
blühender Garten, wo kurz vorher das traurigste Abbild der Zerstörung
und des Todes war.
Nun tritt auch Leben in sie. Rinder, Pferde und Schafe werden
dahin getrieben und finden eine sehr reichliche Nahrung. Sie stehen
unter^der Aufsicht der Lomeros, einer Klasse von Indianern, die mit
zum schlechtesten Gesindel der Küstenbewohner gehören. Während
mehr als vier Monaten, der ganzen Zeit, in der sich diese Thiere auf
den Lomas aufhalten, bekommen sie nichts zu saufen. Die Entfernung
von den nächsten Quellen beträgt oft 8 —10 Meilen. Sie scheinen
auch bei der fortdaurenden Feuchtigkeit dasselbe nicht sehr zu bedürfen,
denn sie verlassen die Lomas im October immer sehr wohl genährt.
Stellen wir nun die angegebenen Verhältnisse kurz zusammen, so
finden wir:
1) Der Regen fehlt da, wo keine Vegetation in grosser Ausdehnung
vorhanden ist. 2) Je stärker die Vegetation auf den Lomas ist, desto
dichter fallen die Garuas. 3) Auf den Oasen in der Nähe der Flüsse
sind die Garuas bedeutender, als auf den sie begränzenden Sandflächen.
4) Im Norden von Peru bei Tumhez, wo Sumpfpflanzen anfangen
aufzutreten, nehmen Regen die Stelle der Garuas ein; nach Osten
beginnen sie, wo die Cordilleras anfangen höher und pflanzenreicher zu
werden. 5) Der W ind herrscht fast das ganze Jahr von Süden und Südost.
Es sind Versuche auf die verschiedenartigste Weise gemacht worden,
diese eigenthümliclien Erscheinungen zu erklären; die Aufgabe
muss aber immer noch als ungelöst betrachtet werden. Der Einfluss
der von Herrn von Humboldt im Jahr 1802 zuerst beobachteten, von
Capt. Duperrey später genauer bestimmten, kalten Strömung aus S. W .
an die Küste von Peru ist dazu von Prof. Meyen zuerst, aber sehr
unbefriedigend, angewendet worden. Sie setzt eine, bis jetzt durchaus
noch nicht nachgewiesene, Abänderung der angeführten Strömung während
der Monate November bis April voraus.
b. B | n n e n r e g i o n.
1 500—4 0 0 0 ' ü. M.
Durch die Erzeugnisse der Pflanzen- und Thierwelt ist diese
Region noch innig mit dem Rinnentheil der vorhergehenden verbunden.
Sie wird von der meist fächerförmigen Ausbreitung der nach Westen
streichenden Cordillerathäler gehildet. Trotz ihrer höhern Lage über
das Meer ist sie heisser .als die erstere; ihre mittlere Temperatur in
der kalten Jahreszeit ist 18° 2 R., an der Küstenregion 15° 8 R., in
der heissen 23° 4 R., an der Küste 21° 6 R. Hier beginnt die
Regenzeit im Monat Mai und dauert bis im October. Die freiwillige
Vegetation ist nicht sehr üppig, die künstliche aber ist ausserordentlich.
Von Früchten finden sich dieser Region eigenthümlich die Chirimoya
(Anona tripetala Ait) und Granadilla (Passiflora quadrangularia L.), in
den höhern Puncten die Kartoffeln. Die übrigen Südfrüchte, welche
in Peru Vorkommen, sind beiden gemein. Das Zuckerrohr gedeiht
noch hei 3600* vortrefflich. •
Die Meeresfauna ist natürlich nur der Küstenregion eigenthümlich.
Reiden kommen aber zu: einige Didelphysarten; eine Cavia; die
Gathartes, wovon C. aura hesonders der Küstenregion angehört; einige
Tachyphonen der Crotophaga Casasi und einige Columhae. Von Amphibien
die Rufothaul, mehrere Microlophi; Schildkröten und Crocodile.
B. WESTLICHE SIERRAREGION.
4 0 0 0— 1 1 ,500' ü. M.
Diese Region, deren Anfang viel tiefer zum Meeresniveau steht,
als die Sierra der Ostabdachung, besteht aus den vielfach verzweigten
Thälern, die, von dem Kamme der Cordillera nach Westen streichend,
von den Querzügen hegränzt und den Küstenflüssen durchschnitten
werden. Nach unten setzt sie sich in die vorbeschriebene Region fest,
nach oben verliert sie sich in die Gipfel der Anden. Die Abdachung
ihrer obern Hälfte ist viel steiler als die der untern. Die Gebirgszüge,
die diese Thäler einscliliessen, erheben sich nur im obern Theile zur
folgenden Region, im untern Theile aber übersteigen sie die Sierra-
region nicht. Es finden sich hier keine grossen Ebenen und die kleinen
liegen nur auf den Kämmen der Gebirge; die unwegsamen Thäler
sind meistentheils nicht breiter als das Flusskette. Die Flüsse sind
reissend, verheerend, tief eingeschluclitet; die Süd- und Nordabhänge
der Gebirge fast immer senkrecht. Quellen sind sehr zahlreich; das
Wasser von vielen ist sehr schädlich und bedingt eine eigenthümliche