
li ••••1
1
y'i
tI ili i ;
m
ii ^ :•!
'< iirii-isj
. i-ir
376 III, Mittelmeergebiet.
kommt, ist es dagegen ungewiss, ob er sich von hier oder von dort
verbreitete. Auch eine straucliartige Nelke {Dimii/ms rupicola) ist
beiden Abschnitten gemeinsam, zwei Genisten sind nur in Sicilien
beobachtet. Die Mehrzahl aller endemischen Pflanzen Italiens gehört
Neapel iind Sicilien gemeinschaftlich an, und es ist wegen der verhältnissmässig
so grossen Armuth des Festlandes wahrscheinlich,
dass viele derselben sich von Sicilien aus und nicht in umgekehrter
Richtung verbreitet haben. Wie sehr aber auch diese Insel das Festland
an eigenthümlichen Erzeugnissen übertrifft, so haben doch die
sicilianischen Pflanzen nichts Charakteristisches und vertheiien sich
als vereinzelte Arten über die verschiedensten Gattungen. Man kann
auch nicht sagen, dass die Gebirge hier vor der warmen liegion bevorzugt
seien. Indessen ist der Aetna, der nur einige wenige
eigenthümliche Pflanzen besitzt, obgleich er so bedeutend viel höher
sicherhebt, offenbar ärmer als die Madonie, von denen er aber
wenigstens an den oberen Theilen an Fruchtbarkeit und Mannigfaltigkeit
des Bodens weit ilbertroffen wird.
Auf der griechischen Halbinsel und im Archipel lassen sich,
soweit die unvollständige Erforschung derselben auch gegen Italien
und Spanien zurücksteht, doch bereits vier engere Bezirke und darunter
drei schon nach monotypischen Gattungen durch besondere
Centren unterscheiden, das illyrisch-dalmatische Küstenland, die
inneren und östlichen Gebirgsketten, Griechenland mit den kleinen
Inseln und zuletzt Kreta.
l. Das illyrisch-dalmatische Küstenland mit seiner abgesonderten
Alpenkette, zu der es sich schroff erhebt, reicht von der Mündung
des Isonzo bis nach Albanien, einer botanisch noch fast gar nicht
untersuchten Landschaft, wo der Uebergang in die griechische Flora
eintreten wird. Dem grössten Theil dieses adriatischen Litorals,
von Monfalcone am Meertj^nsen von Triest bis Kagusa entspriclit die
Verbreitung der monotypischen Gattung PeUeria, eines von Cytisus
abgesonderten Genisteenstrauchs [P. Weldeni). Auch von mehreren
anderen, durch ihren Bau ausgezeichneten dalmatischen Pflanzen ist
es wenig wahrscheinlich, dass sie weiter über die Halbinsel verbreitet
sind, da das Küstenland nicht mit dem Inneren, sondern mit Griechenland
klimatisch verknüpft, dieses aber schon vielfach genau
durchforscht ist. Einige dieser Arten wurden in üalmatien selbst
• >,
Centren auf der griechisclien Halbinsel und dem Archipel. 377
nur an einzelnen Orten beobachtet, wiewolü sie anderswo nicht leicht
hätten übersehen werden können (z. B. Fibü/ia iriquetra nur an drei
felsigen Standorten in der Gegend von Spalatro). Leichter ist es
möglich, dass die endemischen Gebirgspflanzen Dalmatiens künftig
auch im Innern aufgefunden werden : von d]-ei Arten, die dem Biokovo,
dem höchsten Gipfel der Küstenkette (zwischen Spalatro und
der Narentamündung) eigenthümlich zu sein scheinen, ist wenigstens
eine kürzlich auch auf dem thessalischen Olymp gesammelt worden
{Euphorbia mpitulata: die beiden anderen sind Hedraemithus immilio
u. serpyllifolius).
2. Der osmanische Theil der Halbinsel, so weit er dem Mittelmeergebiet
noch angehört, ist geographiscli und klimatisch so nahe
mit Anatolien verknüpft, dass es voreilig sein würde, die endemischen
Arten zusammenzustellen. In Thracien wird diese Verbindung
durch das Auftreten eines Traganth-Astragalus [Ä. thracicus) in der
Küstenregion ausgedrückt: wiewohl diese Art selbst jenseits des
Propontis noch nicht sicher nachgewiesen wurde, so ist sie doch den
bithynischen Formen der Gattung nahe verwandt und soll angeblich
mit einer in Karien vorkommenden identisch sein. Die Gebirgspflanzen
indessen entfernen sich von denen Anatoliens bedeutender,
und hier ist ein Zusammenhang weniger wahrscheinlich, oder doch
auf seltenere Fälle beschränkt, da der bithynische Olymp, einer der
zunächst gelegenen, alpinen Gipfel in seiner Vegetation schon bedeutend
abweicht, und da die rumelischen Ketten näher mit den südlichen
Karpaten, als mit dem ziemlich genau bekannten Taurus verbunden
sind. Eine monotypische Gattung, die diese Verbindung mit
den Karpaten ebenso wie die Silberlinde anzeigt, ist die Ericee
Bruckenthalia, die für den Scardus und Pindus so charakteristisch
ist. Die Gesneriacee Haherlea ist wegen ihrer Verwandtschaft mit
der pyrenäischen Ramondia die merkwürdigste monotypische Gattung
der Halbinsel ; sie wurde auf dem Khodope-Gebirge zuerst entdeckt
und scheint schon in Macédonien nicht weiter vorzukommen ;
eine zweite Art ward sodann von Heldreich auf dem thessalischen
Olymp aufgefunden. Als ein diitter Monotyp ist endlich eine alpine
Umbellifere des Parnass [Huetia] anzufüliren. Uebrigens sind von
derRhodope, vom Scardus und Pindus oder von den vereinzelten,
hohen Gipfeln der Halbinsel weder monotypische Gattungen , noch
: I