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396 IV. Steppeiigobiot.
dor Atmospliärc obciifalls scinon Kiniiuss äussert. Vom Mai bis zimi
Soptciiibcr') liegen die lieissesteii Gej^euden dos östliclien Afrikas
und Arabiens zu beiden Seiten dos rotlion Meers und roiclien bis zur
Landengo vonSuez {30'' N. B.), die Aspiration, welche den nördlichen
l'assatwind veranlasst, abor ilberschroitet daselbst zu keiner .Jahrszeit
den Wendekreis. Die stärkere l<]rhitzung, welche an der Erdoberfläche
bemerkt wird, stört die allgemoino Bewegung der Atmosphäre nach
Süden nicht, die dauernde Kegenh)sigkeit dor Sahara ist die Folge
dieser Erscheinung. Die Mittelwärmen des ganzen Jahrs geben von
der Vertheiluug der Wärme in der Atmosphäre des tropischen Afrikas
eine richtigere VorstoUung, als die Variationen der Temperatur nach
der Jahres- und Tageszeit.
Die tropisclien liegenzeiton reichen im Tieflande stets bis zu
der Linie, bis zu welcher der Aspirationsgürtel, der Solstitialbewegung
folgend, voui Aequator ausweicht. Auf dem Meere bogleiten
sie die Zone der Kalmen, auf dem Festlande treten sie ein, so lange
die Luftströmungcni dem eigentlichen .Passatwinde ontgegtinwolicn,
der sich in der Kichtung vom Pol zum Aequator bewegt. Dieser
Passat erfährt durch die gegen den Aequator wachsende liotations-
^•eschwindigkeit j'ene Ablenkung, welche den Nordwind in Nordost,
den Südwind in Südost verwandelt. Aus derselben Ursache wird ein
Passat, der über den Aequator hinüberweht, weil der, Aspirationsgürtel
zu anderen Breiten ausweicJit, aus deui Südost zu einem Südwestwinde,
aus dem Nordostwinde zum Noi'dwest. Dies sind die
Eichtungen der Sommermonsune, die als Erweiterungen des Passats
aus der entgegengesetzten Hemisphäre betrachtet werden. Die liegenzeiten
des tropischen Airikas wertlen dalier diesseits des Acquators
von Südwest-, jenseits von Nordwestwinden begleitet.
Da das Festland stärker von der Sonne erwärmt wird, als das
Meer, und da diese Erwärmung in kürzerer Zeit eintritt, also die
Insolation durch senkrechte Stralilen nicht so lange zu wirken
bi'aucht, um den aufsteigenden Luftstroui zu verschieben, so rückt
der Aspirationsgürtel über den Kontinenten in höhere Breiten, aber
zugleich richtet sich dessen Wanderung nach der Grösse des Kaums,
den der feste Boden in der lüchtung dcj- herrschenden .Luftsti-öuuingen
einnimmt. Die bedeutendsten klimatischen l<]igonthümlichkeiton
der d)-ei grossen Kontinente beruhen auf dieser höheren Erwärmung
Verliiiltniss d(ir Steppen zur Saliara. 397
d(is Festlands. In Amerika, wo das Meer einen grossen T\m\ der
nördlichen Tropenzono einnimmt, entfernt sicli dei- Aspi]'ationsgürt(il
nicht so weit vom Aequator nach Norden, wie in der alten Welt. In
Afrika, dem Erdtheil, der zu beiden Seiten des Aequators sich mächtig
ausdehnt, erreicht die Wanderung des aufsteigenden Luftstroms
in beiden Tropenzonen dui'chschnittlicli den 20. Parallelkreis. In
Asien, wo die grösste kontinentale Entwickelung in die gemässigte
Zone fällt und das Festland unter den Tropen den Aequator nicht
e,rreic]it, ist die Ausweichung des Aspirationsgürtels nach Norden
die weiteste und dringt über den Wendekreis in höhere Breiten.
Die Polargrenzen dauernder Passatwinde stehen unter denselben
Bedingungen. Auf dem atlantischen Meere erreicht man, von
Europa kommend, im Sommei- den Nordostpassat gewölinlich in der
Nähe des 35. Parallelkreises'') und sieht ihn zu dieser Zeit beim
Eintritt in die Kalmen zwischen 1 0 und 15" N. B. wieder verschwinden.
In den aiVikanischen Kontinent eintretend, hebt sich
aJsdann der Aspirationsgürtel an der Küste Senegambiens sofort bis
zum 20. Breitengrade, und demgemäss machte sich auch der Sommerpassat
des Mittelmeergebiets im Bhonethal noch unter dem 4 5. Parallelkreise
fühlbar. Der grösste Theil Südeuropas und diis westliche
Asien liegen Afrika nordöstlich, in der Richtung des Passats,
ge,gcnübcr, UTUI die aspirirende Wirkung dieses Kontinents wii-d durch
die hohe Bodenwärme dor Sahara noch verstärkt. Aber die Ilngleicldiciten
der Polhöhe, bis zu denen der rcgenloBc Sommerpassat
in verschiedenen Meridianen reicht, und die, wciun man Italien mit
d(un südlichen Riissland vergleicht, mehr nls zolin Breitimgrado betragen
k()nnon, bedürfen eines weiteren Aufschlusses.
Die Polargrenze- der Passate liegt da, wo der Antipassat, diircli
die mit abnehmender Breite wachsende Verdichtung wie a,uf (iim^r
schiefen Ebene herabsinkend, die Oberfläche der Erde erreicht. Bis
hioluir gleiten die beiden entgegengesetzten Luftstriimungen, welche
die tropisclie Wärme mit der Kälte liöherer Breiten ausgleichen, so
über demM^]rdboden hin, dass der Passat den unteren, dor Antipassat
den oberen Kaum der Atmosphäre einnimmt. Dann aber beginnt in
den hi»h(u-en Breiten ihr Kampf, ihre Bahnen liegen nun bis zum Pol
neben einander, und, indem sie sich gegenseitig verdrä,ngen, ist die
Häufigkeit ihres Wechsels die Ursache, dass die Niederschläge sich
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