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()8 1. Arktisclie Floni. Aiisfi,'au;j,'spiuikte (Un- WM,n(U'rHiifi,'en. 69
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Aiierkcinunig von Seiten dev Systematiker ei'veicht werden kann.
Wo aber der Hau der Rltitlie ein BO eigentliihnliclier IST^, wie bei den
meisten monotypisehen Gattungen, kann kein(i Meinnngsverseliiedenlieit
darüber stattfinden, dass eine Kraft, sie zu erzeng'en, gewirkt
habe, die anizuklären unsere Krfahrnngen iiber die Variabilität der
Arten nieht gentigen, leli finde nnn in der arktiselien Flora die l'iir
ihi'ii giU'inge Mannigfaltigkeit nngemein liolie Zalil von 10 monotypisehen
Gattungen^ die gnisstentlieils nur sporadiseli in niedrigereii
Breiten wiederkehren. Rein (Midemisch ist eine Graminee ( rieuropocjon),
die bis jetzt nur anf den Pari'y-lnseln beobachtei wnrde.
Beinalie endeuiiseh kann man ferner eine Caryopliyllee (Merchiä)
nennen, die vom nordwestliclien Tlleil des arktischen Amerikas bis
zur Kolyma im östlichen Sibirien vorkommt nnd südwärts nnr bis
Kamtseliatka verbreitet ist. Diese beiden Gewächse sind also fiir
die westliclien Vegetationseentren des Polarbeckens bezeiclinend, als
deren Ostgrenze die Scheidung der beiden arktischen Meeresströmungen
am Tschnktsclienlande betrachtet werden kann. Denn an
diesen Küsten, in demjenigen Meridian, der das östliclie Sibirien mit
dem Wrangellande verbindet, liat man einen periodischen Wechsel
der Strömungen beobachtet. Nach dieser Grenzbestimumng tlieileiï
sich die 10 Monotypen der arktischen Flora in der Weise in die
beidoui Kontinente, dass bei 3 Gattungen der ( Osmotàam^iiis,
Gtpimmidray Koemgia), bei 4 der amerikanische Urs])rung gewiss ist
(Merckia, Dotifflasia^ Dodecaiheon^ Vleuropogon) : bei den drei übrigen
lässt sich diese Sondernng nicht mehr deutlich erkennen (Diapemia^
MonoUim ^ Duponäa) y doch ist auch bei diesen die amerikanische
1 leimath wahrscheinlich. Diese Ergebnisse geben eine dentliche
Vorstellung von der circnmpolaren Verbreitung der arktischen Pflanzen
überhanpt. Die Wandernng ist im Polarbeeken dnrch die Konfiguration
des Festlandes und durch die Meeresströmungen so erleichtert
worden, dass in diesen Breiten, wie es noch im Waldgebiete
möglicli ist, eine Sonderung der Florengebiete beider Kontinente
nicht durchzuführen sein würde,
Vergleichen wir in dieser Beziehung die Reihe der endemisclien
Arten, so bemerken wir, dass unter ihnen nnr drei anf Asien, elf anf
Amerika bescliränkt sind. Der Uebergang in die alpinen Regionen
ist in Asien, wo hohe Gebirgsketten sich durch die ganze Breite des
Kontinents erstrecken, iji weit höherem Grade begünstigt als in
Amerika. I^jbe.nso leicht konnten sich in Furopa die arktischen
Pflanzen aus den Tundren nach l.appland, durch die Gebirge bis zn
den Alpen verbreiten, wie wir ans zahlreichen gemeinsamen Pflanzen
erkennen können. Im östlichen Kontinent sind daher mir wenige
IJeberreste der ursprünglichen Vegetation auf die arktische Flora
bescliränkt geblieben. In Amerika bieten nnr die Rocky Mountains
und das isolirte Gebirge von New Hampshire Raum fiir die Anfnahme
arktisclier Pflanzen, und die ersteren sind sowohl durcli ihre Axenrichtnng
als die geringe ]5reitc ihrer alpinen Region wenig dazu geeignet.
Hieraus erklärt sich also die Erscheinung, dass in Amerika
die arktisclien Pflanzen in den Gebirgen viel spärlicher wiederkeliren,
als im östlichen Kontinent.
Heer'^') liat zu Gunsten der Darwinschen Hypothese über den
Ursprung der arktischen Flora geäussert, dass man im I^olargebiete
Amerikas alpine Gewäclisc Europas, aber kehie amerikanische Gebirgstypen
antrelfe. Allein dies ist nur in J5ezug auf die circum-
[)olaren Arten richtig, die sich eben von Asien aus in beiden Richtungen
mit den Strömnngen verbreitet haben, nicht aber passt es auf
diejenigen, in denen sicli der Unterschied beider Kontinente ansspricht.
Wie viel leichter der Austauscli mit den Waldgebieten in
demselben Kontinente stattfinden konnte, geht daraus hervor, dass
in dem Hooker'schen Katalog der arktischen Flora 12 Gattungen
enthalten sind -»'-^), die in Amerika diesseits und jenseits des Polarkreises
vorkommen, ohne in den östlichen Kontinent überzngehen.
Dies sind eben die amerikanischen Typen, die der grönländischen
Flora durchaus fehlen. Dass auch der Süden Grönlands, der doch
fast bis zum sechzigsten Breitengrade herabreiclit, viel weniger Pflanzen
des Waldgebicts aufgenommen hat, als Island, ist durcli die Absonderung
vom Festlande und dadurch zn erklären, dass die Meeresströmungen
keine Verknüpfung mit entsprechenden Klimaten der
gemässigten Zone herbeiführen.
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