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462 IV. Steppengebiet.
dürr machen, wie den Flugsand der unterirdische Abfluss, aber die
Vegetation selbst, sofern sie Schatten wirft oder Humus bildet, wirkt
in entgegengesetztem Sinne. Von holzigen Salsoleen findet man in
den südlicher gelegenen Lehmsteppen (bis 48 o N. B.] oft nur den
Saxaul, der als Baum oder Strauch immer einigen Salzgehalt anzeigt
und in der Dürre gewöhnlich zu niedrigem Gestrüpp verkümmert;
die einjährigen Chenopodeen sind häufiger (Koc/iia). und werden von
Artemisien und einigen wenigen anderen Stauden begleitet [Euphorbia)
. Nirgends, sagt Baerls) von einer solchen Steppe an der Wolga,
also ausserhalb des Saxaul-Bereichs, liess sich ein freundliches Grün
«rblicken, nur hier und da ein von Behaarung der Blätter grauer
Farbenton, während der feuerfarbene Boden von der Sonnengluth
gleichsam entbrannt erschien. Auch Borssczow bezeichnet die
Einförmigkeit, das todte Aussehen der Landschaft südlich von Irgis
als etwas-Unbeschreibliches. Die Terrassen, zu welchen sie sich
erhebt, entbehrten an vielen Orten entweder jeder Vegetation, oder
waren auf unübersehbaren Strecken mit einer düsteren Artemisie
[A. fragrans) bedeckt, zu welcher sich hier und da kärgliche, fusshohe
Saxaulsträucher und noch ein paar andere Salsoleen gesellten.
Ein ähnliches Bild der Oede bietet die Steppe auf der Halbinsel
Mangischlak 98) an der kaspischen Abdachung des Ustjurt,
unter deren spärlichen Halophytenvegetation nur eine einzige blattlose
Chenopodee [Anahasis aphylla) im Sommer grün ist, wo aber
doch im Frühling vereinzelte Gräser zum Vorschein kommen, ohne
dass die todte Färbung des Bodens dadurch belebter würde.
Mit zunehmender Feuchtigkeit des Bodens, die hier, vom Abfluss
unabhängig, auf dem Verhältniss der Niederschläge zur Verdunstung
an Ort und Stelle beruht, vereinigen sich die Halophyten
zu der Formation der geselligen Salsoleensträucher und Tamarisken.
Wächst zugleich der Salzgehalt, so erreichen die Chenopodeen die
grösste Mannigfaltigkeit, die einjährigen Formen wachsen an der
Seite der holzigen, und mit den Artemisien verbinden sich die schönen
Laubrosetten der Staticen. So gehen diese Bildungen, je mehr das
Wasser sich sammelt, in die eigentlichen Salzmoräste über, denen
auch die Rohrgräser nicht fremd sind, die zuletzt an den Ufern
der grossen Binnenmeere die Halophyten ganz oder theilweise verdrängen.
UterwaMimgen. - Schnee- und Baamgren.e. 463
Von den fremdartigen Fomatlonen der Steppenflora, weld.e die
Befenlnng des Bodens während des Pommers
schliesslich noch m erwähnen, dass sie ebenso wemg m ihre. An »dZl wie in ihren Formen von denen des Waidgebiets .u unter-
S sind. Die leichten H»l.er, welche die Uferwal iing bilden.
best hen hauptsachlich ans Weiden nnd Pappeln, und unter den leto-
" c t e n in Asien mehrere eigentbumliche Arten an (Fopüu.
teien tieten 1 .^er mir selten sind, wie in Hochtnrkestan,
«(oiraftM n. ifMinos«)- Abel mir sbiici. , w.Ue « nmto
Ufer der Flüsse von breiten Streifen hochstämmigen Waldes um
i ™ me strauchförmigen Weiden und die Eolirgräser eignen sich
berer f«r das Ueberschwemmungsbereich anf ebenem Boden die
M i l entsprechen dem stärkeren Gefälle in der Nachbarschaft der
Gebirge, .n deren Waldregionen wir nun übergehen.
Eesionen. Die Einflüsse des Steppenkhmas anf die Hohen-
.reu.en de! Vegetation werden am deutlichsten erkannt, wenn man
r e d t e n der Pp-enäen vergleicht, die mit dem Kaukasus und
I m Îhi ans l n unter gleicher Breite liegen. Die durch den wo ken-
„ s ! i " rLhte Lolation und die Abnahme der Niedersch äge
m lnne r rde s Kontinents wirken auf die Schneelinie in en sprechend
e G de clevirend, nicht aber oder kaum bemerkbar auf die obere
mengrenze der Wälder. Die Schneelinie liegt am Kaukasus 240
" u e h e n Abhänge des Thianschan über 3000 Fuss hoher, a
T d Centralpyrcuäen. Die hSehste Elévation der S ç ^ - g «
in der mittleren oder Karakorum-Ketto des Himalaja «3) nachge
: Z X o dieselbe - einem Niveau hiuaufgedrängt ^ ^
unter gleichem Parallelkre^ C
Die Baurnffreiizen des Kaukasus uuu uoo , . .
^ 4 0 0 der 500 Fuss h»her. als auf den Pyrenäen, und. da d »
"i neren Ketten des Himalaja die Wälder fehlen, so kann das daselb
T f terrlrischer Bewässerung beruhende. vereinzelte Vorkommen
I w u t n in grossenmhen«, mit denVegetationsgrenzcn anderer
ftpbir^re nicht füglich verglichen werden.
® Sc HebunI der Schneelinie anf den Gebirgen des Steppengebiets
ist viel leichter zu erklären, als das " " ^
L . Der Kaukasus erhebt sich unmittelbar aus ä™ Tu,fla°de. hie
Taben wir den reinen Ausdruck eines Kontinentalklimas, dessen
S mmeiwärme in Tiflis Uber 4 « hSher ist, als in Pan«) , nnd wo
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