
Ganze Länge 3 ' 4", Schnabel 2 " 2"', Tarse 5,5". Verhältniss
der Tarse zum Flügel 1 :J3,9.
Weibchen. Die Federn der [Haube sind weiss, mit schwarzen
Spitzen. Gesiebt, Hals und Kehle mit ziemlich regelmässigen, schwarz
und weiss gefleckten Querbinden, indem der mittlere Theil jeder Feder
weiss, der Rest schwarz ist. Rücken schwarzbraun, mit schwachem
Metallschimmer. Die Fittigfedern und Oberflugdecken sind schön röth-
lichbraun, mit feinen, unregelmässigen, schwärzlichen Zeichnungen,
meistens in Form von schmalen Querhinden. Die Schwungfedern sind
etwas dunkler, auf dem äussern Fahnenbarte mit unterbrochenen schmalen,
weissen Querhinden. Der Unterhals ist wie der Rücken; die
Brust mehr rötlilichbraun; der Bauch gelbhraun, mit helleren und
schwärzlichen ausgeprägten Zeichnungen. Der Steiss schwach röthlich.
Schnabel gelblichgrau; Tarsen hell röthlichgrau; Nägel hellbraun.
Ganze Länge 2 ' 10".
Temminck (Hist. Nat. Gail. p. 22) trennte als eigene Species unter
dem Namen P. 'rubra den Caxolitli Ilernandez Mex. C. 40. pag. 25
von Crax alector Lath. Er vereinigt demselben als Synonym den C.
peruvianus Briss. Ornith. I. pag. 305. 16 und stellt sehr richtig auch
die übrigen ältern Synonyme zusammen. W ir sind im Stande, nun
hier mit Bestimmtheit anzugehen, dass diese Species zwar gut, aber
nur auf weibliche Individuen gestützt sei. Temminck hat wahrscheinlich
keine Männchen beobachtet oder dieselben mit Crax globicera
verwechselt, dem sie in . ihrem Habitus, Färbung etc. sehr nahe kommen,
sich sogleich aber von allen übrigen durch die bedeutend langen
Tarsen auszeichnen. Diese Species ist die grösste der bis jetzt bekannten
Cracideen. Gerade schon die Bemerkung bei Temminck wegen
des Verlaufes der Luftröhre; ferner das Citat von Bonat Tab. Encycl.
Ornith. 174. Var. C.; ferner die grosse Geschlechtsverschiedenheit bei
andern Species (C. discolor Natt.) weisen darauf hin. W ir haben
mehreremal Gelegenheit gehabt, beide Geschlechter gleichzeitig zu
schiessen und uns von der Richtigkeit unserer Ansicht vollkommen zu
überzeugen. Dieselbe wird noch durch die Angaben anderer Reisenden
bestärkt, besonders durch die von Deppe, welcher an der Westküste
von Mexico Männchen und Weibchen von diesen Crax zu gleicher
Zeit tödtete und die jetzt im Mnseum zu Berlin aufbewahrt werden.
Da der von Temminck angegebene Namen sich nnr auf Geschlechts-
Verschiedenheit bezieht und leicht zu Verwirrungen Anlass geben
könnte, da die Männchen so sehr verschieden von den Weibchen sind
und mit denen der übrigen Species übereinstimmen, so glaubten wir,
eine Abänderung des Namens werde sich rechtfertigen lassen, und
haben diese Species nach dem Verfasser der in jeder Beziehung ausgezeichneten
Histoire naturelle des Pigeons et Gallinace'es »C. Tem-
minckii« genannt.
Diese Vögel leben paarweise auf hoben Bäumen, nisten aber auf
der Erde. Die Indianer nennen sie Hatun huallpa.
8. Genus. ©UMAX. Cuv.
Die beiden, schon lange Zeit ans Brasilien bekannten, Species
dieser Gattung, 0. galeata Cuv. und 0. mitu Xemrri., kommen im nordöstlichen
Peru, in der Provinz Maynas, häufig vor; etwas seltener in
den Montanas des mittlern Peru; doch haben wir sie in den meisten
derselben noch getroffen.
Sechste Familie. PEKELOPID/E.
Waldhühner.
9. Genus. PENIEIL©]P]Eo Lin.
W ir haben in Peru sechs Species von Penelope gefunden. In
den dichten Urwäldern 1. P. cristata Lin., 2. P. marail Lin., 3. P. pi-
pile Lin.; in den Vorwäldern, zwischen 3 — 5000' ü. M., 4. P. aburri
Gold., 5. P. adspersa Tsch., und in der subandinen Waldregion von
5 — 7000' ü. M. 6 . P. rufiventris.
Bei den meisten Arten dieser Familie setzt sich die Luftröhre vor
ihrem Eintritte in die Brusthöhle über dem rechten oder linken Hakenschlüsselbein
auf den grossen Brustmuskel, an dem sie durch lockeres
Bindegewebe befestigt ist, fort und bildet unter der Haut eine mehr
oder weniger weite Schlinge; nur bei wenigen steigt sie direkte in die
Brusthöhle (P. pipile). Es ist übrigens die Form der Schlinge nicht
immer conslant und bei vielen Species nur bei dem Männchen bemerk-
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