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520 V. Chinesisch-japanisches Gebiet.
angenommen werden kann. Ebenso ist das Klima der Ostküsten
imter den nördlichen Breiten beider Kontinente in mehrfacher Beziehung
ähnlicher, als das von Japan und Kalifornien. Das Gemeinsame
besteht darin, dass in beiden Fällen die Polarwinde über das
Meer, die äquatorialen über das Festland kommen, und aus diesem
Grundverhältniss lassen sich die bedeutendsten klimatischen Gegensätze
der Ost- und Westküsten befriedigend ableiten. Es ist daher
begreiflich, dass die Floren der Ostküsten einander ähnlicher sind,
als die von Ost- und Westküsten, auch ohne dass irgend ein Austausch
zwischen ihnen stattgefunden hat. Bei den identischen Arten
von weiter oder lückenhafter Verbreitung haben wir dagegen die
Aufgabe, den Mitteln, die zu ihren Wanderungen dienten, nachzuforschen
, wenn wir an der Einheit ihrer Entstehungsorte festhalten.
Bleiben wir indessen nur bei diesen letzteren stehen, so hat
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Asa Gray auch für diese ein Problem aufgestellt, welches, wenn es
thatsächlich begründet wäre, die Ansichten über die ursprünglichen
Wanderungen der Pflanzen bedeutend beeinflussen müsste. Er
meint nämlich, dass mit den heute wirksamen Kräften ein Austausch
zwischen Japan und den vereinigten Staaten nicht möglich
sei, und dass daher geologische Veränderungen allein dazu dienen
könnten, die Gemeinsamkeit ihrer Erzeugnisse zu erklären, wobei
auch er natürlich immer die Einheit der Entstehungsorte voraussetzt.
Pflanzen, die das östliche Waldgebiet Nordamerikas bewohnen,
können sich nicht über die Behringsstrasse und die Aleuten
verbreiten, weil sie das dortige Klima nicht ertragen, und, wenn
• sie nun auch in den Staaten des Westens, in Kalifornien und am
Oregon, fehlen, können sie auch nicht über das stille Meer nach
Japan gelangt oder von da eingewandert sein. Diese Verbindungen
setzen daher nach der Meinung Asa Gray's Aenderungen des Klimas
voraus, die einer geologischen Vorzeit angehören, und deren Annahme
in den vegetabilischen Ueberresten der Tertiärperiode ihre
Begründung finde. In den miocenischen Schichten von Vancouver^o)
sind Holzgewächse (Palmen, Laurineen, Ficus) nachgewiesen, die
jetzt die Westküsten Amerikas in diesen Breiten nicht mehr bewohnen,
wohl aber in Japan ihre Analogieen besitzen, und unter diesen
einige, die von Bäumen der südlichen atlantischen Staaten nicht zu
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Nicht endemische Pflanzen 521
unterscheiden sind (z. B. Persea caroKnensis). Zu dieser Zeit, ist
die Schlussfolgerung Asa Gray's, konnten demnach Wanderungen
über alle Meridiane zwischen den Ostküsten beider Kontinente
stattfinden, die jetzt nicht mehr möglich sind. Ich kann hierin
doch nichts erkennen, als die allgemeine geologische Thatsache,
dass die klimatischen Absonderungen der Erde durch alle
früheren Zeitalter hindurch allmälig fortgeschritten und die einzelnen
Floren erst nach und nach bestimmter individualisirt worden
sind. Wanderungen konnten daher allerdings in früheren Perioden
über weitere Räume sich erstrecken, als gegenwärtig. Dass aber
wirklich die heutige Vegetation ein so hohes Alter habe, steht doch
nicht so fest, als dass man nicht versuchen müsste, andere Erklärungen
aufzufinden, die sich auf die in der Gegenwart wirkenden
Kräfte einschränken. .
Eine genauere Untersuchung der wirklich identischen Arten in
Japan und Nordamerika führt mich vielmehr dahin, nur in wenigen
Fällen Wohngebiete anzunehmen, deren Lücken unerklärlich wären.
Schon Miquel's Verzeichniss zeigt eine weit geringere Uebereinstimmung
zwischen Nordamerika und Japan, als zwischen Japan und
anderen Floren der alten Welt, selbst den europäischen. Aber dasselbe
muss noch bedeutend reducirt werden. Unter 81 Arten, die
Miquel für identisch erklärt, und die allerdings in Alaska nicht bestehen
können, finde ich 41, die auch im Westen Nordamerikas
einheimisch sind und also noch täglich ihre Samen über das stille
Meer ausstreuen können. 1 7 Arten sind nach meiner und anderer
Botaniker Ansicht nicht identisch oder zweifelhaft und gehören
sicher zum Theil in die Reihe der vikariirenden Arten. Unter den
noch übrigen 23 Arten finde ich 21, die ein nördliches Klima ertragen
und namentlich auch in Kanada allgemein vorkommen so).
Nun aber reicht das Waldgebiet im Norden der Prairieen über die
ganze Breite des Kontinents, und da die Gegenden des Oregon nicht
so genau erforscht sind, als die östlichen Vereinstaaten, so ist wohl
anzunehmen, dass wenigstens die meisten jener 21 Arten im Westen
noch aufgefunden werden. Von den beiden noch übrigen ist die
eine [Elodea petiolata) eine Sumpfpflanze, der als solcher eine
grössere Wanderungsfähigkeit zukommt, die andere {Carex rostrata)
bewohnt die Gebirge der Ostküste, die White Mountains, und über
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