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370 ÍIL Mittelmeergebict.
spanischen Vegetationscentren von den Monotypen abgeleitet sind.
Aber fast nur bei einigen Holzgewächsen genügen bis jetzt die Beobachtungen
über den Umfang des Wohngebiets. In gewissen Fällen
ist es anch die Ziinahme des Artenreichthums einzelner Gattungen
und Familien, worin der Charakter der abgesonderten Centren sich
ausspriclit. Nur im Bereich des katalonisch-südfranzösischen Gebiets
habe ich solche unterscheidende Eigenthümlichkeiten nicht aufgefunden.
Von den fünf übrigen Bezirken scheinen mir folgende Charakterzüge
am meisten sichergestellt;
1. Tafelland. Die Holzgewächse nehmen ab, die meisten (mit
Ausnahme von Colmeiroa) sind eingewandert. In den Maquis überwiegen
die eisten, aber die Familie derCistineen ist weniger mannigfaltig,
als in Granada. Unter den vorherrschenden Familien nehmen
die Gramineen und Scrophularineen [Linaria) an Artenreichthum zu,
die Synanthereen sind vermindert.
2. Portugal. Ein Empetreenstrauch [Empetrum album) hat mit
Drosophyllum fast dieselbe Verbreitung. Unter den übrigen Holzgewächsen
nehmen die Eriken an Menge der Arten und Individuen
zu, eine Gattung von dornigen Genisteen [Ulex] zählt eine Reihe
endemischer Arten, ebenso unter den Stauden ^rmma. Auch ist
hier wahrscheinlich die Heimath der westlichen Korkeiche [Quercus
occidmtalis).
3. Tiefland von Andalusien. Von Holzgewächsen ist ausser
mehreren Genisteen [Bolina) ein Celastrineenstrauch [Gymnosporia
eiiropaea) endemisch, eine Eiche [Querem Mesto] verbreitet sich bis
Portugal. Fast alle grossen Gattungen nehmen hier an Artenreichthum
zu, die vorherrschenden Pflanzengruppen sind in dem
Tieflande und den Gebirgsregionen fast die nämlichen, z. B. die
Genisteen.
4. Sierra Nevada. Die mitteleuropäische Region i)esitzt zwei
endemische Rosaceensträucher [Prunus Ramhur ei u. Coioneaster granatensis)
und einen dornigen Halbstrauch aus der Familie der Cruciferen
(Vella spinosa). Charakteristisch ist die Zunahme der Genisteen
und der Saxifragen (9 Arten).
5. Salzsteppen. Die endemischen Salsoleensträucher sind auf
diese Centren beschränkt, manche von ihnen kehren jedoch auch am
Centren in Algerien. 371
Meeresufer wieder. Auch die auf dem Salzboden und der Gypsformation
vorherrschenden Halbsträucher sind zum Theil endemisch
[Ononis tridentata, Sideriüs linearifolia \ bis Nordafrika reichen ¿TÄnt/
iemum squamatiim u. Artemisia herba alba),
Lässt sich nun auf diese Weise eine gewisse Reihe von Vegetationscentren
in Spanien erkennen, so ist es dagegen nicht zu erklären,
weshalb nicht eine noch grössere Anzahl sich gesondert erhalten
hat. Die centralen Gebirgsketten erheben sich ebenso isolirt über
das Tafelland, wie die Sierra Nevada, und erreichen in der Guadarrama
und in der Sierra de Gredos eine alpine Höhe. Dennoch war
die Ausbeute an endemischen Pflanzen, die Bourgeau in diesen Gebirgen
sammelte, geringfügig und mit dem Reichthum der Sierra Nevada
gar nicht zu vergleichen. Auch beruht dieser Unterschied weder auf
der grösseren Höhe dieses letzteren Gebirgs, .welches gerade in den
mittleren Regionen am eigenthümlichsten ist, noch auf der südlicheren
Lage, da die Pyrenäen ebenfalls so viel reicher an endemischen
Arten sind, als die centralen Ketten. In ähnlicher Weise stehen
auch die asturischen Gebirge, wo Durieu über die geringe Anzahl
eigenthümlicher Pflanzen und die Entlegenheit ihrer vereinzelten
Standorte klagte dem östlichen Hauptzuge der Pyrenäen bedeutend
nach, und selbst das durch seine abgesonderte Lage im äussersten
Südwesten der Halbinsel so völlig isolirte Bergsystem von
Algarvien ist keineswegs so reich, wie man erwarten sollte. Unregelmässig,
wie auf der ganzen Erde, sind also auch in Spanien
die Vegetationscentren vertheilt, ohne dass die heutige BeschaiFenheit
der unorganischen Einflüsse darüber irgend einen Aufschluss
giebt.
Der Endemismus des mediterranen Afrikas wird dadurch
unbestimmt, dass der Uebergang zur Flora der Sahara ein allmäliger
ist. Zwar bildet der Atlas eine scharfe Gebirgsgrenze, und so wurde
auch der Umfang des Gebiets auf denjenigen Raum bezogen, den die
Araber mit dem Namen Teil bezeichnen, aber die in Algerien an der
Südseite des Gebirgs eingeschaltete Steppe ist eine Landschaft, wo
die Pflanzen aus beiden Naclibarklimaten sich vermischen, so dass
es ungewiss bleibt, von welchen Centren sie ausgegangen sind. Ich
habe daher in meinem Verzeichniss endemischer Arten die Gewächse
dieser Gegend möglichst unberücksichtigt gelassen und mich, da
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