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460 IV. Steppengebiet.
Bodens die tiefer gelegenen Standorte an Feuchtigkeit gewinnen.
Wo die Steppe nur etwas wellig gebaut war, sah Baer ^S) sie reicher
mit Thyrsa bewachsen und um so dichter begrast, je deutlicher die
Spuren des von mehreren Seiten zufliessenden "Wassers zu erkennen
waren. Auf dürrem Flugsande gedieh kein Thyrsarasen, aber ein
sandiger Boden, der durch Feuchtigkeit einigermassen gebunden
war, erzeugte eine Gramineenvegetation, die der Reisende als »ein
wogendes Stipafeld« beschreibt.
Die Sandsteppe unterscheidet sich dadurch von der Grassteppe,
dass mit der Feuchtigkeit der oberflächlichen Erdschichten der Gramineenrasen
verschwindet und die Stauden und Kräuter den Strauchformen
ganz untergeoi-dnet sind. In Khorasan und selbst in der
Wüste Karakum am Aralsee sind die Sandstrecken mit Calligoneen
und ähnlichem nackten Gestrüpp dicht bewachsen 102], Diese Gegenden
, so ungleich in ihrem Niveau, stehen doch insofern unter
ähnlichen physischen Bedingungen, als die Dürre dieselbe ist, mögen
nun zusammenhängende Gesteine, oder gröbere Gerolle oder auch
feinere Sandmassen an der Oberfläche liegen, so dass von der Felssteppe
bis zu den beweglichen Dünenbildungen die verschiedensten
Uebergänge vorkommen können. Wie die Formen der Steppensträucher
von der Art der Bewässerung des Bodens und des Untergrundes
abhängig waren, so auch ihre Vertheilung. Die Traganthsträucher
der Hoclisteppen wachsen gesellig, ihre belaubten Aeste
dicht unter einander verwoben, oft bilden sie ein dichtes und, wenn
auch niedriges, doch wegen der überall hervorragenden Dornen fast
unbeschreitbares Gestrüpp. Das Tiefland hingegen ist überall zugänglich
, zwischen den mageren Verzweigungen der Spartiumform
ist der gelbliche, humusfreie Boden sichtbar, und, indem die Sträucher
sich vereinzeln oder nur gruppenweise verbunden sind, j e nachdem
die Feuchtigkeit hier sie zu nähren ausreicht und dort versiegend
sie nicht aufkommen lässt, verwandeln sich die Sandsteppen in unbewohnbare
Wüste. In anderen Gegenden sind sie nicht ohne Graswuchs,
und an die Stelle des Gestrüpps treten dornige Halbsträucher
{Alhagi): SO werden sie durch Uebergänge mit den Grassteppen vermittelt.
Der Unterschied beruht überhaupt nur zum Theil auf den
Pflanzenformen : auch die Dichtigkeit der Vegetation ist von Einfluss
darauf, wie viel Humus abgelagert wird, und diese ist bei manchen
Sandsteppe. - Salzsteppe. 461
Dornsträuchern weit grösser, als die der Gramineen und Stauden in
w T ! X Sandsteppen und Wüsten der Thongehalt des Bode^
zunimmt, wechseln sie, sobald das Wasser denselben mcht volhg
: ssüssen konnte, mit denHalophyten der de . E r ^
Oft sind die Dünenwellen des Flugsandes von Thälern gefurcht wo
die Feuchtigkeit sich in Morästen sammelt, deren Vegetation mit der
er Salzsteppe übereinstimmt, und ebenso findet man in dieser zuweilen
kleine Oasen von gutem Graswuchs an Orten, wo an dei
0 fläche das Salz entfernt worden ist. Die Salzsteppe lasst je
nach ihrer Feuchtigkeit und nach der Menge des Salzes eine Reihe
von Formationen unterscheiden. Der dürre Boden g - e i g t e ^
hänge, die ebene Lehmsteppe, die anstehenden Gesteine und de
f e u c U e n Standorte üben ihren Einfluss auf die Anordnung de
X h y t e n . Das Gemeinsame aller dieser Formationen aber besteh
T d em Vorwalten der Chenopodeen und Artemisien und dann das
I f e G-ächse sich den Sommer hindurch frisch erhalten und erst
in den Herbst die Zeit ihrer Befruchtung fällt.
Von der Halophytenvegetation geneigter Berg- und Hugelgehänge
giebt die Abdachung des Kohrud im Süden der persischen
r — ein Beispiel , wo dieselbe mit der der B a n d ^ ^ ^ ^ ^ ^
vermischt. In den Thälern gräbt man Brunnen, deren Wassel
w l ^ t e n s für die Lastthiere ü^inkbar ist, und hier wachsen neben
l en geselligen Salsoleensträuchern, namentlich einer besonderen
F o r m ' L sLaul (Togh) zugleich auch Calligoneen, un d . Graswuchs
ist nicht ganz ausgeschlossen. Die kahlen, fel^e«^^^^^^^
abhänge besitzen eine Pistacie und verschiedene, meist doinige
SträucLr mit schmalen Blättern ^Amygdalus sco,ar^a, Gymnocarpus).
hier wird das Salz sich nicht erhalten haben.
Dürre Lehmsteppen finden sich schon in den Wolgagegen^^^
sie werden sodann in den Umgebungen des Aralsees, auf dem Platean
des UstUirt und gegen Buchara hin zu nackten, oft völlig pflanzenosen
m s en. L der Salzgehalt ihres ebenen Bodens gewöhnlich
nicht blächt l ich ist, so sind die Chenopodeen hier — ^
faltig und da die Oberfläche in den glühenden Sonnenstrahlen fiuhe
S ' L Feuchtigkeit verliert, so vereinzeln sich die wenigen
P ? nzen Den Thon- und Lehmboden kann Verdunstung ebenso
7, . I