
»Die Vögel dieser Gattung sind klein und von bescheidener Färbung.
Gewöhnlich treten drei Farben, auf, von denen eine den Kopf
und Hals, eine zweite den ganzen Oherkörper, die dritte den ganzen
Unterkörper einnimmt. Der Oberschnabel ist bei allen von dunkler,
der Unterkiefer aber, mit Ausnahme der Spitze, von ganz heller Färbung.
« 1). Cabanis.
1. M. POLIOCEPHALUS. Tsch. Taf. X. Fig. 1.
M. supra prasinus, pileo facieque cceruleo-cinereis alis nigro-fuscis vi-
ridi-limbatis; subtus sulphureus, gutture cinereo, albo-striato, pectore dorso
dilutiore.
i) Die Aufzählung aller bisher gefundenen ausser-peruanischen Arten dieses Genus möge hier
ihre Stelle finden:
1. M. LEUCOCEPHALUS. Cab. (Todus leucocephalus Auct.) Die erste Fittigfeder ist sehr
kurz und schmal, die zweite beim Männchen sehr verkümmert, aber dennoch länger als die dritte.
Orbigny stellt in.seiner Synopsis 1. c. diesen Vogel mit einem andern, Tachuris de vieptre amarillo
Azar. Nro. 171, zu Alecturus und bildete später (Voyage Oiseaux pag. 334) aus beiden sein
Genus Arundinicola (nomen sesquipedale 1). Beide Vögel sind aber generisch verschieden und da
der Arundinicola leucocephalus Orb. zu Mionectes gehört, die von Orbigny gegebene Diagnose
in den meisten Punkten nicht auf Todus leucocephalus, sondern weit, besser auf die andere Art
Arundinicola flaviventris Orb. passt, so wird dieser letztere Vogel in der Folge als Typus von
Arundinicola zu betrachten sein.
2. MIONECTES RUFIVENTRIS. Cab. (Muscicapa rufiventris Lichtenst. Mus. Berol.) Der ganze
Kopf bis zum Nacken und die Seiten des Halses sind dunkel aschgrau, die Federn der Haube
mehr oder weniger olivengrün gerandet, die ganze Oberseite ist lebhaft hell olivengrün. Flügel
und Schwanz sind braun, die äussern Fahnenbärte hell gelbgrün überlaufen, die innern weisslich-
gelb (helvus) gerandet. Die ganze Kehle ist hellgrau, die Schäfte der einzelnen Federn weiss-
lich, wodurch feine, hellere Striche entstehen.. Die ganze Unterseite von der Brust an bis zu den
untern Schwanzdecken, so wie die untern Flagdecken sind lebhaft gelblich rostfarben. Die beiden
ersten Fittigfedern sind sehr schmal, die folgenden nehmen allmählig an Breite zu. Die fünf
ersten sind, besonders beim Männchen, nach der Spitze zu sehr verschmälert und zugespitzt.
Die vierte und fünfte Schwinge sind die längsten, die zweite kürzer als die sechste, die erste bedeutend
kürzer als die siebénte. Ganze Länge 5%", Flügel 2 " 8 '" , Schwanz 2 " 2 '" , Tarse
8 y2'n , Schnabel 8 V2 '" . Vaterland: Brasilien.
3. MIONECTES OLEAGINEUS. Cab. (Muscicapa oleaginea. Licht. Doubl. Verz. pag. 55.
Nro. 565.) Ist der vorhergehenden Art äusserst ähnlich, unterscheidet sich aber von ihr durch
die geringere Grösse und durch den Mangel der grauen Farbe an Kopf und Hals; dié ganze obere
Seite ist einfarbig hell olivengrün. Die Schwungfedern zeigen breite, helle Ränder; die ganze
Unterseite einfarbig rostgelb. Die Kehle bis zur Brust etwas schmutzig graulich überlaufen. Die
dritte und vierte Schwinge sind die längsten, die zweite ist etwas länger als die sechste, die
erste länger als die siebente. Ganze Länge %•%.“* Flügel 2 " 4 '" , Schwanz 1" 1 0'", Lauf 7 " ,
Schnabel 7 '" . Vaterland: Brasilien und Cayenne.
. Stirn, Haube und Augenkreis sind grünlichgrau; Nacken, Rücken
und Bürzel zeisiggrün; Fittig- und Schwungfedern sind schwarzbraun,
am äussern Fahnenbarte grün, am innern falb gesäumt. Die Schwanzfedern
sind mattbraun, mit einem grünlichen Saume am äussern Fahnenbarte.
Kehle, Hals und Ohrgegend sind etwas heller grün als der
Kopf, die einzelnen Federn mit weisslichen Schaftstrichen. Die Brust ist
grünlich, der Bauch und die Weichen strohgelb, der Steiss und die
untern Schwanzdecken weisslichgelb, die untern Flugdecken falb.
Oberschnabel schwarzhraun, an der Basis etwas heller; Unterkiefer
weisslichhraun, mit dunklerer Spitze; Läufe und Zehen hleifarhen;
Nägel bräunlichgelb.
Ganze Länge 5 " 4% Schnabel 9'", Tarse 7i|,'", Flügel 3 " 10"'
Verhältniss der Tarse zum Flügel 1 : 6,7.
Vorkommen. Der hier beschriebene Vogel lebt nur in den tiefem
Waldregionen, in niederm Gesträuche der Vorwälder, wo er Insekten
jagt. W ir haben ihn sehr selten getrolfen und nur zwischen 11 — 12°
S. B.
Vierte Familie. MlJSCICAPIDiE.
Fliegenschnäpper.
Erste Subfamilie. Tyranninee.
15. Gen. SCAPMOMMVNCIIUgo Prinz Max.
1. SC. AUDAX. Tsch.
Die Grundfarbe des obern Theiles des Körpers ist schwarzbraun,
jede Feder von einem grünlichweissen Saume umgeben, die obern Flugdecken
und Eckflügel von einem rein weissen. Die Federn der Haube
sind lebhaft citrongelb, mit schwarzbraunen Spitzen. Stirne und Augenbraunen
sind sclimutzigweiss. Die Fittig- und Schwanzfedern sind
braunschwarz, die erstem am äussern Fahnenbarte schmal, letztere breit
hell rostroth gesäumt. Die obern Schwanzdecken sind rothbraun, in
der Mitte etwas dunkler. Die Kehle ist weiss, der Unterleib schwarzgelb,
jede Feder mit einem schwärzlichen Schaftstriche.
Schnabel schwarzbraun; Füsse bleifarben; Nägel schwarz; Iris
schwarzbraun.