
Wir haben nur ein Exemplar dieser Weihe erlegt; ein Paar nistete
in der Nähe der Plantage Pacchapata, in der Waldregion, wovon
das Männchen hier beschrieben und abgebildet ist.
Dritte Familie. STI1IG1D.F.
Eulen.
Durch den Eulenkranz nähern sich die Weihen den Eulen und
machen gewissermassen den Uebergang von ihnen zu den Falken, so
wie unter den Eulen das Genus Noctua durch seine Lebensweise ein
Bindeglied zu den Tagraubvögeln bildet. W ir beginnen also mit demselben
die Reihe der peruanischen Strigid® *).
12. Gen. NOC TKA. Sav.
1. N. MELANONOTA. Tsch. Taf. IV.
IV. capite dorsoque saturale fuscis; alis dilutioribus fasciolis transversis
albicantibus; superciliis et collari albis, peetore ex ferrugineo-fusco, rufo-
maculato; abdomine fasciis transversis variis fuscis et albis-, hypochondriis
crissoque flavcseentibus; cauda saturate fusea fasciis angustis et apice albis.
Kopf und Rücken sind einförmig dunkel rauchbraun; ein breiter
weisser Streifen verläuft über jedes Auge bogenförmig nach der Ohrgegend
hin; jedem dieser Bogen sind einige Federchen mit hell roth-
braunem Saume untermischt. Die obern Flugdecken und der äussere
Fahnenbart der Schwungfedern sind heller als der Rücken. Die Fittig-
federn sind dunkel schwarzbraun, mit schmalen, hellbraunen Querbinden,
die am äussern Fahnenbarte mit einem weissen Punkte beginnen.
Das nämliche Verhältniss findet auf den Schwungfedern und an den
Eckflügeln statt. Die schmale Querbinde des äussern Fahnenbartes,
die innen etwas heller und am Rande weiss ist, entspricht jedoch der
innern nicht, die mehr nach vom gerückt, etwas breiter, grau, am
Rande (besonders an der Rasis der Feder) weiss ist; der Saum an
der Spitze dieser Feder ist meistens hell graubraun. Der Flügelbug
weiss; die untern Flugdecken falb. Das Gesicht und die Kehle sind
*) Sichtig gebildete Familiennamen, wie Strigidae, seilten, nicht leichtsinnig in barbarische,
ungrammatikalische umgewandelt werden, blcs um ein nobis dahinter zu setzen, wie cs Hr. d’Or-
bigny bei seiner Familie Strixideaj Ihut.
ganz weiss. Der Schwanz ist dunkel'schwarzbraun, mit vier sehr
schmalen, weissen Querbinden und weisser Spitze. Die Brust ist etwas
heller als der Rücken, saftigbraun, mit röthlichweissen Flecken. Die
Grundfarbe des Bauches und der Schienen ist weisslich, rostfarben
mit abwechselnd rein weissen und dunkelbraunen Querstreifen; die letztem
bestehen aus zwei dunkel saftbraunen Binden, die eine heller braune
einschliessen. Die Läufe sind wie die Schienen einfarbig; auf der
vordem Seite etwas dunkler als auf der hintern. Auf jeder der untern
Schwanzdeckfedern ist nur vor der weissen Spitze eine braune Binde.
Die Wachshaut ist dunkelgelb; der Schnabel lebhaft orangengelb,
an der Spitze und den Tomienrändern hell hornfarben; die Zehen sind
braungelb, die Nägel schwarzbraun.
Ganze Länge 1' 7", Schnabel 1" 6"', Tarse 1" 9'", Flügel 1 !" 6'".
Verhältniss der Tarse zum Flügel 1 : 6,8.
Im Conspectus Avium Nro. 25 haben wir frageweise hingestellt:
ob Strix hylophila Tcmm. nicht das Jugendkleid von dieser so eben
beschriebenen Species sei, da wir jene nur aus der Abbildung kannten.
Bei der Untersuchung des von Natterer aus Brasilien zurückgebrachten
und im Museum in Wien aufbewahrten Originalexemplares haben wir
zwar gefunden, dass Strix hylophila ein junges Thier, nicht aber das
von N. melanonota sei, da bei beiden Arten ganz verschiedene Färbungssysteme
Vorkommen, die sich, die Färbungsgesetze der Eulen verfolgend,
nie nähern können 1).
2. N. DOMINICENSIS. Cab.
Scheitel und Mantel sind dunkelbraun, mit sehr vielen feinen,
weisslichgelben, mehr oder weniger deutlichen Querstrichen. Einige
der Achselfedern, wie bei den meisten Eulen, gelblichweiss. Die obern
Flügeldecken wie der Rücken; die dem Flügelrande am nächsten sind
die dunkelsten. Die Fittig- und Schwungfedern so wie die Eckflügel
haben auf dem äussern Fahnenbarte abwechselnd schmale falbe und
breitere dunkelbraune, auf dem innern aber hell- und schwarzbraune
Querbinden. Die Schwanzfedern sind wie die Schwungfedern gezeichnet.
Die. Stirne ist schwarzbraun. Der Kranz verläuft von der
0 Im Conspectus und auf der Tafel soll es »melanonota« statt melanota heissen.
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