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420 IV. Steppengebiet.
Kornbaa namentlich die Kiilturbäume. Bemerkenswerth ist es dabei^,
dass derOelbaum und die Dattelpalme sich gegenseitig aiisscliliessen..
Die Olivenkultur reicht von Kurdistan aus am Euphrat bis Anah
34 ^N. B.-12)] und ungefähr ebenso weit am Tigris, während erst
jenseits dieser Breite die Datteln und zwar in bedeutendem Umfangeerzeugt
werden. Zwar finden sich noch einzelne Dattelpalmen zu
Mosul (36 0)^ aber ihre Früchte sollen daselbst nicht mehr reif werden.
Ich bezweifele indessen, dass dieser Kulturgrenze klimatische
Ursachen zu Grunde liegen, da der Oelbaum selbst von den Oasen
der östlichen Sahara nicht ausgeschlossen ist und also auch das Klima
von Bagdad wohl ertragen möchte, die Datteln von Valencia aber
kaum unter gtinstigeren Bedingungen reifen, als in Mosul anzunehmen
sind, vorausgesetzt dass eine genügende Bewässerung ihnen
daselbst zu "fheil würde. Es ist vielleicht nicht das Klima, sondern
nur die bessere Kenntniss der Natur beider Gewächse und ihre angemessene
Pflege, wodurch ihr Kulturgebiet in diesen Gegenden bestimmt
wird. Denn den Kurden ist der Olivenbau von Syrien her
bekannt, der sich daher am Fuss ihrer Gebirge entwickelt hat. Die
Araber hingegen haben stets auf ihren Eroberungszügen die Dattelpalme
ihrer Heimath überall anzusiedeln gesucht, wo das Klima esgestattete,
in Mesopotamien, wie in Spanien, und sogar, wie vorhin
bemerkt wurde, noch an der Küste des kaspischen Meers.
Westlich von Mesopotamien erstreckt sich ein Hochland bis an
die Küstengebirge des mittelländischen Meers. Der grösste Theil
dieses Raums, von den Erhebungen des Taurus bis Arabien, wird
gewöhnlich als syrische Wüste bezeichnet. Da dieselbe jedoch
durchaus von arabischen Wanderstämmen bewohnt und überall, so
weit die Kunde reicht, von einer winterlichen Regenperiode befruchtet
wird, kann sie uns nur als eine Steppe gelten. Die Beduinen
ziehen mit ihren Heerden im Frühjahr nach Norden bis zur Gegend
von Aleppo und sollen im Herbste sowohl nach Osten am Euphrat
hinabwandern, als auch südwärts bis Nejed g e l a n g e n b i g zu den
Grenzen des an die centralen Gebirge Arabiens sich lehnenden Städtegebiets,
woraus man wohl schliessen darf, dass die syrische Steppe
sich gleichartig bis dahin ausdehnt und unmittelbar den Nordrand
der arabischen Sahara berührt. Das Innere dieser weiten Landstrecken
ist indessen geographisch noch unerforscht, und nur von dem
Syrien. 421
nördlichen und westlichen Rande der Steppe weiss man, dass ihr
Humusboden mit Graswuchs und aromatischen Kräutern reichlich
-ausgestattet ist, wiewohl keine Flüsse vorhanden sind, die den Sommer
hindurch ihr Wasser bewahren. Ein Reisender, der Russland
und Afrika kannte, bemerkt, dass die sogenannte Wüste von Palmyra
mehr den russischen Steppen als der Sahara gleiche In
gewissen Perioden der Geschichte blühte hier sogar eine höhere
Kultur, wovon die zahlreichen Städteruinen auf der Hochfläche von
Hauran ein Zeugniss aus d e m A n f a n g unserer Zeitrechnung sind, und
^uch jetzt wird in dieser an der Ostseite des Jordan gelegenen Landschaft
stellenweise Kornbau betrieben, indem zur Bewässerung Ci-
Sternen dienen, die den Niederschlag des Winters sammeln. Vielleicht
hat in einem noch viel früfceren Alterthum schon ein Ackerbau
hier bestanden, der mächtig in die Kulturgeschichte eingriff, wenn
die Vermuthung sich bestätigt, dass im Hauran einige unserer Cerealien
wild wachsen. Das Niveau der syrischen Steppe ist noch unbekannt,
aber da Damaskus in einer Thalfurche des Westrandes noch
Uber 2000 Fuss hoch liegt (2250 und da im Winter Reif und
Schnee keine ungewöhnlichen Erscheinungen sind, so muss man
;schliessen, dass die Erhebung der Hochfläche mindestens die von
Kleinasien und Palästina erreicht. Russegger45) hat die Ebene von
Hauran auf 2500 Fuss, das dortige Gebirge auf 6000 Fuss wahr-
.scheinlich noch zu niedrig geschätzt.
Die Kenntniss der syrischen Flora beschränkt sich bis jetzt auf
die westlichen Landschaften diesseits des Jordan, dessen Thal, tief
eingesenkt unter dem Spiegel des Meers Palästina von Hauran
und Peräa scheidet. Hier finden wir zwischen der Küste von
Beirut (34 ö N. B.) und der Ebene von Damaskus die Mediterranüora
vom Inneren durch den Libanon schärfer gesondert, als weiter
:südwärts, wo die hohen Randgebirge fehlen und das Plateau von
Jerusalem (32 O) sich terrassenförmig erhebt. Auch im Norden (36 O)
sah Aucher-Eloy 40) zwischen Antiochien und Aleppo (1200 Fuss)
den Uebergang von der mittelländischen zu der syrischen Vegetation
plötzlich hervortreten. Dies ist jedoch nicht der Temperatur zuzuschreiben,
die sogar auf der Hochebene von Palästina mit der der
Küste nahe übereinstimmt sondern der nach dem Inneren zunehmenden
Trockenheit der Luft. So weit die alpinen Erhebungen des
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