
Ow. (letztere ist fossil). Die zweite lebt sowohl’ von vegetabilischen als
auch animalischen Substanzen5 wir haben sie Pantopkaga genannt; ihr
entspricht die Familie der Loricata Vicq. d’Az. Die. dritte ist in
ihrer Nahrung ausschliesslich auf Insekten beschränkt; wir bezeichnen
sie als Entomophaga; sie enthält die Familie der Edentata im éngsten
Sinne des ^Vortes.
GEOGRAPHISCHE VERBREITUNG DER ZAHNLÜCKER.
Es ist schon oben bemerkt worden, dass diese Ordnung von allen
Säugethieren den beschränktesten Verbreitungsbezirk habe, und wir finden
dies fiir Peru auch in so fern bestätigt, dass von sechs Species, die
wir hier aufzufiihren haben, fünf ausschliesslich im Oststriche und zwar
in der untern Waldregion Vorkommen, während nur eine einzige zugleich
auch noch in der Küstenregion im W eststriche getroffen wird. Die horizontale
Verbreitung ist bei einigen Species ausgedehnt, nämlich vom
Fusse der Binnencordilleras zum atlantischen Océan, bei andern aber
wieder sehr beschränkt. Die Elevationsgränze für alle ist bei höchstens
3 0 0 0 'ü.M.
1. Genffs. ÜStA©YPU§® Lin.
* Syst, dent.: dent. lan. dent. mol. s^ ä-
Der Kopf ist rund, das Gesicht kurz, die Ohren im Pelz versteckt;
der Körper ist etwas gestreckt, der Schwanz sehr kurz; die hintern Extremitäten
sind etwas kürzer als die vordem, alle mit drei starken gebogenen
spitzigen Krallen bewaffnet. Der Pelz ist lang, grob und trocken.
Die Backenzähne sind walzenförmig und haben keine Wurzeln. Die
Mahlfläcke ist ausgehöhlt und die Kanten entweder mit fast gleich hohem
Rande oder zugespitzt. Die Eckzähne sind bei einigen so gross als der
erste Backenzahn, bei andern aber etwas grösser.
Linné stellte das Genus Bradypus in der ersten Ausgabe seines
Syst. Nat, auf und machte zwei Species davon bekannt; eine mit drei
Zehen an allen vier Füssen, eine andere mit zweien an den vordem
und drei an den hintern. Illiger Prod. 1811 trennte diese beiden
Species generisch, indem er fur das dreizehige Faulthier den Namen
Bradypus stehen liess, für das zweizehige aber Choelopus vorschlug;
irriger Weise zieht er aber zu letzterer Gattung auch B. torquatus. F.
Cuvier Dents des Mamif. 1825 brachte einige Verwirrung unter diese
Gattungen, indem er aus den dreizehigen Faulthieren seine Gattung
Acheus machte und für die zweizehige den Linne’schen Namen Bradypus
gebrauchte; statt einfach auf Illiger’s Irrthum zu verweisen und seine
Nomenclatur unverändert beizubehalten. W ir folgen liier Illiger’s Vorschlägen
und nennen Bradypus alle mit drei Zehen versehenen Tardigra-
den, von denen folgende zwei in Peru Vorkommen:
1. B. INFÜSCATUS. Wagl.
Scheitel, Nacken und Schultern sind rauchbraun, ins Dunkelbraune
übergehend. Der Rücken ist von\ der nämlichen Grundfarbe, aber mit
vielen unregelmässigen schmutzigweissen Flecken besetzt. Auf der Mittellinie,
des Rückens verläuft ein schwarzer Längsstreifen, welcher auf
dem Widerrist einen rothgelben rundlichen Flecken in zwei Hälften
tlieilt. Die äussere Seite der Extremitäten ist schwärzlichbraun, mit
einer regelmässigen Längsreihe schmutziggelber Flecken, um welche unregelmässig
noch andere kleine weissliche Fleckchen stehen. Das Gesicht
ist hell röthlichbraun; ein schwarzer Streif verläuft jederseits von
den Augen nach hinten und unten zum Mundwinkel und wird von einem
queren schmalen röthlichbraunen Stirnbande gekreuzt, welches auf den
Backen lichter wird. Die Brust und der Bauch, so wie die Innenseite
der Gliedmassen sind rostbraun, ins Graubraune übergehend, fein gesprenkelt.
Die Nägel sind hell gelbbraun.
Länge des ganzen Thieres 1/ 6", des Schwanzes 1" 4'".-
Auf ein von v. Spix aus dem nordwestlichen Brasilien mitgebrachtes,
ziemlich schlecht erhaltenes Exemplar gestützt, stellte Wag-
ler in der Isis 1851 p. 611 diese Species auf, welche sich durch spätere
Untersuchungen, besonders die von Natterer, vollkommen rechtfertigte.
2. B. TORQUATUS. Illig.
Dw Hauptfärbung des Körpers ist gelbficli graubraun. Die Seiten
des Halses und der Brust, der Nacken und der Vorderrücken sind mit
einem grossen glänzendschwarzen Flecken bedeckt. Der Unterleib ist