
Vorkommen. Von den fünfzehn Species, die wir hier aufgeführt
haben, gehören drei der Küstenregion an (Tr. Cora, Amazilia und
phoeopygus), eine der westlichen Sierraregion (Tr. opacus), drei der
östlichen Sierraregion (Tr. chionogaster, insectivorus und Otero) und
acht der Waldregion (Tr. pygmaeus, apicalis, chrysurus, Anais, fur-
catus, platurus, petasophorus und amethysticollis). Drei von den Species
haben wir selbst nicht beobachtet (Tr. apicalis, phaeopygus und
opacus); sie wurden von dem schon oben erwähnten früheren Steuermann,
Hrn. Bernhard Philippi, dem Museum in Berlin übersandt.
Sieben Arten kommen auch in den angränzenden Ländern, besonders
in Brasilien vor; zwei (Tr. Cöra und Amazilia) waren schon früher,
aber nur aus Peru bekannt; die übrigen sechs neu beschriebenen Species
scheinen um so eher Peru (und vielleicht einem Theile von Bo-
livia) eigenthümlich zu sein, als sie, mit Ausnahme einer einzigen
(Tr. apicalis), nur die kälteren Gegenden des Landes bewohnen, lieber
die vertikale geographische Verbreitung können wir wenige bestimmte
Angaben mittheilen. Die Arten, die in der Waldregion lehen, steigen
selten bis zur Cejaregion, 8 0 00' ii. M., während die des Gebirges die
heissen Urwälder fliehen. Am höchsten von allen kömmt der Tr. insectivorus
vor; das auf Taf. XXIII. Fig. 1 ahgebildcte Exemplar erlegten
wir auf dem Wege zwischen Huari und Chagacancha, auf einer
Höhe von 14,6001 ü. M., also schon in der strengen Puna, wo nur
noch eine kümmerliche Vegetation von Echinocacteen und einigen Gen-
tianen und Ranunculaceen ist. Das Exemplar war nicht etwa ein in
jene Höhen verirrtes; wir haben sehr häufig den nämlichen Weg zurückgelegt
und fast jedesmal einige dieser Vögel dort getroffen.
Den Tr. Otero haben wir mehrmals gezähmt gesehen. Eine juüge
Indianerin hielt sich einen während mehreren Jahren, der nur mit fein
gestossenem feuchtem Zucker gefüttert wurde, den das Mädchen zwi-
die Lippen nahm, von wo ihn der Golihri, immer fliegend, wegnippte.
E r setzte sich gerne in die Haare der Anwesenden und flog immer
von Mund zu Mund, um Süssigkeiten zu suchen. Des Nachts schlief
er in einem Körbchen mit Baumwolle.
Sechszehnte Familie. MOIIOTIILF.
Sägenschnäbel.
81. Genus. PM OW äT E S . 11%.
1. P. BRASILIENSIS. 11%.
Die Stirn und die Seiten der Haube sind lebhaft hell grünlichblau,
letztere an ihrem äussern Rande violettblau. Der Scheitel, der
Hinterkopf, die Angenbraunen und das Gesicht bis zur Ohrgegend sind
tief schwarz, hinter den Ohren stehen einige tief blaue Federn. Nacken
Vorderrücken, Rrust und Rauch sind olivengrün, erstere mit einem
röthlichbraunen Anfluge, der bei den jungen Vögeln sehr stark ist,
letztere ist etwas blasser. Der Hinterrücken und die Flugdecken sind
grün, die Fittig- und Schwungfedern schwarz, am äussern Fähnenharte
blau gesäumt. Die Reble ist grünlichblau; auf jeder Seite der Rrust
sitzen zwei schwarze, bläulich gesäumte Federn. Die Schwanzfedern
sind an der Basalhälfte blaugrün, im übrigen Verlaufe blau; die beiden
mittelsten sind an ihrem letzten Viertel etwa 1 " lang ohne Bart.
Schnabel ganz schwarz; Füsse schwarzblau; Nägel schwarz; Iris
braun.
Ganze Länge 1 ' 9", Schnabel 1" -10"', Tarse 1". Verhältniss
der Tarse zum Flügel i : 6.
2. P. RUFICAPILLUS. Illig.
Stirn, Haube und oberer Tlieil des Nackens lebhaft rothbraun;
Rücken, Schulter- und Oberflugdechen lauchgrün, mit einem rothbrau-
nen Anfluge, der auf den Oberschwanzdecken weniger deutlich ist; der
äussere Fahnenbart der Fittigfedern ist blaugrau, der innere schwarzbraun;
an den Schwungfedern ist der äussere olivengrün, der innere an
der Rasalhälfte falb, nach der Spitze zu schwärzlich; die Schwanzfedern
grünlichblau; Schnabelwurzel, Gesicht und Ohrgegend schwarz;
Kehle gelblichgrün; Brust fast wie der Rücken, nur mehr ins Olivengrüne
übergehend, mit zwei schwarzen Fleckchen; Bauch und Weichen
rostbraun; Steiss und Unterschwanzdecken graugrün.
Schnabel schwarz; Füsse bleifarben; Iris kaffeebraun.
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