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350 III. Mittelmeergebiet.
finden. Die Bäume indessen sind von niedrigem Wuchs, die Kieferwaldungeu
licht und von geringer Ausdehnung, nur noch Ueberreste
von ausgedehnten Beständen, die einstmals diese Gebirge umkleideten.
So ist auch, obgleich der Boden zur Sennwirthschaft genutzt
wird, der zusammenhängende Wiesenrasen selten, niedrige Dornsträucher
bedecken den grössten Theil der Abhänge. Ueber der
Baumgrenze besteht ein breiter Vegetationsgürtel fast nur aus dem
Piorno-Strauch, einer dornigen Genistee [Genista aspalathoides), die
hier gleichsam die Region der' Alpenrosen vertritt und, wie diese,
eine Strecke weit in die Waldungen hinabsteigt (5500—8000 Fuss).
Die Wiesen, welche sich zwischen dem Piorno-Gesträuch aussondern,
sind noch aus harten Gräsern gebildet, aber über dessen oberer
Grenze findet sich eine feine, dichte Grasnarbe, aus welcher die
Blumen alpiner Stauden, wie auf den Alpen, hervorschimmern. Die
wenigen Holzgewächse, welche nun noch übrig sind, erheben den
Stamm fast niemals vom Boden. Auf diesen Alpenmatten, die in der
Sierra Nevada Borreguiles genannt werden, ruht wenigstens acht
Monate lang eine zusammenhängende Schneedecke, und auch im
Sommer wird der Erdboden durch den schmelzenden Schnee stets
feucht gehalten. So gleichen d'enn auch die höchsten Gehänge des
Gebirgs durchaus der Physiognomie der arktischen Flora und der
alpinen Regionen : hier, wo von den Eigenthümlichkeiten des spanischen
Klimas nichts mehr übrig ist, verliert sich auch unter den
endemischen Gewächsen der Organisationstypus der spanischen Flora.
Die Regionen des Atlas scheinen sich denen der Sierra Nevada
ähnlich zu verhalten. Auch diese Gebirgskette ist durch Hochebenen
sowohl von der immergrünen Region der Mittelmeerküste als von der
"Sahara abgesondert ii^). Der obere Coniferengürtel Andalusiens
wird auf dem algerischen Atlas durch die Ceder vertreten, von einer
alpinen Flora ist nichts bekannt geworden.
In den centralen Gebirgsketten Spaniens steigt die nordeuropäische
Kiefer ebenso hoch, wie auf der Sierra Nevada, aber ihre
untere Grenze liegt an der Nordseite der Guadarama der höheren
Breite entsprechend beträchtlich tiefer [3500—6500 FussS^)]. An
dem südlichen Abhänge ist dieser Waldgürtel verschwunden §6), und
hier haben sich daher die Formationen des Tafellandes des Bodens
bemächtigt, Tomillares in der unteren Region (— 4000 Fuss),
Regionen des Atlas, Sierra de G-uadarama, Canigou u. MontVentoux. 351
Ti't
darüber das die oberen Gehänge des Gebirgs fast vollständig bekleidende
Gestrüpp einer nackten Genistee [Sarothamnus purgans).
Die Ostpyrenäen und die südlichsten Alpen, soweit sie dem
Mittelmeergebiete angehören, stehen in der Anordnung ihrer Regionen
in keiner Beziehung mehr zu Spanien, sondern sind in dieser Hinsicht
mit dem Hauptzuge der Alpen zu vergleichen. Als Beispiele
können der Canigou unweit Perpignan und der Mont Ventoux, der
höchste Gipfel in der Nähe des südfranzösischen Rhonethals gelten.
Canigou.
Immergrüne Region. Olivenkultur (0—1300').
Waldregion. (1300—7430:
Kastanie — 2460'
Buche - 5000 '
Edeltanne (P. Ficea) . . . . — 6000'
Fichte (P. AUes) - 7430'.
Alpine Region (7430—8400').
Mont Ventoux.
Immergrüne Region am Südabhang: Olivenkultur (— 1540').
Waldregion (1540—5570'am Südabhang, 5340' am Nordabhang).
Abgesonderte Vegetationsgürtel:
Südabh. Nordabli.
Immergrüne Eiche (Q. Hex) — 1690' — 1910'
Gesträuche, z.B. Buxus . — 3540' — 2800'
Buchenwald — 5110'
Gesträuch von Buchen . . — 5230'
Kieferwald (P. uncmata) . — 5570 '
Fichtenwald (P. Abies) . .
— 4065'
5000'
5340' (abwärts bis 3000':
Alpine Region (— 5880': Höhe des Gipfels).
Die Baumgrenze des Canigou liegt also, wie an gewissen Punkten
der südlichen Alpenkette, fast 1000 Fuss höher, als an der Sierra
Nevada. An dem so viel niedrigeren Mont Ventoux, der isolirt und
dem Mistral ausgesetzt der Feuchtigkeit massiger Hochgebirgsketten
entbehrt, ist sie, wie auf so vielen Bergen des Mittelmeergebiets, tief
herabgedrückt. In den so bedeutenden Unterschieden der nördlichen
und südlichen Exposition ist es hier zugleich ausgesprochen, dass
der Ventoux gerade an der Grenze der Mittelmeerflora gelegen ist.
Deutlich tritt es auch in der Höhengrenze der Olivenkultur hervor,
wie sehr der Südabhang der Seealpen durch die Einwirkung des
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