
beim alten Vogel vorkommenden weissen Querlinien und Rändern des
Innern Fahnenbartes, auch am äussern schwache, hellbraune Querbind-
chen. Auf den obern Schwanzdecken sind runde weisse Flecken. Rer
Schwanz hat an der Spitze weissliche Säume und zeigt drei unzusammenhängende
schmale weisse Binden; ein Zeichen des Jugendzustandes,
da bei den ganz alten Vögeln nur die weissen Spitzensäume und eine
breitere Binde gegen die Mitte des Schwanzes hin übrig bleiben. Das
Halsband wird von bräunlichgelben Federn gebildet, welche nur an
ihren Spitzen die dunkle Farbe des Rückens haben. Die Kehle ist
weisslich; die ganze Unterseite des Vogels hell bräunlich gelb, nur an
den Seiten des Halses und der Brust befinden sich einige dunkle Querlinien.
Die Annahme, dass das hier beschriebene Kleid ein Jugendkleid
des C. concentricus sei und wahrscheinlich dem, dem Gefieder
des ausgeförbten alten Vogels unmittelbar vorhergehenden Stadium angehört,
erhält ihre Bestätigung durch einzelne, an der Brust und an
den Schienen befindliche, frisch gemauserte Federn. Diese neuen Federn
sind weiss, mit feinen, dunkelgrauen, kreisförmigen Querlinien
und stimmen ganz mit denen des alten Vogels überein.« Cabanis.
Ueber Lebensweise und geographische Verbreitung können wir
nichts angeben, da wir selbst den C. concentricus nie lebend beobachtet
haben.
7. Gen. N3SUS® Cuv.
Schnabel kurz, von der Basis an gebogen, stark; Firste abgerundet;
Kuppe spitzig; Nasenlöcher oval; Flügel kurz, kräftig; Tarsen
beschuppt, ziemlich dünn und lang; Zehen schmal und lang; Nägel
stark gebogen; Schwanz abgerundet.
1. N. PILEATUS. Less.
Die Haube ist dunkel schwarzgrau; die Federn der Stirne nur
wenig verlängert. Der Nacken und der Rücken sind schiefergrau, die
Flügelfedern und Flugdecken graubraun, erstere mit schmalen schwarzen
Binden auf dem innern Fahnenbarte und an dessen Basis am
Rande der hellen Binden weisse Flecken; von der untern Seite gesehen
sind die breiten Binden graulichweiss. Das nämliche Verhältniss
findet auf den Schwanzfedern statt, über welche vier breite schwarze
Querbinden verlaufen, von denen die breiteste die Schwanzspitze einnimmt.
Drei graue schmale Binden werden von denselben eingeschlossen.
Die Schäfte sind glänzend schwarz; die Kehle ist weisslich; Gesicht,
Brust und der ganze übrige untere'Theil des Körpers sind leicht
blaugrau, nur die Schäfte der Federn sind dunkelbraun, die Schienen
hell rothbraun, die untern Schwanz- und Flugdecken weiss.
Die Wachshaut ist grünlichgelb; der Schnabel horngrau, mit
etwas lichtem Tomienrändern; die Füsse gelblichgrau ; die Nägel
schwarzblau.
Ganze Länge 1' 8 ", Schnabel 1", Tarse 2 " l 1/*'", Flügel 10",
Schwanz Verhältniss der Tarse zum Flügel 1 : 4.
»Der alte, ausgefärbte Vogel ist zuerst vom Prinzen Maximilian
zu Neuwied in Brasilien gefunden und von Temminck in seinen Planches
coloriées abgebildet worden. Der verschiedenen Jugendzustände,
welche, nach der Analogie mit andern Falkenarten zu schliessen, von
dem Gefieder des alten Vogels mehr oder weniger abweichen mussten,
ist bisher noch in keinem Werke Erwähnung gethan. Es ist mir gelungen,
sowohl das Jugendkleid dieser Species, als das Uebergangs-
kleid zum alten Vogel zu finden, und zwar nicht in bisher noch unbekannten
Zuständen, sondern in dem von Temminck irrthümlich als
eigene Art beschriebenen und abgebildeten Falco poliogaster Natt.
Seit der ersten Publikation des F. pileatus Pr. Max. und F. poliogaster
Natt, durch Hrn. Temminck sind diese beiden Altersverschie-
denheiten einer und derselben Species von allen Autoren beständig als
zwei Arten aufgefuhrt, ja sogar (Vigors Zool. Journ. I.) in verschiedene
Gattungen gestellt worden; ein Umstand, welcher bei Beschreibungen
von Falkenarten wohl im Mangel an genügendem Material und
dem fortwährenden Abschreiben von Andern, ohne selbst zu prüfen,
seinen Grund hat. Auffallender möchte es indessen erscheinen, dass
diejenigen, welche die beiden vermeintlichen Arten in ihrem Vaterlande
untersuchen und beobachten konnten, wie dies bei Hrn. d’Orbigny
der Fall war, dennoch sich damit begnügen, den frühem Ornithologen
nachzubeten. Der von Temminck pl. col. pag. 295 als junges Weibchen
von F. poliogaster abgebildete Vogel stimmt vollkommen mit