
bei ersterer. Trotz der mannigfachen Varietäten, welche die Färbung
des Pelzes bei diesen beiden Arten zeigt, ist dieselbe doch bestimmten
Gesetzen unterworfen, denn bei N. solitaria sind die beiden Extreme
grau und dunkelbraun, bei N. socialis fuchsrotli und hellgelbbraun.
Es dürfen bei einem Versuche, die Species zu trennen, die Lebensweise
und die Beobachtungen der Eingebornen des Landes durchaus
nicht ausser Betracht gelassen werden, denn diese letzteren lauschen
der Natur manches Geheimniss ab, welches der fleissigste Systematiker
vor den ausgestopften Bälgen nie ahnen wird.
W ir glauben nach der Zusammenstellung der Hauptmerkmale mit
Bestimmtheit folgende fünf Species von Nasua annehmen zu dürfen:
1. N. SOCIALIS. Neuw.
Die Schnauze ist schwärzlich 5 die Oberlippe weiss gesäumt ; ein
weisslicher Streifen verläuft über die Mittellinie des Gesichtes; drei
weisse Flecken sind um jedes Auge, einer über demselben etwas nach
dem hintern Winkel zu, ein anderer in der Mitte unter demselben und
ein dritter etwa einen halben Zoll vom hintern Augenwinkel auf der
nämlichen Höhe mit dem untern Flecken. Das Ohr ist dunkel auf der
Innenseite und weiss gesäumt. Der Unterkiefer und die Kehle sind
weiss. Die Färbung des Pelzes variirt ausserordentlich, die gewöhnlichste
ist braunroth mit schwarz untermischt, indem nämlich die Haarspitze
von der helleren Färbung ist; dieser folgt ein schwarzer schmaler
Ring, welcher immer noch sichtbar ist; auf diesen ein etwas hellerer
als die Spitze, welcher allmälig in die graue Basis übergeht. Die
Wollhaare sind meistens dunkelgrau. Der Bauch ist heller als der
Rücken, zeigt übrigens das nämliche Färbungssystem. Die Füsse sind
schwärzlich. Der Schwanz ist ziemlich dicht behaart, 8 , 9 oder 10
dunkelbraune oder schwärzliche Ringe wechseln mit eben so vielen
weissen oder falben ab; seine Spitze ist immer dunkel gefärbt. Seine
ganze Länge ist ungefähr einen und einen halben Zoll kürzer als die des
Körpers. Diese Länge ist constant. Die vorzüglichsten Varietäten sind:
1) Die einfarbig lichtbraune; der hintere Theil des Körpers ist
gewöhnlich etwas dunkler, zuweilen ganz schwarz.
2) Die einfarbig lichtbraune (als Grundfarbe das Braune) mit vielen
weisslichen Schattirungen auf den Schultern und am Bauche.
3) Die einförmig hellrothbraune (rostrothe); die Ringe des Schwanzes
sind theils schwarz, theils von der Körperfarbe. Die Extremitäten
schwarz.
4) Die intensiv kastanienbraune; der hintere Theil des Körpers
geht ins Schwärzliche über.
Bei allen Varietäten sind constant: die weissen Augenflecken, wie
wir sie oben angegeben haben; die dunkelgefarbte Schnauze; das Ver-
hältniss des Schwanzes; das weissgesäumte Ohr, welches auf der innern
Seite dunkler ist.
» Grosse Exemplare, von denen wir die Länge gemessen haben,
massen von der Scbnauzenspitze bis zur Schwanzwurzel 1' 9 1I^- Der
Schwanz mass 1' 8 ".
Dieses ist dié von den ältesten Naturforschern als Coati oder
Quachi, von Linné als Viverra nasuta und Viv. narica, von Desmiarest
als Nasua rufa und N. rufina, vom Prinzen Maximilian zu Neuwied als
Nasua socialis aufgeführte Species. W ir behalten bei dieser wie bei
der folgenden Species die Namen bei, welche der Prinz vorgeschlagen
hat, wreil sie sehr bezeichnend sind und einer Verwirrung Vorbeugen,
welche die Färbüngsnamen leicht hervorbringen. Es ist bekannt, dass
diese Nasua gesellschaftlich in Schaaren von 15 bis 20 Individuen
lebt und die dichten TVälder durchzieht. Genauere Angaben über die
Lebensweise sind in den Beiträgen etc. 1. c. vom Prinzen Max. zu
Neuwied, bei Azara Apuntam. 1. c. p. 300 und bei Rengger Paraguay
p. 96 nachzulesen. ^
Man hat sehr häufig Gelegenheit, in Europa in Menagerien die
N. . socialis zu beobachten.
2. N. SOLITARIA. Prinz Max.
Die Schnauze und das Gesicht sind schwarzbraun; die weissen
Gesichtsflecken verhalten sich wie bei N. socialis. Der Unterkiefer ist
weiss, an der Spitze schwärzlich. Die weisse Mittellinie und der weisse
Oberkiefersaum fehlen. Die Extremitäten sind schwarz. Der Rücken