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526 Quellenschriffen \md Erläuterungen.
schaffen, da schieben Sturm und Wogen die Eisfelder leicht von den
Rändern aus über einander, ihr Gewicht vermehrt sich, tiefer tauchen sie
ein, verstärken sich durch neuen Frost und so entsteht das Packeis (Peterra.
Mitth. 1855. S. 107) , dessen einzelne Erhöhungen Toro>sse (Hammocks)
genannt werden. Wrangel gab eine anschauliche Schilderung von dem
grossartigen Schauspiel dieser Bildungen in den Stürmen des Meers
(Reise längs der Nordküste von Sibirien, 2. S. 250), Die TorosSe erreichen
zuweilen eine Dicke, die der der Eisberge nicht erheblich nachsteht,
nämlich von 100—200', wovon etwas weniger als die hal.be Höhe,
wenn sie schwimmen, eintaucht. Die Gegenden, wo diese perennirenden
Eisbildungen im grossten Massstabe stattfinden, liegen zu beiden Seiten
vom Meridian der Behringstrasse, in dem Räume zwischen den Parry-Tnseln
lind Neusibirien die Küstenlinien begleitend, undOsborn bemerkt, dass gerade
die Anhäufung derTorosse in diesem Theile des Eismeers den Beweis
liefere, dass mit dem stillen Meere keine Verbindung durch Strömungen
stattfinde. Aus diesen Meridianen kann das Eis daher, wenn es nicht an
Ort Und Stelle bleibt, nur allmälig entweder in den arktischen Strom
Sibiriens und Grönlands oder in den der Barrowstrasse und Baffinsbai
übergehen, woraus es erklärlich ist, dass Wrangel die Strömungen an der
Nordostküste Sibiriens nach der Jahrszeit wechselnd fand, im Sommer
westlich, im Herbste östlich (Reise 2. S. 254), je nachdem in der asiatischen
oder der amerikanischen Richtung der Abfluss mehr erleichtert war.
10. P e t e rma n n , geogr. Mitth. f. 1867. S. 184. Die warme, grönländische
Strömung zweigt sich unter 50ON. B. vom Golfstrom ab und
ist über die Melvillebai hinaus bis Smith's Sund (78Va^) nächgewiesen.
11. Middendor f f , a. a. 0. IV. 1. S. 566: hiernach liegt die
ziemlich unregelmässig durch das Samojedenland verläufende Baumgrenze
zwischen der Mündung des Mesen und dem Ural durchschnittlich
unter 660-. nach Gr. K e y s e r l i n g (Beobachtungen auf einer Reise in
das Petschoraland. Karte) und Schrenk (a. a. 0.) wurde früher die
etwas höhere Breite von 67 o N. B.) angenommen (Jahresb. f. 1850. S. 4).
12. Die Baumgrenzen wurden am Jenisei und ira Taimyrlande von
M i d d e n d o r f f (das. I., vergl. Jahresb. f. 1847. S. 37), an der Lena
von W r a n g e l (a. a. 0. Karte), an der Behringstrasse von Seemann
(Journ. of Botany, 2. p. 181 und Voyage of the Herald, 1. p. 11) beobachtet
(letztere an der asiatischen Küste unter 64 o, an der amerikanischen unter
66 0 44'j. Die Bestimmungen am Bärensee nnd an der Küste der Hudsonsbai
rühren von R i c h a r d s o n her (a. a. 0.).
13. Arktische Monatswärmen über dem Gefrierpimkte (die drei grönländischen
aus Rink a. a. 0. S. 154, die von Spitzbergen und Island aus
Dove's Temperaturtafeln, S. 12).
Spitzbergen (800N. B.) Jiini 0^,8; Juli August 0^,8.
Upernivik(730 N,B.) Juni 20^2; Juli 30,5; August 20^6; Septbr. OO^Ol.
Jakobshavn (690 N. B.) Mai00,2; Juni40,2; Juli 5o,9; August40^(;,
September 1^1.
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I. Arktische Flora. 527
Godthaab (650 N.B.) Mailo,0; Jimi40,0; Juli 60,4; August i)0,5;
September 30,().
Eyafjord (66V2" N. B.) Mail 0,8; Juni 5 0,1 ; Juli 60,6; August 60,6;
September 50,0.
Reikiavik (6'40N. B.) April 20,0; Mai 50,7; Juni 80,7; Juli 100,7;
August 90,3 ; September 60,4; Oktober 20,2.
Monatswärme über dem Gefrierpunkte in der alpinen Region der
Alpen (Dove a. a. 0. S. 20) :
ßernhardhospiz (7670' ) . Mai 10,8 ; Juni 30,9; Juli 50,4; August 50,4;
September 30,0.
14. S c h r e n k , a. a. 0. S. 254. 271 (vergl. Jahresb. f. 1850. S. 6).
15. Die meteorologischen Beobachtungen Kane's in Rensselaers Hafen
umfassen 16 Monate und wurden von C. A. Schott bearbeitet (Smithsonüm
contributions, Vol. 11). Von den Monatswärmen dieses kältesten
Punktes der bekannten Erde (Note 3) kommen hier in Betracht (p. 29) :
Juni — 00,8; Juli + 20,7; Aixgust - 00,2; Sommer + 00,5. Der kälteste
Monat war der März - 29 0,7, die mittlere Temperatur der drei Wintermonate
betrug — 260,9.
ZurVergleichung dienen folgende arktische Sommerwärmen (Note 13):
Spitzbergen (8OO) + 10,1 ; Ins(^l Melville (741/2"]. 20,3: Upernivik (73O)
20,7; NowajaSemlja (730) 20,9; Jakobshavn (690) 40,9; Godthaab (650)
50^4; Eyafjord (66V2O)
ferner die Sommerwärmc an und in der Nähe (innerhalb) der Baumgrenze:
Ustjansk in Sibirien (710) 80,1; Alten in Lappland (70 0) 90,5; Archangel
(640) 13 0,2;
endlich die Sommerwärme der alpinen Region der Alpen, die mi Bernhardshospiz
40,9 beträgt.
Kane's Messungen der Insolation mit dem geschwärzten Thermometer
(p. 43 u. f.) sind, soweit dies erforderlich schien, im Texte angegeben.
16. Lindsay, Flora of Iceland [Edinburgh New Phihs. Journ. 1861.
14. p. 64). — »Von Hooker's Zählungen [J. Ho oh er, outlines of the distribution
of Arctic plants in Transact. Linn. soc. Vol. 23. p. 273) konnten
die europäischen und asiatischen nicht benutzt werden, weil Hooker's
Gebiet der arktischen Pflanzen nicht unserer arktischen Flora, sondern
dem geographischen Begriffe der Polarzone entspricht, also weit in das
Waldgebiet übergreift. Aus Amerika (jenseits des Polarkreises, mit
Ausschluss von Grönland) kennt er 465 Arten, von denen 98 östliche
Arten nur diesseits, 86 westliche nur jenseits d wurden. er Mackenzie gefunden
Die im Texte angegebenen Ziffern für den Reichthum an Arten smd
aus folgenden Quellen entlehnt: Floren von Grönland (s. Note 7), Samojedenland
(Schrenk a. a. 0.), Taimyrland (Middendorff a. a. 0.), Spitzbergen
(Mahngren in Petermann's geogr. Mitth. f. 1863. S. 48), Melville-
Insel im Parry-Archipel (Hooker a. a. O. p. 255).
Baer sammelte in Nowaja Semlja gegen 90 Arten von Gefäss