
Erste Familie. SCIURINA. Blumenb.
1. Genus. SCIUMUS® Lin.
Der Kopf ist ziemlich sta rk ,. der Scheitel deprimirt, die Ohren
abgerundet, zuweilen mit einem Haarpinsel versehen. Der Körper ist
schlank, der Schwanz v fast immer länger als der Körper und mehr oder
weniger deutlich zweizeilig. Beckentaschen sind nicht vorhanden.
Die Schneidezähne sind sehr stark comprimirt und keilförmig zu*
gespitzt, besonders die untern, die obern convergiren nach vorn, die
untern liegen von der Wurzel an dicht aneinander. Die Zahl der obern
Backenzähne wird durch das frühzeitige Ausfallen der sehr kleinen
ersten auf vier reducirt, was für die ausgewachsenen Thiere Normal-
zahl ist, auch fallt der erste untere im vorgerückten Alter sehr häufig
aus, er ist aber viel stärker, als der ihm entsprechende obere. Die
Mahlfläche hat eine mittlere Grube, welche von zwei Querleisten begrenzt
ist; jede derselben endet nach aussen in einen kleinen Höcker.
Der Zahnkranz beginnt am hintern. innern Winkel des Zahnes, ist am
innern Rande nach vorn stark aufgetriehen und theilt sich am vordem
innern ^Vinkel in zwei Arme; der hintere bildet die vordere Querleiste,
der vordere ist niedriger und bildet den vorderen Zahnrand.
Beide Arme schliessen eine schmale schwache, nach vorn geneigte
Quergrube ein." Von der hintern Querleiste und dem hintern Zahnrande
wird eine ähnliche aber schmalere Grube eingeschlossen. Zwischen
den beiden äussern Endhöckern der beiden Querleisten ist ein
mittlerer innerer Höckeransatz. Der erste bleibende Backenzahn ist fast
ganz rund; der zweite und dritte sind breiter als lang, heim letzten
aber ist der Längendurchmesser grösser als der quere. Die untern
Backenzähne haben eine stark concave mittlere Grube, zwei äussere,
durch eine tiefe Furche getrennte Höcker, von denen der hintere grösser
ist, und zwei innere schwächere, von denen der vordere stärker ist.
Die Form der untern Backenzähne ist mehr abgerundet als die der
obern. Der letzte ist ebenfalls länger als die übrigen.
Fr. Cuvier Dict. Scienc. nat. X. 1818 hat vom Genus Sciurus L.
eine Anzahl von Species getrennt, die angeblich keinen zweizeiligen,
sondern einen rundbehaarten Schwanz haben, und vereinigte dieselben
unter dem schlecht gebildeten generischen Namen Macroxus. Die für
diese Gattung angegebenen Kennzeichen sind aber so unerheblich dass
die meisten Zoologen keine Rücksicht auf dieses Genus genommen
haben. Besonders ist das von der Behaarung des Schwanzes hergenommene
Merkmal sehr veränderlich, denn wir haben Exemplare von
Macrarus aestuans Cuv. mit sehr deutlich zweizeiligem Schwänze ge
sehen, und eben so bei Sc. variabilis mehrmals einen fast ganz runden.
Auch ist zu bemerken, dass bei den Bälgen durch das Trocknen und
schlechte Ausstopfen der Schwanz zuweilen seine ursprüngliche Form
etwas verliert.
Die Zahl der südamerikanischen Arten von Sciurus hat sich in
den letzten Jahren sehr rasch vermehrt j für Peru können wir vier
Arten anfuhren.
1. SC. VARIABILIS. Geoffr. Taf. X.
Der obere Theil des Körpers ist hellrothbraun, sehr fein schwarz
gesprenkelt * jedes einzelne Haar ist an der Basis grau, dann folgt ein
glänzend schwarzer Ring, diesem ein lebhaft braunrother, und zuletzt
die glänzend schwarze Spitze. Die Stirne und der Scheitel sind einförmiger
und heller als der Rücken. Die Seiten der Schnauze und
besonders die untere Seite des Unterkiefers sind einförmig gelblich-
roth, da die kurzen Haare in ihrer ganzen Ausdehnung so gefärbt
sind. Die Spürhaare sind 3 " lang und ganz schwärz. Die innere und
äussere Seite des Ohres sind dünn mit fuchsrothen Haaren besetzt, der
Ohrrand ist schwarz, Die Brust, der Bauch und die innere Seite der
Gliedmassen sind rein weiss, scharf von der übrigen Körperfarhe ahge-
gränzt. Die innere Seite der Fusswurzel der vordem Füsse ist hell-
gelbroth, mit sechs bis acht gelblichweissen langen steifen Haaren besetzt.
Die äussere Seite der hintern Extremitäten und die innere untere
derselben sind einförmig braunroth. Die Seiten des Bauches sind wie
der Unterkiefer gefärbt. Der Schwanz ist an der Wurzel schwarz
und rothbraun geringelt; nach der Spitze hin verschwinden die
schwarzen Ringe immer mehr und die braunrothe Färbung herrscht
Tor, so dass an der Schwanzspitze dieselbe die ganze Ausdehnung der