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378 III. Mittelmeergebiet.
eigenthnmliche Holzgewäclise bis jetzt bekannt geworden, so mannigfaltig
auch deren Vegetation mit endemisclien Arten ausgestattet
ist.
3. Griechenland steht durch die Inseln des ägäischen Meeres
ebenfalls mit Anatolien in so naher Verbindung, dass der reiche Austausch
der Pflanzen leicht erklärlich ist. Auch sind aus der warmen
Region keine Monotypen bekannt und von endemischen Eolzgewächseu
finde ich auch nur ein unsicheres Beispiel [Colutea mclanoxyhn in
Attika). Doch fehlt es nicht an charakteristischen Standen und
Zwiebelgewächsen, und es giebt Fälle, wie in Dalmatien, von sehr
beschränktem Vorkommen einzelner Arten (z. B. Brassica nivea auf
dem Felsen von Akrokorinth). Die jonischen Inseln haben an eigenthündichen
Pflanzen nichts Erhebliches geliefert, aber vom Archipel
besitzt mau einige Nachrichten aus älterer Zeit, die weiter verfolgt
zu werden verdienen. So soll die Insel Amoi-gos eine endemische
Labiate besitzen {Origanum Tourmfortii), und dies ist eine der Cycladen,
die ungefähr in gleichem Abstände von den Küsten Griechenlands
und Anatoliens entfernt liegt, so dass, wenn hier Eigentliümliches
entstand, sie dieses reicheren Centren gegenüber leichter bewahren
konnte, als bei näherer, geographischen Verknüpfung. Denn
da die Wanderungen der Pflanzen durch das Meer viel mehr eingeschränkt
als erleichtert werden, so verhalten sich Archipele entgegengesetzt
, wie das Festland, wo durch eine centrale Lage der
Centren ihre Vermischung befördert wird. Da es jedoch hier nur
um einzelne Arten sich handelt, die denen der benachbarten Kontinente
nahe verwandt sind, so bedürfen die Angaben über ihr Vor-
. kommen weiterer Prüfung, und ich möchte daher auch den einzigen
Baum, der bis jetzt mit Sicherheit nur auf gewissen Inseln des
ägäischen Meers nachgewiesen ist, jene Conifere, die zum Theil
die Wälder auf Tassos bildet [Junipems aegaea) , nicht als einen
Beweis gelten lassen, dass hier seine ursprüngliche und einzige
Heimath sei.
4. Kreta ist als reichstes Feld für endemische Gewächse auch
mit einer monotypischen Gattung ausgestattet (der Campanulacee
Peiromarula]. Diese Insel hat ferner eigenthümliche Holzgewächse.
Sie ist die Heimath eines Baums, der den Ulmen verwandt ist [Flanera
Abelicea) und einer Gattung angehört, die ausserdem am Kau-
Centren im anatolisch-syrisclien Küstenlande. 379
kasiis und in Nordamerika vertreten ist. Früher nur von den spliakiotischen
Gebirgen Kretas bekannt, wurde dieser Baum neuerlich
von Unger auch auf Cypern entdeckt. Da derselbe aber hier nur an
einem einzigen Punkte der gebirgigen Nordküste bemerkt worden
ist, so dürfte die kretensische Heimath nicht zweifelhaft sein, falls
die specifische Verschiedenheit der kaukasischen Art, deren Blätter
weit grösser sind, sich bestätigt. Durchans auf Kreta beschränkt ist
eine Reihe von Sträuchern, und hiebei ist es für diese insularen
Vegetationscentren bezeichnend, dass sie meist zu Gattungen gehören,
deren Arten auf dem Festlande nur aus Stauden oder Halbsträuchern
bestehen. Drei von diesen Sträuchern bewohnen das zum
Ida sich erhebende Gebirge [Linmn arbormim, Eberms crética und
Astraffalm creticm), zwei Synanthereen die wärmeren Gegenden der
Insel [Staehelma fruticosa arhoresce^is), Auch unter den endemischen
Stauden Kretas finden sich zahlreiche Arten von fremdartigem
Bau, wofür ich nur als Beleg anführen will, dass zwei Umbelliferen
als Monotypen beschrieben sind, die man aber gegenwärtig zu anderen
Gattungen zurückführen will [Ormosolenia zu Peucedanum,
Anosmia zu Smyrnium).
Die östlichen Vegetationscentren von Syrien bis zum Pontus und
in Anatolien schon jetzt genauer scheiden zu wollen, ist noch
nicht an der Zeit, so sehr auch die klimatische Gliederung des
Orients dazu einladet. Zehn monotypische Gattungen, von denen
mehrere auch in die Steppen des Inneren verbreitet sind, vertheiien
sich so, dass vier den Süden, Syrien und zum Theil auch Cilicien
bewohnen, drei der Westküste von Lydien bis Lycien, eine Bithynien
und die beiden übrigen der ganzen Halbinsel Anatoliens angehören.
Diese Monotypen sind folgende : die Leguminosen Cytisopsis (Syrien
bis Cilicien) und Chronanthus (Westküste) ; die Cruciferen And-reoskia
(Anatolien) und Boreava (Anatolien) ; die Umbelliferen MicrosdacUum
(Westküste) und Astoma (Syrien) ; die Scrophularinee Jaììthe
(Bithynien—Bosporus): àie Lshmte Dorijstackjs (Lycien); die Synanthereen
.S'fec/imanma (Syrien) und Gundelia (Syrien, Cilicien—Persien).
Bestimmter ist die klimatische Gliederung der drei Küsten und ihrer
Gebirgsketten durch die endemischen Holzgewächse ausgedrückt,
unter denen 5 Arten von Bäumen enthalten sind. Von diesen
bewohnen eine Eiche und eine Esche das syrisch-cilicische Küstenfctiil
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