
als die Brust; längs der Mittellinie verläuft aber ein kastanienbrauner
Streifen. Die vordere Hälfte des Schwanzes ist graubraun wie der
Rücken, die hintere einförmig schwärzlich. Die Ohren sind aussen und
innen behaart, an der äussern Seite dunkelbraun, an derInnern graubraun.
Zu vergleichen sind über dieses Thier Martin Proceed. Z. S. IV.
p. 8 5 , Wiegmann Archiv IH. 2. p. 1S5, Wagner Schrcb. Suppl. II.
p. 171.
Lebensweise und geographische Verbreitung. W ir haben den C. caU-
divolvulus nie lebend beobachtet.. Die Indianer aus der Montana von
Uchubamba brachten uns ein Exemplar in ganz unbrauchbarem Zustande.
Felle, bei denen die schwärzliche Schattirung des Rückens
sehr stark war und der ganze Bauch kastanienbraun und nur an den
Seiten etwas heller, wurden uns aus der Montana von Moyobamba,
wo dieses Thier häufig Vorkommen soll, gezeigt: Hr. Prof. Pöppig
beobachtete es im nordöstlichen Peru in der Provinz Maynas.
In den MSS, von Hrn. v. Humboldt No. 5 , p. 2 finden sich über
den Cercoleptes caudivolvolus, den die Indianer Manaviri nennen, folgende
Angaben: „Der Manaviri, welchen wir auf dem Rio negro und
Atabapo hatten, entlief uns in Carichana, um Unsere Pipra rupicola
aufzufresspn, welche wir auf einen Felsen etwas entfernt vom. Kahne
hingesetzt hatten. E r geberdete sich beinahe wie ein Hund. Er forderte
die Personen auf, sich mit ihm zu unterhalten, setzte sich auf
die Hinterfüsse, biss, indem er spielte, und kaute an den Händen wie
ein Affe, und ging auf der Sohle wie ein Bär, Der Daumen steht weit
von den übrigen Zehen ab. Nach seinem Charakter ist der Manaviri
ein Gemisch von Hund, Affe und Bär, von dem er die Gefräßigkeit
und die grosse Neigung zum Honiglecken hat (er hat eine sehr lange
Zunge, und da er auf Bäume klettert, um Wespennester zu suchen, so
nennen ihn die Missionäre Oso mielero [Honigbär]). E r schläft den
ganzen Tag und versteckt sich dabei unter seinem Schwänze; er wacht
nur auf, um zu fressen, und legt sich gleich darauf wieder. Die
Nacht durch ist er sehr lebhaft. E r frisst alles, besonders Bananen,
Eier und Vögel. . . . Der Manaviri findet sich nur am Rio Tuaruiri und
am Rio Negro. Der Mönch Padre Valös de Santa Barbara, welcher
durch das ganze Indianergebiet gereist ist, hat ihn nie gesehen.“
So weit geht die Beobachtung von Hrn. v. Humboldt, der wir
nur noch beifugen müssen, dass das Vaterland dieses Thieres ausgedehnter
ist, da es sich bis 10° S. B. noch vorfindet.
4. Genus. © A M C T IS *). Bell.
Form, dent.: dent. incis. -f, dent. Ian. yEj, dent. mol. l\,\- '
Die Familie der Mustelinen ist in Peru nur durch vier Genera
repräsentirt: Galictis, Mustela, Mephitis und Lutra, welche zugleich
auch arm an Species sind, denn von den beiden erstem hat jede nur
eine Art aufzuweisen.
Das Genus' Galictis charakterisirt sich durch einen ziemlich dicken
abgerundeten Kopf, einen schlanken gestreckten Leib, kurze rundliche
Ohren, einen kurz behaarten Schwänz, der die Länge des Körpers
nicht erreicht., niedrige fünfzehige starke Füsse und nackte Sohlen.
Die Zehen sind längs der ersten Phalanx mit einander verbunden; die
Nägel sind stark, comprimirt und sichelförmig gebogen.
Die äussersten Schneidezähne gleichen den Eckzähnen, sind aber
kleiner ; diese sind dünn kegelförmig gebogen und haben auf der inneren
Seite zwei schwache Längsfurchen. Im Oberkiefer sind zwei kleine
Lückenzähne. Der Reisszahn hat auch in der Mitte einen kleineren
innern und einen grösseren äussern Höcker. Der Höckerzähn ist schmal
und lang, nach hinten breiter als vorn und hat zwei abgeflachte Höcker.
Im Unterkiefer sind drei kleine Lückenzähne. Der Reisszahn ist wie
der entsprechende dés Oberkiefers, ebenso der Höckerzahn, der zugleich
mehr abgerundet ist.
Von dem Storr’schen Genus Gulo trennte Bell Proc. Z.’ S. 1857
p. 46 den Gulo vittatus Desm. und stellte für denselben das neue Genus
Galictis auf. Zu demselben gehört auch die in Peru vorkommende
Species
G. BARBARA. Wiegm.
Das Gesicht ist kurz behaart dunkelbraunroth, der Scheitel etwäs
dunkler. Die Kehle und die innere obere Seite der vordem Extrem!-
*) Wir nehmen nie einen Namen für ein Genus an,.-der als ,Speciesname.gebraucht würde
und zugleich weder lateinischen noch griechischen Ursprunges ist; wir behalten desshalb den von
Isid. Geoffroy vorgèschlagenén »Huro« nicht bei.