
täten sind ebenfalls brannroth. Auf der Brust befindet sich ein schöner
schwefelgelber fast herzförmiger Flecken, dessen Spitze nach dem
Bauche hin gerichtet ist. Der ganze übrige Körper, der Schwanz und
die Extremitäten sind schwarz, ersterer glänzend, letztere matt. Am
hintern Oberhals ist die dunkelbraunrothe Kopffarhe scharf abgegränzt.
Die innere Seite der Ohren ist hellrothbraun. Die Nägel sind braun,
etwas aufgerichtet; die Sohlen ganz schwarz. Länge des ganzen Thieres
5 ' 4 " ; des Kopfes 4 " 6 "'; des Schwanzes 1 ' 4 " 6 "'.
Unsere Beschreibung stimmt zwar nicht ‘ganz mit den brasilianischen
Exemplaren überein. Die Unterschiede scheinen nns aber nur
lokal und klimatisch zu sein. Die meisten in Peru und in Brasilien
zugleich TOrkommenden Säugethiere und Vögel zeigen in ersterem
Lande bei gleichem Färbungssysteme doch immer viel intensivere Farben,
was so constant durchgreift, dass unmöglich denselben spccifischer
Werth beigelegt werden darf. W ir werden weiter unten diese Abweichungen
näher beleuchten.
Die Beschreibung, die' wir gegeben haben, ist nach einem zahmen
männlichen Exemplare, welches mehrere Jahre lang in der Gefangenschaft
lebte, entworfen.
Seit Linné figurirt diese Species in den naturhistorischen Systemen;
er führte sie als Mustela barbara auf. Azara beschrieb sie Apuntam.
I. p. 172 als Huron mayor. Prinz Max. zu Neuwied gab in den Beiträgen
II. p. 310 seq. eine ausführliche und genaue Beschreibung. Zu
dieser Species gehört auch Gulo canescens Illig., Lichtenstein Doubl.
Verz. 1825. p. 4 und nach Wagner 1. c. Gulo Laira F. Cuv.'Mamm.
III. liv. 5 3 , welcher -sich durch die dunkle Körperfarbe, den scharfen,
hellen Brustflecken der peruanischen Varietät nähert.
Lebensweise und geographische Verbreitung. Nach Aussage der Indianer
lebt das oben beschriebene Thier weniger in den dichten dunkeln
Urwäldern als in den gebüschreichen Vprwäldem, welche jene gewöhnlich
begränzen. Unsere eigene Erfahrung bestätigt diess, denn sehr oft
hatten wir sichere Anzeigen des Vorhandenseins dieses Thieres in den
Plantagen, welche am Eingänge der Urwälder liegen, nie aber während
unseres langen Aufenthaltes in denselben. Die Ursache liegt wahrscheinlich
in der Nahrung der Galictis, die grösstentheils in jungen
Vögeln und Eiern besteht, die es sich leicht von den niedrigen Gebüschen
holen kann, was ihm, da es aber schlecht an glatten Bäumen
klettert, sehr schwierig sein würde, wo jene fehlen. Es ist mehr ein
nächtliches Thier, obgleich es auch bei Tage zuweilen seinem Raube
nachgeht. In den Pflanzungen richtet es unter dem Federvieh sehr
grossen Schaden an und tödtet zuweilen in einer Nacht sechs bis acht
Hühner, denen cs nur das Blut aussaugt und dann liegen lässt; nur
ganz junge Vögel frisst es auf. Sein Geschrei ist ein monotones Heulen,
mit dem zu vergleichen, welches vielen Hunden in mondhellen Nächten
eigenthümlich ist. Die Indianer in Peru nennen es Omeyro. Das Exemplar,
welches wir lebend beobachteten, war des Morgens und Abends
sehr lebhaft; an schwülen Tagen schlief es fast immer und war knurrig
und biss, wenn es aufgestört wurde; sonst war es sehr zahm und spielte
gerne.. Es wurde mit Eiern, Brod und gekochtem Fleische genährt;
gegen Kartoffeln zeigte es eine entschiedene Abneigung.
Ueber die Verbreitung können wir nur so viel sagen, dass sich
die Galictis barbara durch das ganze südliche Amerika, die kalten
Südregionen ausgenommen, vorfindet, aber nur östlich von der BinneU-
cordillera - und zwar in der eigentlichen Waldregion.
5. Genus. BIUSTEliAo Linné.
Form, dent: denk incis,-|, denk b n .'-£=£, denk, mol et '
Der Köpf ist .nicht so dick wie bei Galictis; die Schnauze spitzig;
die Ohren klein und abgerundet; Dér Körper ist gestreckt, sehr dehnbar
und schlank; der Schwanz immer kürzer als der Körper, ganz,
aber nicht dicht behaart. Die Extremitäten sind kurz; die Füsse haben
fünf freie Zehen; die Sohlen sind ganz behaart; das Thier tritt aber
dóch fast mit der ganzen Plan|arfläche auf. Die Nägel der Hinterfusse
sind wenig' kürzer als die der vorderen.
Die Zähne dieser Gattung'stimmen mit denen von Galictis sehr
überein und unterscheiden sich von ihnen nur durch den Mangel oder
die grosse Verkümmerung des innern mittleren Höckers der Reisszähne
und die mehr abgerundete Form der Höckerzähne.