
2. CH. MEXICANA. Tsch. tab. 5 , fig. 3.
Ch. supra. bruneo-canescens, subtus ddutior, alis fuscis; prosthcmate
elongato, triangulavi; patagio interfemorali lato, brdvi, exciso j ungnibus
nigris.
Die Färbung ist einförmig bräunlichgrau, am Bauche etwas heller;
eine ungefähr einen Zoll breite nach vorn concave Flughaut verbindet
die Schenkel. Der Schwanz scheint nicht vorhanden zu sein; bei dem
von uns untersuchten Fxemplarc verläuft in der Mitte der Schenkelhaut
ein lichterer Streifen, der aber nicht auf Anwesenheit eines Schwanzes
deutet. Die Nägel sind wie bei der vorhergehenden Species, aber ganz
schwarz. Das Nasenblatt sitzt mit einer breiten Basis auf, ist aber
schmäler, länger und spitziger als bei Ch. peruana. Länge von der
Schnauzspitze bis zur Schwanzwurzel 3", des Kopfes 10;//, des Vorderarmes
1 " 6'" ; Flugweite 11".
Im Museum von Berlin befindet sich diese Species, als deren
Vaterland Mejico angegeben ist. Den Speciesnamen Ch. opercularis,
der noch nicht publizirt ist, haben wir geglaubt umändern zu müssen,
da er sich auf ein zufälliges Merkmal bezog, denn beim Ausstopfen
oder Präpariren wurde das Nasenblatt auf die Schnauze geklebt,, wodurch
eine Art Schnauzdeckel entstand.
Zii dieser Untergattung gehört, nach dem Zahnbau und der Zunge
zu urtheilen, auch die in Brasilien, aber nicht in Peru vorkommende
Glossophaga ecaudatä Geoffroy.
Lebensweise und geographische Verbreitung. .Von diesen Verhältnissen
können wir nur sehr wenig angeben; wir- haben die Ch. peruana
auf einer Höhe von 3 0 00' ü. M. am Ostabhange der Cordillera geschossen,
wo sie um die Hütte, in der wir wohnten, am Abende
herumschwirrte und mit dem M. myosuros zugleich v,orkam, und viel
schneller als dieser letztere flog. Viel häufiger ist Gloss. amplexicau-
data, die jedoch nur im östlichen Striche vorkommt. Sie hat wie
bekannt einen grossen Verbreitungsbezirk, der schon südlich von Rio
de Janeiro beginnt und sich bis nach Guyana und Columbia erstreckt,
denn wir haben Exemplare aus beiden Ländern gesehen; nach Westen
setzen die Binnencordillera ihrer Ausdehnung eine Gränze.
Es ist bekannt, dass Gl. amplexicaudata auch zu den blutsaugenden
Handflüglern gehört; dass aber die Unterabtheilung Choeronycteris
sich auf ähnliche Weise ernähre, möchten wir bezweifeln. Im Magen
von dem einzigen Exemplare, dessen wir habhaft werden konnten?
fanden wir Ueberreste von Dipteren*
3. Genus. YESPEBtTIEI©® Finne.
Form, dent.: dent. ine. -fy f , dent. lan. y^T, dent. mol. | j | |= | , | i f .
Die Fledermäuse haben ein etwas verlängertes Gesicht und ein
abgerundetes Hinterhaupt; das Nasenblatt fehlt ihnen. Die Oberlippe
ist nicht gespalten. Die Ohren sind gewöhnlich so hoch als der Kopf,
zuweilen sehr gross, selten kleiner; oft vereinigen sie.-.sich mit der
Basis auf der Stirn, meistentheils aber stehen sie frei; die Form der
Klappe ist veränderlich. Zahlreiche Drüsen mit deutlichen Ausfiih-
rungsgängen sitzen im Gesichte. Die Flughaut ist stark entwickelt.
Die Schenkelhaut reicht bis zur obern Hälfte des Daumens, die untere
ist frei; der Schwanz ist ganz von ihr umschlossen und ragt oft über
sie hervor. Nur der Daumen trägt einen Nagel. Der Mittelhandknochen
des Zeigefingers trägt eine Phalanx, der des Mittelfingers drei, der des
vierten und liinftcn zwei.
- Gewöhnlich (in der Jugend immer) sind vier obere Schneidczäline
vorhanden, von denen je zwei neben einander und dicht am entsprechenden
Eckzahne sitzen, und es lassen diese zwei Paare Schneidezähne
eine Lücke zwischen sich, welche durch das Nichtzusammenstosscn der
Zwischenkiefer bedingt ist. Im Alter werden oft die äussern kürzen»
ausgestossen. Im Unterkiefer sind sechs Sclineidezähne; sie sind mehr
zackig und liegen in einer Reihe ; selten gehen sie im Alter verloren.
Die Eckzähne sind stark nach aussen gebogen. Die Zahl der Backenzähne
ist, wie die Formel zeigt, veränderlich; die drei letztem wahren
Backenzähne sind constant mehrzackig, der vor ihnen stehende ein-
zackig*.
Liune' Syst. Nat. 1753 vereinigte unter dem einzigen Genus Yes-
perttho alle ihm bekannten Handflügler; ihm folgten die ältern Naturforscher;
später aber wurde es vielfach zersplittert und der Gcnüsname