
man leicht die extremen Färbungen für specifische Verschiedenheiten
halten bann.
5. C. CRISTATUS. Vieill.
Der ganze Körper ist schwarz, mit einem leichten grünen, metallglänzenden
Anfluge; einzelne Federn der Haube sind sehr schmal und
stark verlängert. Der Hinterrücken, die Ober- und Unterschwanzdecken
sind sehr lebhaft rostroth. Die Oberflugdecken, die Flügel
und die Federn des Mittelrückens sind schwach rothbraun gesäumt.
Die beiden mittelsten Schwanzfedern sind schwarz, alle übrigen lebhaft
citrongelb.
Schnabel schwefelgelb, nach der Spitze zu weisslich; Tarsen
schwarzblau; Nägel schwarz; Iris kaffeebraun.
Ganze Länge 2 ' 1,5", Schnabel 2 " 5 "', Tarse 1" 9"'. Verhält-
niss der Tarse zum Flügel 1 : 5,5.
Vorkommen. Alle diese Species kommen in der Waldregion vor,
nur der C. palliatus wird in den Plantagen der Küste getroffen. Wie
der Ict. brevirostris fuhrt auch er den Namen Chivillo. In der Art,
wie diese Vögel ihre Nester bauen, stimmen sie mit den Icterus überein.
Sie sind den Hacienda’s durch ihre Menge sehr nachtheilig und
werden von den Indianern stark verfolgt. Ihr Geschrei ist unangenehm.
Die Gränze der verticalen Verbreitung dieses Genus ist in Peru bei
5000' ü. M.
Dreizehnte Familie. CORVIDA3.
Krähen.
69. Genus. €¥AlV®€OS3AZo Boje.
1. C. PERUANUS. Cab.
Die Stirn, das Gesicht unter den Augen und die Augenbraunen
sind sehr lebhaft hellblau; der Scheitel und der Nacken sind weiss,
mit einem leisen blauen Anfluge, der nach dem Vorderrücken zu etwas
stärker wird. Die Federn sind an dieser Stelle an der Basis strohgelb,
nach der Spitze zu bläulichweiss. Der Mantel und die beiden
mittelsten Paare der Schwanzfedern sind bläulichgrün. Die Oberflugdecken
und der äussere Fahnenbart der Schwungfedern sind grasgrün,
der innere schwarz, mit einem hellen Saume. Die vordere
Augengegend, die Seiten der Haube, die Ohrgegend, Kehle und
Vorderbrust sind tief sammtschwarz; der ganze übrige Unterleib und
die Unterflugdecken, so wie die zwei äussern Paare der Schwanzfedern
sind lebhaft gelb.
Schnabel schwarz; Tarsen schwarzblau; Nägel dunkelbraun; Iris
milchweiss.
Ganze Länge 1' 1", Schnabel 1" 3 '" , Flügel 5 " 3 '", Schwanz 6'",
Tarse 1" 6"'. Verhältniss der Tarse zum Flügel 1 : 3,9.
2. C. VIRIDI-CYANUS. Orb.
Der ganze Körper ist lebhaft grünlichblau; die Federn der Basis
des Schnabels, das Gesicht und die Kehle schwarz; die Vorderseite
des Halses schwarzblau, von der Brust durch eine schmale, weisse
Binde getrennt. Die Zügelbinde. und die Augenlieder sind ebenfalls
weiss; die Fittig- und Schwungfedern schwarz, mit einem dunkelblauen
Saume am innern Fahnenbarte; ähnlich verhalten sich die
Schwanzfedern.
Schnabel und Füsse schwarz; Iris bläulichweiss.
Ganze Länge 1' 1" 5 '", Schnabel 1", Tarse 1" 7,5'". Verhältniss
der Tarse zum Flügel 1 : 4.
Vorkommen. W ir haben diese beiden Species von Krähen nur auf
dem Westabhange der Anden gefunden. Der C. peruanus lebt dort zwischen
5000 — 80 00' ü. M. in den Subandinen-Wäldern in grosser Anzahl
und immer gesellschaftlich. E r verräth sich durch ein durchdringendes,
lang andauerndes Geschrei, wobei er deutlich die Silben quien-
quien wiederholt. Die Indianer benennen ihn nach diesem Rufe. Der
C. viridi-cyanus ist einer der seltensten Vögel, die wir in Peru beobachtet
haben. W ir sahen nur ein einziges Exemplar in der Sierra-
region auf einer Höhe von 10,000' ü. M. D’Orbigny fand ihn in den
Yunga’s von Bolivia 1).
0 In Columbien und Mexico kömmt eine zweite, dieser sehr nahe verwandte, Species vor.
C. CYANOCAPILLUS Cab. unterscheidet sich ausser den geringeren Grössenverhältnissen und
einem weniger stufigen Schwanz von der peruanischen Art dadurch , dass die ganze Haube bis in
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