
gelb. Die Läufe sind an der Vorderseite oben etwas befiedert, lebhaft
gelb. Die Nägel sind schwarz.
Ganze Länge 1' 8 " 6'", Schnabel 1" 4"', Tarse 2 " 10'", Flügel
1' 1". Verhältniss der Tarse zum Flügel 1 : 4,8.
»Lesson stellte diese Species zum Genus Nisus, d’Orbigny zu
Astur, Bonaparte und Audubon mit einem neuen Speciesnamen zu Buteo.
Schon Cuvier und nach ihm auch Temminck machten auf die Verwandtschaft
dieses Vogels mit dem F. urubitinga aufmerksam. Indem ich
ihn in das Genus Hypomorphnus aufnehme, glaube ich, ihm endlich
die richtige Stellung angewiesen zu haben. Wenn gleich die kürzern
Tarsen und die längern Zehen eine Abweichung von F. urubitinga und
somit Yom generischen Typus anzuzeigen scheinen, so geben doch der
gerade, hohe, stark gezähnte Schnabel, so wie der Knochenkern im
Nasenloche und die Nacktheit (bei alten Vögeln) der Schnabelgegend
und der Zügel einen bedeutend überwiegenden Ausschlag. Da es mir
gelungen ist, die verschiedenen, vom alten Vogel bedeutend abweichenden
und zum Thcile bisher noch unbekannten Jugendkleider dieser Art
aufzufinden, so sehe ich mich im Stande (hier zum erstenmale) eine
vollständige Beschreibung zu liefern.
»Der junge Vogel ist oben dunkelbraun; die Federn der Haube sind
einfarbig, mit heilem Bändern. Hals, Nacken und die ganze Unterseite
sind gelblich, hellbräunlich überlaufen. Jede Feder ist am Schafte
und an ihrer untern Hälfte dunkelbraun, was besonders am Nacken,
Brust und Bauch grosse, länglichrunde Flecken bildet. Die Schienen
und untern Flügeldeckfedern sind mit vielen zickzackförmigen rostfarbenen
und dunklern Querlinien überzogen. Ein Strich über das Auge,
so wie der Steiss und die untern Deckfedern des Schwanzes sind gelblich,
ohne Beimischung von dunkleren Flecken. Die Kehle und die
Federn rings um den Schnabel sind hell weisslich, mit feinen schwärzlichen
Schaftstrichen. Der Bücken ist einfarbig dunkelbraun; Flügel
und Schwanz sind von derselben Farbe, aber etwas heller und gehen
mehr ins Graue über, welche Farbe besonders an dem äussern Fahnenbarte
der Fittigfedern und an den Schwanzfedern vorherrscht. Die
Fittig- und Schwungfedern sind mit vielen schwärzlichen Querlinien
versehen und haben einen weisslichen Spitzensaum; der innere Fahnenbart
ist an seiner Basalhälfte weisslich, mehr oder weniger hell rostfarben
überlaufen, was die ganze Mitte der untern Seite der Flügel
weisslich erscheinen lässt. Die Scliulterfittige, die Schwungdecken und
der Bürzel sind mit mehreren hellen, mehr oder weniger rostfarbenen
ungleichen Querbinden überzogen; die kleinem obern Flügeldecken sind
lebhaft roströthlich gerandet. Der graubraune, mit vielen (etwa 1 8—20)
dunkeln Querlinien versehene Schwanz ist an der Wurzel weiss und
hat breite weisse Spitzen; die obern Deckfedern des Schwanzes sind
gleichfalls weiss. Die untere Seite des Schwanzes, so wie der innere
Fahnenbart der Schwanzfeder erscheinen ebenfalls weisslich und haben
nach der Spitze zu einen rostfarbenen Anflug, durch welchen jedoch die
dunkeln Querbänder deutlich hervortreten *).
»Das Museum in Berlin besitzt ein junges Männchen in diesem
Kleide aus Valparaiso, mit der Bemerkung: Augen dunkelbraun — und
ein junges Weibchen aus Brasilien. Beide unterscheiden sich fast nur
durch die Grössenverhältnisse.
Ganze Länge. Schwanz. Flügel. Tarse. Mittelzehe mit Nagel.
Männchen 1' 8" 8" i ' 5" 2 3 /,"
Weibchen 2 ' 10" i ' W - 5" 2 V '
»Ein älterer Vogel, welcher sich gerade in der ersten Mauser befindet
und theils noch das oben beschriebene Jugendkleid, theils das des
folgenden Stadiums zeigt, bietet einen sichern Leiter zum Erkennen des
Vogels im zweiten Jahre dar. Die Hauptmerkmale sind folgende: die
Schienen und die untern Deckfedern des Flügels sind dunkler und rostfarben
überlaufen; die zickzackformigen Querlinien zahlreicher, lebhafter
rostroth und schwärzlich. Die obern Flügeldecken haben breite rost-
rothe Ränder und sind nur noch längs des Schaftes dunkelbraun; eben
so, nur etwas heller, sind die Ränder der Schwungdecken; die Fittig-,
Schwanz- und Schwungfedern sind dunkler als vor der Mauser, mehr
schwärzlichgrau, mit einem leichten dunkel violetten Anfluge. Die dunkleren
Querlinien erscheinen jetzt undeutlicher und sind am innern Fahnenbarte
der Fittigfedern fast gänzlich verschwunden, während sich auch
die hier vorhandene weisse Färbung mehr und mehr vermindert. Fund-
) Hierher gehört der von uns als Polyhorus tccniurus, vergl. Taf. I , abgebildete Vogel.