
bis zum kupferfarbenen gesehen, Gesichtsfarbung, welche dem A. panis-
cus zugeschrieben wird, imd durch welche er sich vorzüglich nach
Angabe aller IVaturforscher von dem A. ater unterscheidet. Oft hätten
wir glauben können, nur nach der Farbe des Gesichts urtheilend, dass
eines von den getödteten Exemplaren A. ater, das andere A. paniscus
sei, wenn nicht beide Individuen aus der nämlichen Schaar und in der
nämlichen Stunde wären geschossen worden. Zwar können wir die
von A. v. Humboldt und dem Prinzen Max. zu Neuwied gemachte Bemerkung,
dass die Individuen einer bestimmten Species von Affen in
der Färbung sehr wenig variiren, aus eigener Erfahrung als vollkommlen
richtig bestätigen, möchten jedoch diesen Satz nur auf den behaarten
Körper beschränken, denn das eben angeführte Beispiel zeigt, dass er
für das Gesicht nicht gültig ist. Sehr viele andere Species beweisen
das Nämliche. W ir fuhren nur noch eine an: W ir besassen zwei
Cebus capucinus lebend, beide waren Männchen, von gleicher Grösse,
gleichem Alter und durchaus gleicher Färbung, der eine aber hatte ein
schwarzbraunes, der andere ein helles fleischfarbenes Gesicht.
Stellt man einen A. ater mit kupferfarbenem Gesicht und einen
A. paniscus neben einander und soll man sich strenge Rechenschaft
von den specifischen Unterschieden dieser beiden Arten geben, so sind
sie in folgenden Merkmalen festzustellen. Bei A. ater stehen die Augen
weiter auseinander, die Schnauze ist mehr abgerundet, die fünf Extremitäten
sind viel länger im Verhältniss zum Körper, als bei A. paniscus.
Der Körper ist schlanker, die Farbe des Pelzes intensiver schwarz5
bei der letztem Species spielt sie mehr ins Olivengrüne oder ins tief
Schwarzgraue. Die ganz jungen Individuen dieser beiden Arten lassen
sich sehr leicht unterscheiden, da die von A. ater von der Geburt an
schon ganz schwarz sind, während bei A. paniscus das Jugendkleid
eine schmutzig olivengrüne Farbe hat.
Der von Hrn. v. Humboldt dem A. Belzebutli Geoff. beigelegte
indianische Name Marimonda wird von den Indianern in Peru für alle
in diesem Lande vorkommenden Atelesarten, den A. marginatus ausgenommen,
gebraucht und scheint von ihnen als Gattungsname für diese
Thiere gebraucht zu werden. In einigen Montanas von Peru heissen sie
Supaya.
3. A. PANISCUS. Geoff. St. H.
Matt schwarz, auf dem Rücken ins schwarzbraune oder olivenfarbene
spielend, das Gesicht kupferroth, nur 4 Finger an den Vorderhänden.
Linné, Syst. Nat. XII. I. pag. 3 7 .1 4 , stellte diese Species als Simia
paniscus auf, von Geoff. St. H. An. Mus. XIX. p. 103 wurde sie seinem
Genus Ateles eingereiht. Schon bei der vorhergehenden Art haben wir
auf die Verschiedenheit dieser beiden Species aufmerksam gemacht und
heben hier nur noch einmal die constante olivengrüne Färbung der
Jungen von A. paniscus hervor, welche weder bei A. ater noch bei
A. pentadactylus vorkömmt. Prof. A. Wagner (Schreb. Säugeth. Suppl. I.
p. 197) vereinigt die beiden eben angeführten und die folgende Species
in eine, aber gewiss mit Unrecht, wie uns sorgfältige Vergleichung
derselben gezeigt hat. Für die Vereinigung des A. pentadactylus mit
A. ater oder paniscus (mit Letzteren kann es jedoch durchaus nicht der
Fall sein) hat er freilich scheinbar einen schlagenden Beweis in Händen
an einem Exemplare eines schwarzen südamerikanischen Affen, welches
an der einen Vorderhand einen Daumenstummel hat, an der andern
aber keinen. Dennoch ist dies kein Beweis für die Identität dieser
beiden Species, der wir uns durchaus widersetzen müssen^ A. pentadactylus
hat einen ganz verschiedenen Verbreitungsbezirk von A. paniscus
und ater. Die Jungen von ihm sind ebenfalls in frühester Zeit glänzend
schwarz und zeigen schon dann die beiden Daumenrudimente.
Bei einer Abtlieilung von Wirbelthieren, die, wie die der Vierhänder,
eine so vollkommene Organisation hat, und die nicht einmal in den veränderlichsten
Kennzeichen, als der Färbung der Haare, variirt, spielt
die Natur nicht launenhaft mit der Erzeugung von Gebilden eines so
höhen Ranges, als das Knochengerüste5 sie befolgt ihre unabänderlichen
Gesetze, die vielleicht in einem Individuum einmal vom Typus
abweichen können, nicht aber bei Tausenden, ohne wieder Norm für
dieselben zu werden. W ir finden bei den Menschen z. R. Individuen
mit vier oder mit sechs Zehen oder Fingern, die wieder solche Kinder
erzeugen; diese Abnormität geht vielleicht durch drei oder vier
Generationen durch, am Ende kehrt aber immer die Natur wieder
zur normalen Bildung zurück. Beispiele davon liegen hinlänglich vor.