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Meerschweinchen Cuy und bereiten aus deren Fleisch mit spanischem
Pfeffer eines ihrer Lieblingsgerichte.
W ir haben in Peru keine Kaninchen gesehen, doch sollen sie an
einigen Orten, wiewohl sehr selten, gehalten werden und das heisse
Klima nicht ertragen.
DAS PFERD UND DER ESEL.
Es ist hinlänglich bekannt, welchen wichtigen Einfluss die Pferde
auf die schnelle Eroberung von Mejico und Peru hatten. Ein Thier
von solcher Grösse und Stärke erregte bei den Indianern, die gewohnt
waren, das friedliche und schwache Llama als grösstes Thier zu betrachten,
Schrecken, Furcht und Rewunderung. So wie also dadurch
auf der einen Seite die Eingebornen durch die Pferde moralisch schon
im Nachtheile waren, so hatten die Spanier ihrer Seits durch dieselben
ein sehr wichtiges Locomotionsmittel, um ihre militärischen Unternehmungen
rasch auszufiihren.
Die Anzahl der anfänglich eingeführten Pferde war sehr gering,
wuchs jedoch von Jahr zu Jahr an, theils durch neue Zufuhr, theils
aber auch durch schnelle Vermehrung, die von einem sehr günstigen
Klima befördert wurde. Alle peruanischen Pferde sind ohne Ausnahme
spanischer Abkunft und zeigen eben so viele Unterschiede in Schönheit
und Rrauchbarkeit, als in ihrem Mutterlande. Racenpferde kommen
nur an der Küste vor, wo auch ziemlich viele Sorgfalt auf sie
verwendet wird. Sie sind nicht so schlank wie die englischen Racenpferde,
sondern tragen durchaus das Gepräge andalusischer Abstammung.
Der Körper ist mehr kurz als gestreckt, voll und rund, die
Rrust breit, die Beine kräftig, aber doch ziemlich schlank, mit dünnen
Fesseln; der Hals ist kurz und dick, der Kopf ziemlich gross, das
Ohr klein und fein zugespitzt. Die Behaarung des Körpers ist weich
und glatt, von Mähne und Schweif aber verhältnissmässig sehr stark.
Sie sind feurig, tapfer, kräftig und sehr ausdauernd, aber nicht besonders
gute Renner. Auffallend ist es, dass alle ohne Ausnahme von
Natur Passgänger sind und mit einer kleinen Schule sich in dieser
Gangart ungemein vervollkommnen. Der Werth eines Pferdes wird
in Peru weit weniger nach der Schönheit desselben, als nach seinem
Passe bestimmt. Die beiden gewöhnlichsten Passarten sind der Paso
llano in vier Tempo (beschleunigter Schritt) und der Paso portante in
zwei Tempo, bei welchem immer der Vorder- und der Hinteriuss der
nämlichen Seite gleichzeitig aufgehoben und vorwärts geschoben werden.
Es entsteht dadurch eine wiegende rasche Bewegung, die ungleich weniger
anstrengend für den Beiter ist, als der Trott. Dieser Pass ist
der Giraffe und den meisten Sohlengängern, wenn sie rasch gehen,
ebenfalls eigenthümlich. Modifikationen dieser beiden Gangarten sind
der Sobrepaso, der Paso gateado und der Paso golpeado, von denen
aber die letztere die schlechteste ist. Die von den Peruanern als Ca-
vallos finos bezeichneten Pferde gehören fast alle zu dieser Abtheilung.
Ihnen zunächst steht eine Abtheilung, die den Bacenpferden an Schönheit
weit nachstehen, dieselben an Brauchbarkeit aber oft übertreffen, indem
sie sich für anstrengende Beisen mehr eignen. Sie haben keinen Paso
llano, sondern einen sanften Trab, gehen aber doch einen natürlichen Paso
portante; sie werden gewöhnlich Cavallos aguilillos genannt. An diese
schliessen sich die Traber an, die gar keinen angebornen Pass haben,
denen aber der Paso portante angeschult werden kann; sie heissen dann
Cavallos trabados; es sind tüchtige, aber wenig geschätzte Beisepferde.
Die letzte Klasse der peruanischen Pferde ist unansehnlich, klein,
grossköpfig, struppig und ungelehrig. Sie leben entweder ganz wild oder
doch verwildert in den Departementen von Ayacucho und Cusco, und werden
von den Indianern eingefangen und grösstentheils nach den Minen von
Paseo verkauft, wo sie im Circus das Quecksilber mit den Silbermetallen
zusammenstampfen müssen. Zum Beiten taugen sie sehr wenig, denn sie
bleiben immer scheu und sind meistens tückisch; auch zum Beisen können
sie ohne Eisen kaum gebraucht werden, da sie sehr kleine und
schwache Hufe haben; in der Punaregion sind sie aber beinahe unentbehrlich,
da sie hier, trotz des verminderten Luftdruckes, der den
übrigen Pferden so nachtheilig und so oft. Ursache ihres Todes ist',
mit Leichtigkeit strenge und schnelle Strapazen aushalten. Diese Pferde
werden Cavallos chuscos genannt.
Bie Esel sind in Peru zahlreich, stark und gross. Es gibt unter
hnen auch, wiewohl selten, natürliche Passgänger. Sie werden zum
asttragen, weniger häufig zum Beiten gebraucht. Ein Esel kann