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556 Qiiellenscliriften und Erläuterungen.
punctata, Satureja pygmaea u. s. w.) durchaus unzulässig erscheint, betrachte
ich folgende Arten als endemische Gewächse der Karpaten : Melandriam
Zaioadzkii, Silene dinarica, S. nivalis [Lychnis Kit.), Dianthus
callizomis, D. Henteri, Scleranthus imcinaüts, Arahis neglecta {A. glareosa
Sclmr), Thlaspi dacicwn, Ranunciihis carjmtic^is, Sempervivum patens [S.
Heuffelii Schtt,), Saxifraga perdurans (Tatra), S. carpatica, S. kiteoviridis,
S, Rocheliana, S, heticJierifolia, Chaerophylhtm nitidiim (Tatra), lieracleim
pahnatum, Verojiica Baunigartenii, Swertia punctata, Gentiana phlogifoha,
Asperida capitata, Campanida carpatica, C. tvanssylmmca (C. thyrsoidea
Baumg.), Chrysanthemum rottmdifolium, Anthemis temtifolia, Tephroseris
Fussii, Crepis viscidula, Festuca carpatica [F, nutaiis Wahlenb,), Alopeciirus
laguriformis.
201. Uebersicht der 37 monotypischen Gattungen (die Zahl ist übrigens,
wie z. B. aus der Vergleichung mit Christ's alpinen Monotypen
(a. a. 0. S. 29) hervorgeht, wegen verschiedener Auffassung des Gattungsbegriffs
ziemlich unbestimmt).
11 aus den Alpen (auf dieselben beschränkt ZaAZörzÄem, Wulfenia,
Paederota (2 Arten), Arctium; auch auf die Karpaten übergehend Hacquetia,
auf diese und den Jura Chlorocrepis, auf die Pyrenäen und Vogesen
Schlagintweüia, auf die Apenninen oder andere Gebirge des Mediterrangebiets
Erinus, Tozzia, Hormimtm, Aposeris) ;
4 aus den Amurfloren (ich zähle nur die als selbständig anerkannten,
nämlich die Zanthoxylee Phellodendron, die Cucurbitacee Schizopogon,
die Araliacee Eleutherococcus, die Synantheree Symphyllocarpiis) ;
3 aus den Pyrenäen [Xatardia, Dethawia, Ramondia) ;
3 aus dem europäischen Tieflande [Suhularia im nördlichen Europa,
in der arktischen Flora und Nordamerika nur sporadisch ; Arnoseris allgemein
verbreitet und in Spanien wiederkehrend; Litorella, auf das
Buchenklima beschränkt) ;
einzelne Gattungen in den Karpaten [Senecillis, in die Ebene Podoliens
hinabsteigend), Ungarn {Kitaibelia), Serbien [Pancicia], Bosnien
[Zwakhia], Altai {Macropodium), Sibirien [Amethjstea, bis zum Pontus
und Nordchina sporadisch).
Aus den Nachbarfloren stammen nach ihrem Vorkommen 3 monotypische
Gattungen [Diapensia der norwegischen Fjelde aus der arktischen,
Diotis der atlantischen Küste aus der südeuropäischen, Teloxys in
Ostsibirien aus der Steppenflora).
Von 7 Monotypen, die in das südliche-Europa eintreten, bleibt die
ursprüngliche Heimath unbestimmt : drei davon bewohnen das Flachland
[Cucuhalus, Myagrum, Tussilago), die vier andern das Gebirge, in welchem
sie südwärts höher ansteigen (im Westen ^îirojxi, \m O^im Lemhotropts,
Bruckenthalia, Telekia).
202. Meine Schätzungen des angenäherten Verhältnisses der auf bestimmte
Eäume eingeschränkten Pflanzen zu der Gesammtsumme der
Gefässpflanzen erstrecken sich nicht auf die einzelnen Zonen und deren
IL Waldgebiet des östlichen Kontinents. 557
Kombinationen, was eine viel eingehendere Arbeit, als ich bisher unternommen,
erfordern würde. Somit theile ich die Bestandtheile der Flora
19
6.6
7.2
0,9
26
nur in folgende Kategorieen :
•a. Arten, die dem nördlichen und südlichen Europa gemeinsam,
zum Theil ubiquitär sind, und von denen viele sich
in den höheren Breiten Skandinaviens, sowie ostwärts in
Sibirien nach und nach verlieren 23 Procent.
b. Klimatisch gesonderte Arten des europäischen Tieflandes,
die zum Theil in die Zonen jenseits der Buchen- oder
Eichengrenze eintreten, meist auch in den Gebirgen Südeuropas,
seltener im Steppengebiete wiederkehren . . .
Darunter westliche Arten der Kastanienzone . 4,3 Proc.
,, östliche Arten, westwärts noch die Zone
der Edeltanne bewohnend . . .
^^ ^^ ,, , westwärts bis zur Zone
der Cerriseiche
, ,, , westwärts nur in der
russischen Eichenzone . . . .
c. Klimatisch gesonderte Arten der Gebirge, die zum
Theil diesen und dem nördlichen oder auch dem arktischen
Tieflande gemeinsam sind (mit Einschluss der endemischen
Arten des Tieflands)
Darunter im Tieflande des Nordens wiederkehrend
5 Proc.
mehreren Gebirgen gemeinsam . . 14,4 ,,
endemische Gebirgspflanzen . . . 6 ,,
,, Pflanzen des Tieflands . 0,6 ,,
d. Sibirische Arten, von denen nur wenige in die Fichtenzone
Nordeuropas sich verbreiten, ein grosser Theil aber zu
den Gebirgs- oder denjenigen Pflanzen gehört, die aus den
Steppen und aus China abzustammen scheinen . . . . .
e. Arten der Mediterranflora, die in die südlichen Theile
des europäischen Gebiets eintreten
18
11
(Die aus der arktischen und Steppenflora abstammenden
Arten sind unter b. c. u. d. einbegriffen.)
f. Unberücksichtigt blieben
Weniger Bedeutung lege ich den Verhältnisszahlen der Familien bei,
vorausgesetzt dass sie nicht auf die endemischen Arten einer Flora ausschliesslich
gestützt sind, was eben hier noch nicht möglich war. Eine
Zusammenstellung der die untere Eegion bewohnenden Pflanzen ergab
folgende Reihe der 10 artenreichsten Familien : Synanthereen (14 Proc.),
Cruciferen (8), Leguminosen (6—7), Gramineen (6), Umbelliferen (6),
Eosaceen (5—6), Caryophylleen (5—6), Scrophularineen (4), Cyperaceen
(4), Labiaten (3—4). Für die Alpenpflanzen (mit Ausschluss der in der
arktischen Flora wiederkehrenden Arten) erhielt ich folgende Reihe:
l
K
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