
Die Backenzähne unterscheiden sich von denen der vorhergehenden
Gattung nur durch die gekrümmt an einander liegenden Knochenlamellen
und durch die Anwesenheit von drei vollständigen Knochenplatten
am ersten Zahne des Unterkiefers,
Meyen J. c. p. 576 und Kennet 1. e. p. 46. haben gleichzeitig die
peruanische Viscacha als Repräsentanten eines neuen Genus aufgestellt;
Ersterer benannte es Eagidium, Letzterer Lagotis; wir behalten Meyen’s
Bezeichnung hei, da seine Abhandlung bei der kaiserlichen Leopoldi-
nisch-Carolinischen Academie der Wissenschaften schon den 25. Mai
1853 eingegangen war. Auf die systematische Stellung dieser Thiere
vor diesen beiden Naturforschern darf durchaus kein Werth gelegt
werden, da sie auf das Verschiedenste von einem Genus in das andere
gewürfelt wurden. Eiben so wenig Gewicht darf auf die Beschreibungen
der Speeies der altern Reisenden und Naturforscher gelegt
werden.
Beide von Bennet 1. c. beschriebenen und abgebildeten Sjpecies
kommen in Peru vor.
1. L. PERUYIANUM. Meyen.
Der obere Theil des Körpers ist bläulichgrau, mit schwärzlichen
Schattirungen. Die Wollhaare sind von der Wurzel bis zur Mitte
dunkel aschgrau, an der Basis jedoch heller, als weiter nach oben zu,
dann folgt ein hellerer Ring, der in die graulichweisse Spitze übergeht.
Die Steifhaare sind ganz schwarz, auf dem Mittel - und .Hinterrücken
dichter als auf dem Vorderrücken; von ihnen rühren die
schwärzlichen ^Vellen. Die Seiten des Körpers sind weisslichgrau,
indem dip Steifhaare fast ganz fehlen. Der Bauch ist noch heller als
die Seiten, besonders die Kehle, die bei einigen Individuen fast ganz
weiss ist. Die äussere Seite der Extremitäten ist von der Farbe des
Rückens, die innere heller. Die Pfoten sind brännliehweiss, die Nägel
schwarz. Der Schwanz ist kürzer als der Körper, zweizeilig, auf der
Mittellinie schwarzbraun; die übrigen Haare sind an der Basis braun,
an der Spitze schwarz; nach der. Schwanzspitze nimmt letztere Färbung
der Haare so sehr überhand, daäs das ganze Sehwauzende auf
den ersten Anblick schwarz erscheint. Die Spurh'aare sind sehr lang,
ungefähr 6% — «%", und schwarz. Die Ohren sind auf der äussern
Seite mit spärlichen braunen, auf der Innern mit etwas längern weiss-
lichgelben Haaren besetzt; ihre Form ist länglich, nach oben etwas
abgerundet.
Länge von der Schnauzenspitze zur Schwanzwurzel 4' 3 ", des
Schwanzes ohne Haare 11"; mit Haaren 1' 2". Länge des Ohres 5"
an der Basis 1" 4 //y.
Meyen gab von dieser Speeies 1. c. tab. 41 eine schlechte, unnatürliche
Abbildung; die von Bennet 1. c. tab. 4 —6 sind viel besser.
Letzterer nannte dieses Thier Lagotis Cuvieri 1. c. p. 332.
2. L. PALL1PES. Ben.
Die Färbung des obern Theiles des Körpers ist grau, mit einem
schwach gelblichen Anfluge und von vielen tief schwarzen Wellen
durchzogen. Die obere Seite des Kopfes ist einfarbig wcissliehgrau;
die Schnanzenspitze ist silbergrau; der vordere Angenring etwas heller
als das Gesicht; über jedem Auge steht ein dunklerer Flecken. Die
Ohren sind weit kleiner als bei der Vorhergehenden Speeies, spatelförmig,
mit abgerundeten Enden; die äussere Seite ist spärlich mit
kurzen braunen Haaren besetzt, die am vordem Ohrrande, besonders
an dessen Wurzel, am dichtesten stehen. Die Wollhaare haben ohne
Ausnahme eine bläulichgraue Basis und eine hellere Spitze. Am Kopfe,
auf dem Nacken und am Kreuze sind diese Spitzen weisslichgrau, auf
dem Rücken gelblichgrau. Den Wollhaaren sind sehr zahlreiche
Steifhaare auf dem Rücken untermischt, die in ihrer ganzen Ausdehnung
schwarz, an der Basis matt, an der Spitze glänzend sind und
das gewellte Aussehen des Pelzes hervorbringen. Die ganze untere
Serte des Körpers ist weissliehgelb, was auf den Seiten und uih den
Sterns in’s Ochergelbe übergeht. Die Basis der Haare ist wie bei
denen des Rückens, die Steifhaare sind spärlicher und ganz weiss Die
cldc ist etwas heller, eben so die innere Seite der Gliedmassen
schmutzigweiss, die äussere aber entspricht der Färbung des Bauches!
le obere Seite der Füsse hat bei allen einen röthlichen Anflug. Die
^agel sind sehr kurz, schwarz, von steifen weisslichen Borsten ganz
e eckt. Die vordem Schneidezähne sind weiss.