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560 Quellenschriften und Erläxiterun^en.
das sudliche Italien und für Ligurien, d. h. für diejenigen Theile der
Halbinsel, wo die Mediterranflora allein reicher entwickelt ist, nicht zutreffend.
Dies ergiebt sich aus den Messungen über die Olivengrenze,
die hier mit der der immergrünen Region zusammenfällt:
Aetna — 2200 ' (Philippi in der Liitnaea, 7. S. 762 : die Angabe gilt für
die Nordseite des Bergs, am Südabhang steigt der
Oelbaum nach Gemellaro -- 3000 ').
Nizza — 2400 ' (Daum, Bemerkungen über die Landwirthschaft in Südfrankreich,
S. 94).
7. Messungen über die Olivengrenze in Spanien und Portugal:
Nordabhang der Sierra Nevada — 3000' [Boissier, voyage botaniqite dans le
midi de l'Espagne, p. 407).
Südabhang „ ,, ,, - 4200' (das.)
Algarvien — 1385' [Bon^iet in Memorias de Lishoa 1850, vergl. Jahresb.
f. 1852. S. 23).
8. Die Linie des ewigen Schnees erreichen die südeuropäischen Gebirge
kaum, einige nur deswegen nicht, weil sie der Anhäufung desselben
nicht genug Eaum bieten. Indessen scheint der die Schneelinie deprimirende
Einfluss des atlantischen Meers auch hier aus den Beobachtungen
auf den Pyrenäen, so Avie aus der freilich von keinem Naturforscher beglaubigten
Nachricht über den Gaviarra an der Nordgrenze von Portugal
(420N.B.) hervorzugehen, einenBerg, der nach B rugui è r e [Orographie
de iEurope in Reateü de la soc, de géogr. p. 70) bei einer angeblichen Höhe .
von 7400' (2403 m.) ewigen Schnee tragen soll [dépasse la ligne des neiges
perpétuelles). Diese Angaben rühren von dem Geographen Balbi her
[Essai sur le roxjaume de Portugal, 1. p. 69, wo es aber heisst ,,le Gaviarra
conserve la neige pendant toute iannée''). Es ist jedoch auffiülend, dass
Link, der einen Monat lang in der Nachbarschaft des Gaviarra, in dem
Badeorte Caldas, verweilte, jenen Berg gar nicht erwähnt und überhaupt
der Serra de Gerez, zu deren System er gehört, eine viel geringere Höhe
zuschreibt (Reisen durch Portugal, 3. S. 67. 137, wo sie nur auf 3000'
geschätzt wird; Gr. Hoffmannsegg kam später sogar am Gaviarra selbst
vorüber, ohne diesen Berg zu nennen, das. S. 80). Doch muss die Frage,
ob der Gaviarra wirklich ewigen Schnee trage, offenbar auf den nach
Oporto segelnden Schiffen leicht zu entscheiden sein. Von Braganza im
nordöstlichsten Winkel Portugals sah Link noch im August «einen langen
Streifen Schnee« auf dem Gebirge jenseits der Grenze, hier erhebt sich
die Sierra de Montezinho bis 7000' (Link a. a. 0. 3. S. 42; Willkomm,
Strand- und Steppengebiete der iberischen Halbinsel, S. 32). In dem
kontinentalen Klima des Kaukasus finden wir in der Nähe des 43. Breitegrads
die Schneelinie über 10000' hoch, dagegen im Seeklima der Pyrenäen
schon bei 8400' (nach Humboldt).
9. D un eu, hotaniccil excursions in tlie mountains of Astiirias [Com-*
fanion to Bot. Magazine, 1. p. 212]: «die Vegetation« Asturiens »ist nur
i n . Mittelmeergebiet. 561
wenig von der der Bretagne und der aquitanischen Provinzen« Frankreichs
»verschieden, bei Oviedo zeigt sie sich der der Gegend von Nantes
durchaus ähnlich«.
10. Gewohnlich schreibt man dem spanischen Plateau ein durchschnittliches
Niveau von 1800 Fuss zu (Humboldt, Centraiasien, 1.
S. 123). Allein nach Willkomm' s sorgfältigen Vergleichungen ist
diese Annahme zu niedrig, wie aus folgenden Ergebnissen seiner Untersuchung
hervorgeht (Strand- und Steppengebiete, vergL Jahresb. f.
1852. S. 9):
Mittlere Plateauhöhe von Leon und Alt-Castilien . • 2560' (S. 25).
von Neu-Castilien bis Mancha 2480' ( „ ).•
Ebene von Guadix in Granada 3000 ' (S. 45).
Plateau von Navarra, geschätzt zu 1200' (S. 38).
In der vom Ebro durchschnittenen Steppe von Aragonien schätzt
Willkomm das mittlere Niveau auf 400'.
11. Nach Gar r iga' s 25jährigen, meteorologischen Messungen in
Madrid (bei Willkomm a, a. 0. S. 189; ist der kälteste Monat daselbst der
December, der wärmste der August. Die Differenz der Mittelwärme
beider Monate beträgt 1 4 i s t also geringer als in Athen, wo aber die
Minima und Maxima nicht so weit aus einander liegen.
Madrid. December. Mittelwärme + 50 ß . (Winter 50,5).
Minimum — 50 R.
August. Mittelwärme 19 0,25 E. (Sommer ISO,8).
Maximum 32 oß.
Differenz der Temperaturextreme 37 ö E .
Wie viel excessiver das Kontinentalklima der russischen Steppen, als das
Plateauklima von Spanien sei, geht daraus hervor, dass nach Dove's
Monatstafeln die Januarisothermen — 40 E. bis — 8o zwischen das
Asowsche Meer und Astrachan, die Juliisothermen Ißo bis 20;0 zwischen
Tiflis und Orenburg fallen, also die Differenz der Mittelwärme des kältesten
und wärmsten Monats etwa 240 (10 o mehr als in Madrid) beträgt.
12. 13. Wi l lkomm, a. a. 0. S. 187.
14. In Gibraltar dauert die trockene Jahrszeit vom Mai bis zum September
[Kelaart, Flora calpensis ; Jahresb. f. 1847. S. 22), ebenso in Algier
von Mitte Mai bis zum Herbstaequinoctium [Hardy in Comptes rendtis,
1847. Juin: Jahresb. das. S. 40). In der Küstenregion von Granadä'verlängert
sich zwar die Dürre (in Malaga von April bis Ende September),
aber im Mai stehen noch die meisten Pflanzen in Entwickelung und Blüthe'
[Boissier, Voyage hotanique dans le midi de VEspagne, p. 187. 189). 'Die
Milde des Winters, der die Vegetationszeit namentlich bei den einjährigen
Pflanzen niemals unterbricht, ergiebt sich daraus, dass in Malaga die
mittlere Januar-Wärme 90^8E., das Temperatur-Minimum + 40^9 beträgt,
das letztere also fast 10 o höher liegt, als in Madrid (Haenseler bei
Boissier a. a. 0. p. 188, vergl. Jahresb. fi 1845. S. 26).
15. Die Uebereinstimmung der catalonischen und südfranzösischen
O r i s e b a c h , Vegetation der Erde. I. 36
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