
tend, finden sich aber doch so durchgreifend vor, dass ihre specifische
Verschiedenheit kaum noch einem Zweifel unterworfen werden darf;
zugleich auch beweist, dass eine an vielen Individuen treu beobachtete
Species mehr werth ist und genauer festgestellt werden kann, als
Dutzende von neuen Arten, die nach einem und oft noch schlecht con-
servirten Balge geschaffen werden. Schon von mehreren Naturforschern
wurde die Identität des Spix’schen G. macrocephalus mit G. robustus
nachgewiesen.
2. G. CAPUCINUS. Erxleben.
Der Scheitel ist tief schwarzbraun sowie die Mittellinie der Stirne
bis zur Nasenwurzel. Das Gesicht ist bald schwärzlich, bald fleischfarben
und von einem falben Gesichtskreis umgeben. Der Rücken und die
obere Seite des Schwanzes sind dunkelbraun; die Keble, die Brust, der
Bauch und die innere Seite der Extremitäten sind weisslich gelb; die
äussere Seite derselben ist röthlich braun, von der nämlichen Farbe
ist die untere Seite des Schwanzes und seine Spitze. Die Handsohlen
sind schwarzbraun. Länge des Körpers 1 ' 2 ", des Schwanzes 14 5".
Eine längst bekannte Species, welche von Linné im Mus. Ad.
Fried, p. 2 , tab. 2 beschrieben und abgebildet wurde. Sie ist hernach
von vielen Reisenden in dem nordwestlichen Brasilien und Guyana
beobachtet, sehr häufig aber auch mit andern Arten verwechselt worden,
besonders mit G. robustus.
3. G. ALBIFRONS. Geoffroy St. H.
Der Scheitel, besonders aber die Stirne, ist grauweiss ; das ^Gesicht
ist fleischfarben; der Gesichtskreis sowie der untere Theil des
Körpers, des Schwanzes und die Innenseite der Extremitäten sind
gelblich weiss ; der Rücken, die obere Seite des Schwanzes und die
äussere der Extremitäten sind gelblich braun.
Hr. v. Humboldt gab in den Rec. Obs. Zool. p. 323 eine Beschreibung
von diesem Affen, der noch ziemlich selten in den Museen ist,
da er in den am wenigsten bereisten Gegenden des nördlichen Südamerika
vorkömmt; den spanischen Namen mono cariblanco theilt er
mit dem C. hypoleucuS und chrysopus, die halb indianischen Namen
Macaco, Macaquito und Miquito aber mit allen Gebus- und Callithrixarten.
Mit den drei letztem Namen einer Bildung werden alle Arten
der angeführten Gattungen ohne Unterschied bezeichnet, sowie mit Mari-
monda alle Atelesarten. Nach Humboldts Angabe nennen die Indianer
am Orinoco den C. albifrons auch Huahua pavi.
Lebensweise, Den vortrefflichen Schilderungen, die wir über die
Lebensweise der verschiedenen Cebusarten von Azara, dem Prinzen
zu Neuwied, Rengger u. A. besitzen, bleibt uns nur sehr wenig bei-
zufügcn. In der Gefangenschaft sind die Männchen sehr unangenehm
und unreinlich; sie lassen den Urin fast immer in die Hände laufen
und waschen sich den ganzen Körper damit. W ir brachten zwei
lebende Individuen nach Europa. Sie liefen während der Ueberfahrt
frei am Borde des Schiffes umher. In den kalten Zonen, am Cap
Horn und an der Küste von Frankreich suchten sie sich immer so
warm als möglich zu halten und krochen des Nachts in der Küche in
den Ofen oder in die heisse Asche. Einmal legten sich beide in ein
Fass Pech und brachten die Nacht darin zu. Durch die Körperwärme
dieser Thiere wurde das Pech weich und klebte sie aneinander, dass
sie sich nicht rühren konnten und am Morgen mit heissem Wasser
losgelöst werden mussten. Sie näherten sich nachher nie wieder dem
Fasse. Wurde ihnen Rauch angeblasen oder eine Cigarre gegeben,
so rieben sie sich den ganzen Körper unter vielen Grimassen. Der
Tahacksrauch scheint in ihnen ein gewisses Wollustgefiihl zu erregen.
Sie Hessen sich nicht gerne nass machen und flohen bei der, alle Morgen
vorgenommenen, Schiffsreinigung unter eine alte Tonne. Sehr selten
kletterten sie im rakelwerk, sondern liefen immer auf dem Verdecke
und dem grossen Boote umher, was bemerkenswerth ist, da sie im
Zustande der Freiheit den Boden fast nie berühren. Sie tranken Wein
und Branntwein; letzterer schien ihnen jedoch nicht sehr zu munden.
Den Schiffsjungen entwendeten sie Messer und Gabeln und versteckten
sie. Sie stahlen alle Esswaaren, deren sie habhaft werden konnten,
und waren besonders nach Hühnerfleisch sehr lüstern, welches sie allen
andern Speisen, sogar den Früchten, vorzogen. Zucker frassen sie
gerne, Nüsse nur, wenn sie der Hunger dazu zwang. Das Wasser
Air den täglichen Schiffsgebrauch stand in Tonnen auf dem Verdecke
und wurde aus denselben gepumpt. So lange die Tonnen voll waren,
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