
»H. bidentatus Vig. unterscheidet sich von H. diodon Vig., ausser
der verschiedenen Färbung des Gefieders, auch durch die des Schnabels
(siehe oben) und durch das Verhältniss der Fittigfedern.
»Die dritte, vierte und fünfte Fittigfedern sind die längsten; die
vierte die längste, die dritte etwas kürzer und wenig länger als die
fünfte, welche bedeutend länger als die zweite ist.
»Bei H. diodon ist der Schnabel einfarbig dunkel. Die dritte und
vierte Fittigfedern sind die längsten; die vierte ist die längste, die dritte
nur unbedeutend kürzer und bedeutend länger als die fünfte, welche
wenig länger als die zweite ist.« Cabanis.
Lebensweise. Der H. bidentatus ist in Peru ziemlich selten und
von uns nur in den niedern Waldregionen gefunden worden. Er ist
kühn und tapfer und wagt sich sogar an Vögel, die grösser sind als
er selbst, z. B. an die Penelope adspersa. Nach dem Morphnus har-
pyia wird er von den Indianern am meisten gefürchtet; denn die Hartnäckigkeit,
mit der er ihrem Federvieli nachstellt, ist so gross, dass
er die Umgegend eines Rancho nicht eher verlässt, als bis das letzte
Huhn seine Beute geworden ist. Da er sehr scheu und vorsichtig ist,
so wird er sehr selten erlegt. Nest und Eier haben wir nie gesehen.
9. Gen. FAILC©® Lin.
Schnabel kurz, gedrängt, von der Basis an gebogen; Firste abgerundet;
Kuppe spitzig. Die Tomienränder des Oberkiefers sind mit
einem oder zwei Zähnen bewaffnet, die des Unterkiefers ausgeschnitten.
Die Nasenlöcher sind rundlich, mit einem Knochenkerne versehen. Die
Flügel sind lang, reichen wenigstens immer* bis zur Schwanzspitze.
Die beiden ersten Fittigfedern sind am innern Fahnenbarte stark ausgeschnitten;
die zweite ist die längste. Die Tarsen sind stark, von
mittlerer Länge, mit einem netzförmig beschuppten Laufrücken. Die
Nägel sehr stark, spitzig und stark gekrümmt. 1
1. F. FEMORALIS. Temm.
Scheitel und Nacken sind dunkel schiefergrau; vom Schnabelwinkel
an beginnt eine breite schiefergraue Binde,, welche sich unter dem Auge
in der Mitte in zwei Schenkel theilt, von denen der obere zur Ohrgegend,
der untere seitlich längs der Kehle verlauft. Unter jedem
Auge ist eine falbe Binde, welche, röthlicher werdend, ein Nackenband
bildet. Die Kehle, der vordere Theil der Brust und der Zwischenraum
zwischen beiden Schenkeln sind rein weiss; bei den Weibchen
und im Jugendkleide gelblichweiss. Rücken und Flügel sind
graubraun; jede einzelne Feder mit einem leichten weisslichen Saume.
Die Fittig- und Schwungfedern sind dunkelbraun, auf dem innern
Fahnenbarte mit regelmässigen weissen Flecken, die, von der untern
Seite gesehen, weisse Binden bilden. Die grossen obern Deckfedern
haben einen ziemlich breiten weissen Rand an der Spitze. Ueber den
Schwanz verlaufen zahlreiche schmale weisse und dunkel schwarzbraune,
breite Querbinden. Die Spitze ist weiss.
Der hintere Theil der Brust ist gelblichweiss, mit schmalen
schwarzen Längsstreifen. Die Weichen und der mittlere Theil des
Unterleibes sind schwarz, mit schmalen, weissen Querstreifen. Der hintere
Theil des Unterleibes, die untern Schwanzdecken und die Schienen
sind rostroth.
Die Zügel sind mit feinen, borstenähnlichen Federchen, die an der
Basis weiss, an der Spitze schwarz sind, besetzt. Die TVachshaut ist
gelb; der Schnabel an der Basis gelb, im übrigen Verlaufe hornblau.
Die Tarsen sind lebhaft gelb, die Nägel schwarzbraun. Die Iris gelb.
Ganze Länge 1' 3", Schnabel 1" 1'", Tarse 1" 9'". Verhältniss
der Tarse zum Flügel 1 : 6.
»Die Art und "Weise, in welcher Hr. d’Orbigny diese Species ab-
handelt, muss die Vermuthung begründen, dass dieser Reisende viele
in seinem Reisewerke angeführte Vögel schwerlich während seiner
Reise gesehen und beobachtet habe, und bestimmte Zweifel gegen die
Wahrheit seiner Angaben überhaupt erregen. Hr. d’Orbigny citirt zuerst
ganz richtig Temminck pl. col. 121 und 343 ; statt aller Beschreibung
gibt er nur die Spix’sche lateinische Diagnose von Bidens femoralis
(Falco diodon Temm.), einem Vogel, der vom Verfasser an einer
andern Stelle seines Werkes selbst aufgeführt wird und mit Falco femoralis
Temm. auch weiter nichts gemein hat, als den Speciesnamen
»femoralis«. D’Orbigny begnügt sich hierauf noch hinzuzufügen, dass
die einzige Altersverschiedenheit in einer helleren Färbung der Jungen