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508 V. Chinesisch-japanisches Grebiet.
überhaupt meist auf die Ebenen und niedrigere ßerghölien eingeschränkt,
mir die Wachspalmen Amerikas machen davon eine Ansnahme.
Wie intensiv auch die Niederschläge sein mögen, so hält
sich doch eine hinreichend grosse Menge von Wasser, wie es die
Palmen bedürfen, an steileren Gebirgsabhängen, von denen es oberflächlich
abfliesst, nicht lange genug im Boden. Eine geringere
Neigung desselben wird daher der Vegetation der Palmen vortheilhaft
sein, und hierin scheint die Ursache zu liegen, dass bei genügender
Feuchtigkeit und Gleichmässigkeit der Wärme dieselben
weiter nach Norden in die gemässigten Klimate vorrücken, als nach
aufwärts in den tropischen Gebirgen.
Oft sind in China auch da, wo das Klima für die tropischen
Pflanzenformen geeignet ist, die Bambusen deren einzige Vertreter
unter den Holzgewächsen''ij. Ueberall kommen sie vor und dienen
den mannigfachsten Verwendungen. Ihre Vegetationsbedingungen
werden in der indischen Flora näher zu erörtern sein, wo sie ebenso,
wie in China, zu den Hauptcharakterformen der Landschaft gehören.
Hier soll nur erwähnt werden, dass sie, zwar in ihrem Wasserbedürfniss
den Palmen gleichend, durch die raschere Verwendung
der Nahrungsstoff'e zum Wachsthum auch kürzere Vegetationsperioden
zu ertragen fähig sind. Bei chinesischen Bambusen mass Fortune
2«) die Geschwindigkeit des Wachsthums und fand, dass die
Höhe eines kräftigen Stamms in vierundzwanzig Stunden um 2 bis
2 '/2 Fuss zunahm, und dass die Streckung während der Nacht am
schnellsten vor sich ging. Die Bambusenform unterscheidet sich von
den übrigen monokotyledonischen Baumformen durch ihre Verzweigung,
abgesehen davon, dass die hohlen Stammglieder und das Laub
sogleich ihre Stellung in der Familie der Gramineen anzeigen. Da
aber die Seitenknospen nur zu kurzen Zweigen auswachsen, welche
die Blattbüschel tragen, die der Länge nach an dem einfachen Hauptstamme
vertheilt sind, so fehlt doch auch ihnen die Laubkrone der
dikotyledonischen Bäume. Bei der Mautschok-Bambuse, die im
mittleren China auf den Berghängen und an den Tempeln häufig
gepflanzt wird, ist der Stamm fein geglättet, senkrecht wächst er 60
bis SO Fuss hoch, in wenigen Monaten sich vollständig ausbildend,
bis zum dritten Theil der Höhe bleibt er zweiglos und ist ungemein
leicht und zierlich gebaut. Fortune erklärt diese Art für eine der
Vertheilung der Wälder. 509
schönsten aller Bambusen, die zarte, nach oben gerückte Belaubung
vergleicht er mit der Fahne einer Feder. Mehrere andere chinesische
Arten haben einen ähnlichen Bau, und ihre jungen Triebe sind
essbar. Im südlichen China fand jener Reisende die Bambusen denen
Indiens ähnlicher, die dichtere Gebüsche von bogenförmig aufsteigendem
Wuchs bilden und von unten auf Blätter tragen. Durch
Verkürzung des Stamms, unterscheiden sich endlich die am weitesten
nach Norden gehenden Arundinarien {A. Eurilenm), die sich also
ähnlich zu den eigentlichen Bambusen verhalten , wie die Zwergpalmen
zu den Palmen.
Von den übrigen Pflanzenformen, die zu weiteren Ausführungen
über das Klima keinen Anlass geben, ist nur im Allgemeinen anzuführen,
dass auch bei ihnen die Mischung aus Gattungen tropischer
und höherer Breiten sich durchgehends erkennen lässt, im Verhältniss
zu Europa in der grösseren Anzahl holziger Schlinggewächse
und in der mannigfaltigeren Vertretung indischer Familien, zu den
Tropen in dem wachsenden Reichthum an Sträuchern mit periodischer
Laubentwickelung. Als eine eigenthümliche Gestaltung erwähne
ich hier nur noch einer Form von Halbsträuchern, die, weder
Staude noch eigentliches Holzgewächs, an gewisse baumartige Araliaceen
Indiens sich anschliesst, welche auf dem Gipfel ihres Stamms
eine Rosette von langgestielten, fächerförmig getheilten Blättern tragen.
Dieser Bildung entspricht eine Gattung derselben Familie [Fatsia),
deren ungetheilter, aber nur etwa 6 Fuss hoher, verholzender Stamm
in einer einzigen Vegetationsperiode [binnen 10 Monaten 32) ] auswächst
lind durch ein ungewöhnlich stark entwickeltes Mark ausgezeichnet
ist, aus welchem das eigenthümliche Produkt der Insel
Formosa, das Reispapier, geschnitten wird {F. fajiyrifera]. Zu derselben
Pflanzengruppe gehört auch die von den Chinesen als kostbarstes
Arzneimittel hochgeschätzte Ginseng-Staude, die im tiefen
Waldschatten der Mandschurei wächst und auch in Japan vorkommen
soll f Pcmax Ginseng).
V e g e t a t i o n s f o r m a t i o n e i i . Durch die Kultur des Bodens ist
der landschaftliche Charakter Chinas und Japans in einer ähnlichen
Weise verändert worden, wie in Europa. Indessen giebt es doch
ungeachtet der gleichmässigen Bewässerurg des Tieflands vermöge
des ungleichen geoghostischen Substrats und nach der verwickelten
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