
Rückens. Obere Augenflecken sind nicht vorhanden. Die einzelnen
Haare sind an der Basis dunkelgrau, dann ochergelb, an der Spitze
schwarz. Die Farbenvarietäten sind nach unserer Ansicht erst durch
Kreuzung mit europäischen Hunden entstanden.
Alle Mumien und Schädel von Hunden, die wir in den Gräbern
der Sierra gefunden hahen, gehörten dieser Species an; sie vertrat im
Gebirge den Ganis caraibicus der Küste; er machte mit diesem, den
Llama’s und Paco’s die gesammten Hansthiere der Indianer aus und
wurde damals, wie auch jetzt noch, zum Hüten der Viehheerden gebraucht,
wozu er sich ziemlich gut eignet.
Gegenwärtig findet man fast in jeder Indianerhütte der Sierra, besonders
aber bei den Hirten der Puna, mehrere dieser Thiere. Ein
Hauptzug ihres Charakters ist Falschheit und Tücke; dabei sind sie
aber tapfer und fallen mit Ingrimm weit überlegenere Feinde an und
schleppen sich tödtlich verwundet noch zum Angriff. Sie haben eine
merkwürdige Abneigung gegen die Weissen. Für einen europäischen
Reisenden ist es jedesmal ein ziemlich gewagtes Unternehmen, sich
einer Indianerhütte zu nähern, die von diesen Gebirgshunden bewacht
wird, denn sie springen oft hoch an den Pferden hinauf, um die Reiter
in die Waden zu heissen. Selbst gegen ihre Herren sind sie nicht
loyal und heissen sie bei der geringsten Veranlassung. Die Indianer
richten diese Hunde ab, um Rephühner (Crypturen) zu fangen, welche
sie aufspüren und erwürgen.
Alle europäischen Hundearten sind nach Peru gebracht worden,
wo sie sich über das ganze Land verbreitet haben; statt jede einzelne
Art aufzuzählen, haben wir vorgezogen, dieselben in der systematischen
Zusammenstellung der peruanischen Säugethiere unter der allgemeinen
Bezeichnung Ganis familiaris L. aufzuführen.
DIE KATZE.
W ir haben über dieses Thier nur wenig zu bemerken, da es fast
in ganz Peru mit Leichtigkeit fortkömmt und keine Abänderungen zeigt.
Wichtig ist die Bemerkung, dass sich in diesem Lande eine Elevations-
gränze für die Felis domestica findet, die anf 11,000' ii. M. zn setzen ist;
höher hinauf kommt sie, auch sorgfältig gepflegt, nicht mehr fort.
Es sind unzählige Versuche gemacht worden, die Hauskatze in der
Stadt Cerro de Paseo (13,228' ü. M.) zu halten, aber alle hahen unglücklich
geendet, indem die Thiere nach wenigen Tagen unter den
schrecklichsten Convulsionen (die die nämlichen Erscheinungen einer
sehr heftigen Chorea zeigen) starben. Es ist sehr kläglich, ein solches
ergriffenes Thier zu sehen, wenn es von den fürchterlichsten Zuckungen
am ganzen Körper befallen wird, plötzlich aufspringt, an allen Wänden
hinanklettert, zuruckfiillt, erschöpft eine Zeit lang regungslos liegen
bleibt, um bald wieder das nämliche Schauspiel zu beginnen. Die
kranke Katze sucht aber durchaus nicht zu heissen, aber auch die Menschen
nicht zu fliehen. In Yanli haben wir zweimal Gelegenheit gehabt,
diese Krankheit zu beobachten. Auch die feinem Racenhunde
sind derselben ausgesetzt. Die Eingebornen geben bald Quecksilber
welches bei der Amalgamation in den Minen von Paseo sich verflüchtigt,
bald die Ausdünstung des Antimoniums (!!), welches nach ihrer
Ansicht in grossen Gängen in der ganzen Cordillcra Vorkommen soll,
als Ursache des Uebels an und nennen diese Thiere Azogados oder
Asorochados. W ir suchen die Erklärung der Krankheit im verminderten
Luftdrucke auf diesen bedeutenden Höhen.
DAS MEERSCHWEINCHEN.
Es ist schwierig zu entscheiden, ob diese Thicrchen vor der spanischen
Invasion den Peruanern schon bekannt waren; wir sind geneigt
zu glauben, dass sie schon von den ältesten Zeiten her aus dem Flachlande
Brasiliens zu den Indianern am obern Amazonenstrome gekommen
und von da allmählig über ganz Peru verbreitet wurden. Gegenwärtig
sind sie ein sehr beliebtes Hansthier der Indianer der Sierra
und man trifft daseihst selten eine Küche, in der sie nicht schaaren-
weise hemmlaufen. Sie vertragen das kälteste wie das heisseste Klima
mit Leichtigkeit, denn sie kommen bei 14,000' ü. M. noch vortrefflich
fort. Einem Indianer, welcher in einem Sacke mehrere dieser
Thierchen hatte, entkamen einige in der Nähe von Pachachaca, in der
Punaregion des Ostabhanges der Küstencordillera, und pflanzten sich
so fort, dass daselbst auf einer Höhe, von 1 5 ,0 0 0 'ü. M. eine ausserordentliche
Menge derselben vorkömmt. Die Eingebornen nennen die