehlen dürfte, sondern mannigfaltige Verwandtschaften
mit vielen Familien zeigt. So lange nur ein einzelnes Organ, sei es
der Schnabel, die Füsse, die Schwingen etc., als Hauptcharakter für
eine Classification genommen wird, so lange werden sich die Systematiker
in der grössten Verlegenheit sehen, wie sie ihre Ketten zusammenknüpfen
sollen. Die Charaktere der Familien gehen aus denen der
Genera hervor; wir übergehen desshalb jene, da vorausgesetzt werden
muss, dass denen, die das vorliegende Werk benutzen, dieselben hinlänglich
bekannt seien.
Erste Familie. CAPRIMULGIDiE.
Ziegenmelker.
1. Gen. IfVCTIBIUS* Vieill.
I . N. CORNUTUS. Lafr.
Die Grundfarbe des obern Theiles des Körpers ist braun, mit
vielen hellem und dunklem Längsstreifen und undeutlichen queren.
16*