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Hl. Jliitelniocv^'cbict.
Vermischung der Formen erleichtert ist, sind sie an Bestandtlieilen
reicher ausgestattet^ als auf den Inseln, sofern nacli diesen gewisse
Arten einwandern konnten, andere nicht. So sind die Maquis auf
Cypern oft nur aus zwei Sträuchern zusammengesetztes)^ am Fuss
des Atlios herrschen acht verschiedene Gewächse vor, die, unter
einander gemisclit, die Oleander-, Cisten- und Erikenformen mit den
Genisteen zu einem Gesammtbilde vereinigen. Die klimatischen Einflüsse
zeigen sicli theils in den schon frülier erörterten Eigenthümlichkeiten
Spaniens, theils bei der Vergleichung der Maquis in den
Regionen verschiedenen Niveaus. Am grössten ist in dieser Beziehung
die Ungleichheit der Vegetationsorgane, je nachdem das Laub
der Sträucher immer grün bleibt oder periodisch abgeworfen wird
und dessen Bildung bescliränkt oder durch Dornen ersetzt ist. Viel
eigenthümlicher sind die Maquis der immergrünen Kegion und des
spanischen Tafellandes, als die Gcsträucliformationen des Gebirgs.
Nähert man sicli dem Steppenklima, so werden die Dornsträucher
liäuiiger und ersetzen die Laubsträucher zuweilen ganz. Das niedrige
Dorngestrüpp, welches die wellenförmige, wüste Ebene Tliraciens
unmittelbar an den üppig bewachsenen Ufern des Bosporus bekleidet^''),
besteht nur aus einem einzigen Gewäclis [roiermm spmosiwi),
welches nach Art der Calluna gesellig wächst und in Cypern, wo es
in gleiclier AVeise vorkommt, Stoebe genannt wird'*''). Wie am
Pontus in die immergrünen Maquis sicli mitteleuropäische llolzgewäcliso
häufiger einmischen, so sind es zu Gesträuch verkümmerte
Eiclien, die im Winter ihr Ijaub verlieren, wodurcli die Maquis in
den Berglandschaften oft allein ersetzt werden. Hier sclieint die
Formation aus vernachlässigten Wäldern um so deutlicher liei:vorgegangen
zu sein, als die Bäume und Sträuclier der Art nach übereinstimmen.
Aber ist dies auf den östlichen Halbinseln der gCAvöliuliche
Fall, so erkennt man die besondere, klimatische Stellung
Spaniens auch daran, dass liier die Maquis auch im Gebirge ihren
eigenthümliclien Cluirakter bewaliren und dornige Genisteen nicht
bloss das Tafelland am Fusse der Sierra Nevada bewohnen, sondern
durch alle Kegionen bis zur alpinen Grenze der straucliförmigen
Holzgewäclise vorlierrschen.
Auf die Pliysiognomie der Matten und ihre Bedeutung als Weideland
hat die geognostisclie Unterlage und die Bescliaifenlieit der Erd-
Matten. 333
krume einen nocli grösseren Einfluss als auf die Maquis. Es ist
daher schwer, diese in der immergrünen Region so überaus mannigfaltigen
Grappirungen von Stauden und Halbsträuchern, von einjährigen
Kräutern, Gräsern und Zwiebelgewächsen unter allgemeinere
Gesichtspunkte zu stellen. Nur selten wird der Charakter der Formation
durch eine einzelne, gesellig auftretende Pilanzenform bestimmt,
wie dies bei den einjährigen Gramineen und bei den Halbsträuchern
aus der Familie der Labiaten wohl der Fall ist. Gewöhnlich
sind die Bestandtheile gemischt und das Détail beruht auf den
geringfügigen und doch massgebenden Verschiedenheiten der steinigen,
sandigen oder thonreichen Erdkrumen. Einige Beispiele zeichnen
diese Verhältnisse deutlicher, als eine allgemeinere Uebersicht.
An der thracischen Küste'J') habe ich auf einem beschränkten Räume
neben der Maritza-Mündung den Einfluss des Bodens auf die Zusammensetzung
der Matten nachgewiesen. Gewisse, einjährige Gräser
charakterisirten den sandigen Kies, andere den humosen Thonboden ;
wo beide Erdkrumen sich zu einem kiesreichen Lehm gemengt hatten,
herrschten aromatische Anthemideen, die einen besseren Weidegrund
boten, und wo auch der Kies sich verlor, hatten gesellige Kleearten
diese verdrängt und die Matte durch ihre llumusbildung bereichert.
An den Glimmerschieferhügeln von Salonichi , wo die Erdkrume
viel geringer ist, waren die einjährigen Gewächse längst verschwunden,
als ich im Juni daselbst die Vegetation aus einem Gemisch von
Stauden und Halbsträuchern, aus Labiaten, Disteln, Caryophylleen
und Doldenpflanzen gebildet sah. Aehnliche Vergleichungen des
Bodens mit der Zusammensetzung der Matten entwarf Reuter aus der
Umgegend von Madrid s«). Hier bezeichnen die Tomillares mit ihren
verholzenden Labiaten den Thonboden, während auf den sandigen
Erdkrumen im Frühling die einjährigen Kräuter vorherrschen, unter
denen die Cruciferen aus der Reihe der Brassiceen die häufigsten
sind, denen dann später Doldenpflanzen und andere Stauden nachfolgen.
In Spanien kommen die Matten mit wechselnden Bestandtlieilen
in allen Regionen vor, weil von der Küste bis zu den höchsten
Erhebungen der Sierra Nevada nirgends der dürre Boden fehlt, dem
sie im Gegensatz zu den Wiesen des Nordens entspriessen, und der
auf dieser Halbinsel in Folge ihres Plateauklimas so verbreitet ist.
In Italien und im Orient zeigt die alpine Region ebenfalls blumen-
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